Mittelstandspresse
29.09.2026
Beratungsmarkt in Deutschland soll 2026 um 4,5 Prozent auf 51,1 Milliarden Euro wachsen – Künstliche Intelligenz zieht mit 22 Prozent davon
Die Branche kam 2025 nur auf ein Plus von 0,5 Prozent, und der Geschäftsklimaindex fiel im zweiten Quartal 2026 auf 87,9 Punkte. Kleine Häuser verlieren Umsatz, während Energiewirtschaft und öffentliche Hand die Nachfrage tragen.
Bietigheim-Bissingen, 29.09.2026 (PresseBox) - Wer im Jahr 2026 in Künstliche Intelligenz investiert, bezahlt einen erheblichen Teil davon an Beratungshäuser. Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen hat seine Marktstudie zum Consultingmarkt 2026 am 27. März 2026 vorgelegt. Laut dieser Erhebung setzte die Branche im Jahr 2025 in Deutschland 49,0 Milliarden Euro um und wuchs damit um 0,5 Prozent. Für 2026 erwarten die befragten Häuser 51,1 Milliarden Euro und damit ein Plus von 4,5 Prozent. Wie sich einzelne Märkte über die Zeit verschieben, zeigt eine fortlaufende Auswertung von Marktdaten.
Was die Marktstudie für das laufende Jahr ausweist
Der erwartete Zuwachs von 4,5 Prozent wäre die erste spürbare Erholung nach drei schwachen Jahren. Die Studie erfasst den deutschen Markt für Unternehmensberatung ohne die Personalberatung. Nach Angaben des Bundesverbands sind in ihm rund 600 Unternehmen mit 19.000 Beraterinnen und Beratern organisiert.
Die Größenklassen laufen dabei auseinander. Laut der Marktstudie wuchsen mittelgroße Häuser mit einem Jahresumsatz zwischen einer und 50 Millionen Euro im Jahr 2025 um 0,5 bis 2,0 Prozent. Häuser ab 50 Millionen Euro Umsatz meldeten einen Stillstand, kleine Anbieter unter einer Million Euro einen Rückgang von bis zu 2,5 Prozent.
Wo das Wachstum herkommt und welche Kundenbranchen bremsen
Die Nachfrage nach Projekten rund um Künstliche Intelligenz wuchs 2025 deutlich schneller als der Gesamtmarkt. Laut der Marktstudie legte dieses Feld um 18,8 Prozent zu. Für 2026 sagt die Branche ihm ein Plus von 22 Prozent voraus und damit den höchsten Wert aller ausgewiesenen Themen.
Die Kundenbranchen ziehen ungleich mit. Nach Angaben des Bundesverbands wuchs die Nachfrage aus der Energie- und Versorgungswirtschaft 2025 um 5,4 Prozent, jene aus dem öffentlichen und gemeinnützigen Sektor um 2,9 Prozent. Bauindustrie und Immobilien gaben um 6,7 Prozent nach, der Fahrzeugbau um 5,6 Prozent.
„Der Aufschlag für Künstliche Intelligenz landet nicht beim Werkzeug, sondern bei der Einführung. Genau deshalb ist die Beratung derzeit der teuerste Posten in einem Projekt, das nach Software aussieht“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Wie sich die einzelnen Beratungsfelder 2026 entwickeln sollen
Die Erholung fällt je nach Beratungsfeld sehr unterschiedlich aus. Nach Angaben des Bundesverbands wuchs 2025 allein die Beratung rund um Informationstechnik mit 2,8 Prozent spürbar, die Strategieberatung kam auf 1,1 Prozent. Welche Bausteine Unternehmen für solche Vorhaben einkaufen, zeigt eine Sammlung einsatzfertiger KI-Bausteine.
Vier Beratungsfelder erwarten für 2026 wieder Zuwächse. Die Werte stammen aus der Marktstudie zum Consultingmarkt 2026 und beziehen sich auf den Umsatz in Deutschland:
Die Strategieberatung rechnet mit einem Plus von 5,2 Prozent.
Die Beratung rund um Informationstechnik erwartet 4,7 Prozent mehr Umsatz.
Die Beratung zu Personalthemen kommt auf 4,2 Prozent.
Die Organisations- und Prozessberatung erwartet 3,5 Prozent.
Die Stimmung in der Branche folgt diesen Erwartungen bisher nicht. Laut der Mitteilung des Bundesverbands vom 13. Juli 2026 fiel der quartalsweise erhobene Geschäftsklimaindex um 1,3 Punkte auf 87,9, nach 89,2 im ersten Quartal 2026. An dieser Befragung beteiligten sich 212 Beraterinnen und Berater.
Warum die Robotik denselben Kostenblock beschreibt wie die Beratung
Die Robotik zeigt eine ähnliche Verschiebung von der Maschine hin zur Einführung. Laut der Studie zu humanoiden Robotern, die das Beratungshaus Roland Berger im April 2026 veröffentlicht hat, flossen weltweit rund zehn Milliarden US-Dollar an Wagniskapital und strategischen Investitionen in dieses Feld.
Die laufenden Betriebskosten humanoider Systeme beziffert dieselbe Studie auf rund zwei US-Dollar je Stunde. Dieser Wert ist eine Modellrechnung für einen künftigen Serienbetrieb. Er deckt Energie, Software, Netzanbindung, geplante Wartung und Abschreibung ab, nicht aber Kauf oder Leasing der Maschine. Ein heute belegter Marktpreis lässt sich daraus nicht ableiten.
Im September 2026 liegt für den deutschen Beratungsmarkt damit nur eine Prognose vor. Die tatsächlichen Umsätze des laufenden Jahres weist der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen erst im Frühjahr 2027 aus, der nächste Geschäftsklimaindex erscheint im Quartalsrhythmus.
Ansprechpartner
Alexander Weipprecht
+49 (7142) 3442727
Zuständigkeitsbereich: CEO
Über Provimedia GmbH:
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Auf einem hellen Besprechungstisch liegen ausgedruckte Diagramme mit Umsatzkurven und Balken, daneben ein aufgeklappter Laptop mit neutraler Oberfläche, ein Notizblock mit Stift und eine Kaffeetasse. Symbolbild zum Beratungsmarkt und zur Auswertung von Marktzahlen.
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