Mittelstandspresse
05.11.2026
Lämmerzahl setzt bei KI auf eigene Infrastruktur und Datensouveränität
Datenschutz und digitale Innovation müssen kein Widerspruch sein. Die Lämmerzahl GmbH zeigt, wie beides gelingt.
Dortmund, 05.11.2026 (PresseBox) - Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt in einem Tempo, das Unternehmen jeder Größe vor eine grundlegende Entscheidung stellt: Wie kann die neue Technologie sinnvoll genutzt werden, ohne die Hoheit über sensible Daten und die eigene IT-Architektur abzugeben?
Datenschutz-Grundverordnung, Sozialgeheimnis und besondere Kategorien personenbezogener Daten – all das setzt dem Einsatz externer KI-Dienste enge Grenzen. Die Lämmerzahl GmbH aus Dortmund kennt diese Grenzen aus dem Alltag. Das Unternehmen entwickelt Software für das gesamte Spektrum der Sozialgesetzgebung und arbeitet täglich mit den gleichen regulatorischen Anforderungen, denen auch seine Kunden – Kommunen, Jugend- und Sozialämter sowie Jobcenter – unterliegen.
Um die Sicherheit sensibler interner Daten zu gewährleisten, setzt Lämmerzahl auf eine kontrollierte, interne KI-Umgebung. Die Modelle werden lokal betrieben und über offene Schnittstellen nahtlos in bestehende Anwendungen integriert. Der Zugriff für die Mitarbeitenden erfolgt über Open WebUI – eine intuitive Weboberfläche, die in der Bedienung gängigen kommerziellen Assistenten gleicht, jedoch zu keinem Zeitpunkt Daten nach außen überträgt.
DIE KI KOMMT DORTHIN, WO DIE DATEN UND PROZESSE BEREITS LIEGEN - NICHT UMGEKEHRT
Dieser Grundsatz ist für Lämmerzahl eine wesentliche Voraussetzung für den verantwortungsvollen Einsatz künstlicher Intelligenz: Die Technologie darf nicht als isoliertes Werkzeug stehen, sondern muss sich nahtlos in die vorhandene Umgebung einfügen – dort, wo Wissen gepflegt wird und operative Abläufe etabliert sind.
Um dies zu gewährleisten, sammelt das Unternehmen zunächst eigene Erfahrungen im internen Einsatz. Dabei steht nicht nur die funktionale Frage im Vordergrund, welche Aufgaben KI unterstützen kann, sondern vor allem die praktische Erprobung der technischen, organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen.
Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für den Einsatz von KI im Umfeld der Sozialverwaltung. Auch dort müssen Anwendungen an bestehende Fachverfahren und Verwaltungsprozesse orientiert sein. Ein souveräner Betrieb setzt voraus, dass Datenverarbeitung, Zugriffsrechte und Zuständigkeiten präzise geregelt sind und die eingesetzten Systeme unter der eigenen Kontrolle bleiben. Für Unternehmen und Verwaltungen, die täglich mit personenbezogenen Sozialdaten und schutzbedürftigen Informationen arbeiten, ist genau diese Autonomie der entscheidende Unterschied zu Standardkonfigurationen von Diensten wie ChatGPT oder Microsoft Copilot.
PRAXISBEISPIEL: KI-GESTÜTZTE WISSENSDOKUMENTATION
Besonders anschaulich zeigt sich dieser Ansatz im internen Wissensmanagement. Durch die Integration lokal betriebener KI-Modelle direkt in das Open-Source-CMS Typemill wurde eine geschlossene KI-Arbeitsumgebung geschaffen.
Das Ergebnis: Mitarbeitende können Inhalte wie beispielsweise Texte direkt in ihrer gewohnten Arbeitsumgebung erstellen, überarbeiten und strukturieren. Die KI-Unterstützung erfolgt vollständig innerhalb der eigenen IT-Infrastruktur – ohne Medienbrüche und ohne externe Dienste.
„Für viele Aufgaben benötigen wir nicht das leistungsfähigste Modell am Markt. Entscheidend ist, ob ein Modell für den konkreten Anwendungsfall ausreichend gute Ergebnisse liefert und unter den gewünschten Bedingungen betrieben werden kann. Wir wollten KI nicht als zusätzliches, isoliertes Werkzeug einführen, sondern dort verfügbar machen, wo die Informationen und Arbeitsprozesse bereits vorhanden sind“, betont Manfred Lämmerzahl, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter bei der Lämmerzahl GmbH.
