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14.10.2026

Finanzwissen junger Erwachsener 2026: Jeder Zweite unter 30 interessiert sich für Geldfragen, 55 Prozent davon erst seit zwei Jahren

Der Bankenverband hat im Mai 2026 eine Umfrage unter 1.303 Personen vorgelegt. Die 18- bis 29-Jährigen besitzen häufiger Wertpapiere als Ältere, kennen aber seltener die Grundbegriffe. Die OECD zeigt, dass Krypto-Anleger oft am Anfang stehen.

Finanzwissen junger Erwachsener 2026: Jeder Zweite unter 30 interessiert sich für Geldfragen, 55 Prozent davon erst seit zwei Jahren
Finanzwissen junger Erwachsener 2026: Jeder Zweite unter 30 interessiert sich für Geldfragen, 55 Prozent davon erst seit zwei Jahren

Bietigheim-Bissingen, 14.10.2026 (PresseBox) - Die Hälfte der 18- bis 29-Jährigen in Deutschland interessiert sich stark oder sehr stark für Finanz- und Wirtschaftsthemen. Das zeigt die Umfrage „Finanzwissen der Deutschen 2026“, die der Bundesverband deutscher Banken am 12. Mai 2026 veröffentlicht hat. Das Institut infas quo befragte dafür vom 29. Januar bis 13. Februar 2026 telefonisch 1.303 Personen ab 18 Jahren. Über alle Altersgruppen stieg der Anteil laut Bankenverband von 34 Prozent im Jahr 2024 auf 46 Prozent, und mehr als die Hälfte der jungen Befragten befasst sich erst seit höchstens zwei Jahren näher mit Geldfragen. Im Oktober 2026 treffen damit viele Einsteiger auf Anlageformen, die sie noch nicht einordnen können; das Fachportal der Provimedia GmbH bietet dafür einen Einstieg in die Grundbegriffe des Kryptohandels.

Der Bankenverband führt die Befragung seit 2019 regelmäßig durch. Die Ausgabe 2026 erfasst neben dem Interesse auch die Selbsteinschätzung, den Wertpapierbesitz und die Kenntnis einzelner Begriffe wie „Rentenlücke“ und „Investmentfonds“.

Drei Werte zeigen, wie neu das Thema Geld für die unter 30-Jährigen ist

Der Bankenverband weist für die Altersgruppe von 18 bis 29 Jahren drei Kennzahlen aus, die zusammen ein Bild ergeben. Erstens interessieren sich laut der Umfrage 50 Prozent dieser Gruppe stark oder sehr stark für Finanz- und Wirtschaftsthemen, mehr als der Durchschnitt aller Befragten mit 46 Prozent. Zweitens befassen sich 55 Prozent der jungen Befragten, die sich in Finanzfragen gut auskennen, erst seit höchstens zwei Jahren näher mit dem Thema; bei den über 60-Jährigen sind es 8 Prozent. Drittens besitzen laut Bankenverband 43 Prozent der 18- bis 29-Jährigen Aktien, Aktienfonds oder andere Wertpapiere, gegenüber 39 Prozent im Durchschnitt und 33 Prozent bei den Befragten ab 60 Jahren.

Die Bewegung ist damit in der jüngsten Gruppe am größten. Wer sich 2026 ein Depot einrichtet, hat nach diesen Zahlen mit hoher Wahrscheinlichkeit vor 2024 noch keine Anlageentscheidung getroffen. Der Bankenverband spricht von einer hohen Dynamik in dieser Altersgruppe.

Warum das Selbstbild und der Wissensstand auseinanderliegen

Fast zwei Drittel aller Befragten, 65 Prozent, geben nach Angaben des Bankenverbands an, sich in Finanzfragen gut oder sehr gut auszukennen. Gleichzeitig stimmen 52 Prozent der Aussage zu, vom Geschehen an der Börse keine Ahnung zu haben; 2019 waren es noch 61 Prozent. Den Begriff „Rentenlücke“ kennen laut Umfrage 62 Prozent aller Befragten, aber nur 54 Prozent der 18- bis 29-Jährigen. Was ein Investmentfonds ist, wissen 60 Prozent insgesamt und 57 Prozent der jungen Befragten. Unter den Wertpapierbesitzern geben zwei Drittel an, sich an der Börse auszukennen, unter den Nicht-Besitzern ein Drittel.

