Mittelstandspresse
03.11.2026
Elektroofen oder Gasofen? Was beim Emaillieren wirklich den Ausschlag gibt
Warum Emaillierbetriebe vor der nächsten Ofeninvestition zuerst Netzanschluss und Produktion prüfen sollten
Alheim-Heinebach, 03.11.2026 (PresseBox) - Wer in einem Emaillierwerk über einen neuen Ofen nachdenkt, landet heute fast zwangsläufig bei einer Frage, die vor zehn Jahren kaum jemand gestellt hat: Gas oder Strom? Lange war die Antwort klar. Denn Gas war günstig und die Technik bewährt. Inzwischen ist die Situation offener. Der CO₂-Preis auf Erdgas wird ab 2028 am europäischen Markt gebildet, und der Elektroofen hat technisch einiges zu bieten. Strom ist allerdings nach wie vor deutlich teurer. Welche Lösung passt, hängt deshalb weniger von der Technik ab als von Ihrer Produktion.
Was eine Kilowattstunde wirklich leistet
Wer nur die Preise auf den Energierechnungen nebeneinanderlegt, kommt schnell zum Schluss, dass Strom zu teuer ist. Denn eine Kilowattstunde Strom kostet ein Vielfaches einer Kilowattstunde Gas. Der Vergleich hat allerdings einen Haken. Er unterstellt, dass beide Öfen aus einer Kilowattstunde gleich viel Wärme erzeugen. Dem ist aber nicht so.
Beim Gasofen verlässt auch mit Wärmerückgewinnung ein spürbarer Teil der Energie als heißes Abgas den Kamin. Bezahlt haben Sie diese Energie trotzdem. Im Elektroofen kommt dagegen fast alles als Wärme im Brennraum an. Und auch die Preisentwicklung spricht eher für den Strom. Seit 2026 zahlen Betriebe des produzierenden Gewerbes auf Antrag nur noch den EU-Mindestsatz der oberen Stromsteuer. Gas wird mit dem CO₂-Preis teurer, ab 2028 ohne feste Obergrenze. Bei einem Ofen, der 20 Jahre oder länger in Betrieb ist, verschiebt das die Rechnung erheblich. Dazu sparen Sie beim Elektroofen einen großen Teil der Wartung, weil Brenner und Abgasanlage wegfallen.
Warum die Beheizung die Emailqualität beeinflusst
Beide Ofentypen erreichen die nötigen Brenntemperaturen zuverlässig. Beim Ergebnis gibt es trotzdem Unterschiede, vor allem wegen der Atmosphäre im Ofen. Das betrifft vor allem den Gasofen. Gelangt Feuchtigkeit in den Brennraum, nimmt der Stahl Wasserstoff auf. Später zeigen sich Fischschuppen, manchmal erst Tage nach dem Brand. Damit der Wasserdampf aus der Verbrennung draußen bleibt, brennt die Flamme im Gasofen in geschlossenen Strahlrohren. Mit zunehmendem Alter werden diese Rohre allerdings spröde und lassen Verbrennungsgase durch. Im Elektroofen kann das nicht passieren, weil es keine Verbrennung gibt.
Der zweite Unterschied liegt in der Regelung. Elektrische Heizzonen reagieren fast ohne Verzögerung. Das merken vor allem Betriebe mit Taktöfen und kleinen Losgrößen, die zwischen Warmwasserspeichern und Sonderteilen mit anderer Wandstärke wechseln. In einem Durchlaufofen, der rund um die Uhr dieselben Backofenmuffeln brennt, fällt dieser Vorteil weniger ins Gewicht.
Der Netzanschluss gehört an den Anfang
Ein Elektroofen für die Serienfertigung braucht schnell mehrere hundert Kilowatt Anschlussleistung, große Anlagen deutlich mehr. Viele Werke haben diese Reserve nicht und brauchen deshalb einen stärkeren Anschluss. Aber auf einen neuen Transformator oder einen Ausbau des Anschlusses warten Unternehmen bei vielen Netzbetreibern lange. Wer erst mit fertig geplantem Ofen nachfragt, verliert im schlimmsten Fall Jahre. Kleinere Taktöfen kommen mit deutlich weniger Leistung aus. Für viele Betriebe sind sie deshalb der naheliegende Einstieg in die Elektrifizierung.
Modernisieren statt sofort ersetzen
Ist Ihr Gasofen noch in gutem Zustand, können Sie ihn auch modernisieren, etwa mit effizienteren Brennern oder einer besseren Wärmerückgewinnung. Das senkt Verbrauch und CO₂-Kosten, solange der Netzanschluss noch nicht reicht. Bei manchen Strahlrohröfen ist später auch ein Umbau auf elektrische Heizeinsätze möglich. So kommen Sie schrittweise ans Ziel, ohne die gesamte Anlage auf einmal zu ersetzen.
Womit Sie anfangen sollten
Der erste Schritt ist ein Gespräch mit Ihrem Netzbetreiber. Fragen Sie, welche Leistung an Ihrem Standort verfügbar ist und wie lange ein Ausbau dauern würde. Danach rechnen Sie beide Varianten mit Ihren eigenen Verbrauchsdaten und mehreren CO₂-Preisen über die gesamte Laufzeit durch. Mit diesen Zahlen treffen Sie die Entscheidung auf einer soliden Grundlage statt aus dem Bauch heraus.
Sie benötigen Unterstützung? Die VET-GmbH kommt aus dem Ofenbau und begleitet Emaillierbetriebe heute als Full-Service-Anbieter bei ihren Ofenprojekten. Wenn Sie wissen möchten, welcher Weg für Ihren Betrieb der richtige ist, besuchen Sie www.vet gmbh.com für weitere Informationen.
Ansprechpartner
Johannes Ludwig
+49 (5664) 93872-23
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