„Die Zahlen beschreiben eine Generation, die den ersten Schritt gemacht hat, bevor sie die Landkarte kannte. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Reihenfolge, die sich noch korrigieren lässt. Wer schon investiert ist, lernt schneller, weil jede Erklärung sofort ein eigenes Beispiel hat“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Welche Rolle die Altersvorsorge in der Umfrage spielt

Nur 39 Prozent der Befragten, die noch nicht in Rente sind, haben sich laut Bankenverband schon ernsthaft mit ihrer Altersvorsorge beschäftigt; 2024 waren es 35 Prozent. Der Anteil hängt stark von der wirtschaftlichen Lage ab. Wer die eigene Situation als schlecht beschreibt, hat sich zu 25 Prozent mit der Vorsorge befasst, wer sie als gut beschreibt, zu 64 Prozent. Weniger als die Hälfte der Erwachsenen, 48 Prozent, nimmt sich nach eigener Aussage regelmäßig Zeit für die eigenen Finanzen, 2022 waren es 41 Prozent.

Für junge Anleger heißt das nach den Daten des Verbands: Das Interesse ist da, die Struktur fehlt häufig. Wer Einnahmen, Ausgaben und Sparziele nicht regelmäßig durchgeht, entscheidet über Anlageformen eher aus dem Moment heraus als aus einem Plan.

Wo Kryptowerte in der Reihenfolge des Einstiegs stehen

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat am 8. September 2025 eine Auswertung zur digitalen Finanzkompetenz von Krypto-Anlegern vorgelegt. Fünf Befunde daraus:

In 39 untersuchten Volkswirtschaften besaßen 2023 im Schnitt 3,2 Prozent der Erwachsenen Kryptowerte, in den OECD-Ländern 3,8 Prozent.

Nur 29 Prozent der Erwachsenen weltweit und 34 Prozent in den OECD-Ländern erreichten den Mindestwert für digitale Finanzkompetenz von 70 von 100 Punkten.

Nur 55 Prozent der Krypto-Besitzer wussten, dass diese Werte in ihrem Land kein staatliches Zahlungsmittel sind.

In den Vereinigten Staaten begannen laut der Auswertung 44 Prozent der zwischen 1997 und 2012 Geborenen ihre erste Geldanlage mit Kryptowerten, in der Generation davor 35 Prozent.

In Frankreich hielten 54 Prozent der Anleger, die nach 2020 eingestiegen waren, Kryptowerte, unter erfahrenen Anlegern 25 Prozent.

Die OECD folgert daraus, dass Bildungsangebote zu Kryptowerten vor allem jüngere Menschen erreichen müssen, weil diese Gruppe den Einstieg häufiger über digitale Werte als über klassische Wertpapiere findet. Was hinter den Kursausschlägen steckt, mit denen Einsteiger dort zuerst konfrontiert sind, erklärt das Fachportal in einem Beitrag zu den Einflussfaktoren auf die Preisschwankungen von Kryptowerten.

Warum Einsteiger erst die Begriffe und dann das Produkt lernen sollten

Die OECD sammelt bis Oktober 2026 die nationalen Daten für ihre internationale Erhebung zur Finanzkompetenz Erwachsener 2026; der Vergleichsbericht folgt nach Abschluss der Auswertung. Der Bankenverband befragt Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 24 Jahren alle drei Jahre gesondert. Die letzte Jugendstudie beruhte auf einer Befragung von August bis September 2024. Die nächste Ausgabe ist damit für 2027 zu erwarten. Bis dahin gilt für Einsteiger, was die Zahlen vom Mai 2026 nahelegen: erst die Begriffe, dann das Produkt. Wer weiß, was ein Fonds ist und wovon ein Kurs abhängt, kann eine Anlageform einordnen, bevor er sie kauft.

Ansprechpartner

Alexander Weipprecht
+49 (7142) 3442727
Zuständigkeitsbereich: CEO

Über Provimedia GmbH:

Die Provimedia GmbH ist ein Online-Verlag mit Sitz in der Region Stuttgart. Wir schaffen wertvolle Informationen in unterschiedlichen Branchen um Wissen schnell und einfach zugänglich zu machen. Wir haben uns auf übersichtliche Webseiten und Auffindbarkeit von Informationen spezialisiert.

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