STRATEGISCHE UNABHÄNGIGKEIT UND DATAENSOUVERÄNITÄT
Lämmerzahl setzt konsequent auf offene Standards, um langfristige Anbieterunabhängigkeit und die Freiheit bei der Wahl neuer Technologien zu sichern. Während Datensouveränität in der öffentlichen Debatte oft auf den Serverstandort reduziert wird, bedeutet sie für das Unternehmen weit mehr: die lückenlose Kontrolle über die Datenverarbeitung und den Systemzugriff. Das Ergebnis ist eine strategische Lösung, die durch klare Zuständigkeiten und volle Rechtskonformität überzeugt.
PILOTBETRIEB BESTÄTIGT DEN KURS
Der bisherige Einsatz hat die gewählte Strategie bestätigt. Der Pilotbetrieb zeigt, dass sich KI auf diese Weise sinnvoll und kontrolliert in bestehende Arbeitsprozesse integrieren lässt. Nun wird die KI schrittweise an weitere interne Dienste angebunden, wie etwa an die Entwicklungsumgebung der Mitarbeitenden, um die Softwareentwicklung gezielt zu unterstützen.
Für andere Organisationen mit vergleichbaren Rahmenbedingungen lassen sich folgende Erkenntnisse ableiten:
Datensouveränität: Keine Datenübertragung an externe Dienste – die Verarbeitung findet ausschließlich in der eigenen Infrastruktur statt.
Anbieterunabhängigkeit: Durch offene Schnittstellen und offene Formate bleibt die Wahlfreiheit bei Modellen und Werkzeugen dauerhaft erhalten.
Integration statt Insellösung: KI wird nicht als separates Tool eingeführt, sondern dort angebunden, wo Daten und Prozesse bereits liegen.
Verhältnismäßigkeit: Für viele Aufgaben sind mittelgroße, lokal betreibbare Modelle ausreichend – teure Hochleistungsmodelle externer Anbieter sind nicht zwingend erforderlich.
Schrittweise Einführung: Der modulare Aufbau erlaubt es, neue Anwendungsfälle schrittweise zu erschließen. Die Einführung bei Lämmerzahl nahm rund ein Jahr in Anspruch, da besonderer Wert auf eine hochverfügbare Architektur auf Kubernetes-Basis gelegt wurde, um einen stabilen und skalierbaren Betrieb zu garantieren.
LÄMMERZAHL GmbH
Die Lämmerzahl GmbH ist einer der führenden Entwickler und Betreiber von Software für das gesamte Spektrum der Sozialgesetzgebung. Das Unternehmen mit Sitz in Dortmund hat sich auf Softwarelösungen für die öffentliche Verwaltung spezialisiert und ist insbesondere für sein Fachverfahren LÄMMkom LISSA im Bereich der Sozialverwaltung bekannt.
LÄMMkom LISSA kommt in zahlreichen Behörden und Ämtern verschiedener Landkreise im gesamten Bundesgebiet zum Einsatz – unter anderem in den Landeshauptstädten München, Stuttgart und Schwerin sowie im Landesamt für Soziales, Jugend und Gesundheit Sachsen-Anhalt für deren Landeslösung. Darüber hinaus wird die Software in Städten und Regionen wie Essen, Wolfsburg, der Städteregion Aachen, Freiburg oder Karlsruhe genutzt.
Das Fachverfahren vereint die Bereiche SGB II (Grundsicherunggeld), SGB IX (Rehabilitation und Teilhabe), SGB XII (Sozialhilfe), SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe), AsylbLG (Asylbewerberleistungen), WoGG (Wohngeld) sowie angrenzende Rechtsbereiche in einer kompakten Lösung. Es verfügt zudem über wesentliche Schnittstellen zum Einwohnermeldewesen, Finanzwesen, Rentenauskunftsverfahren, zu Dokumentenmanagementsystemen und vielen weiteren Systemen. Konkret unterstützt LÄMMkom LISSA die Mitarbeitenden in Behörden und Ämtern bei der individuellen Fallbearbeitung und Leistungsabrechnung.
Im Team der LÄMMERZAHL GmbH besteht durch die mehr als 35-jährige aktive Entwicklungsarbeit ein hohes fachliches und technisches Know-how. Der Fokus liegt auf der Erstellung verlässlicher, stabiler, leistungsstarker und zukunftssicherer Produkte ohne Schnittstellenverluste.
Ansprechpartner
Stephanie van de Straat
+49 231 17794-0
Datei-Anlagen:
(3 MB)
1637603.attachment
Mitarbeitende können Inhalte wie beispielsweise Texte direkt in ihrer gewohnten Arbeitsumgebung erstellen, überarbeiten und strukturieren.
- Mehr Infos zu dieser Meldung unter www.pressebox.de
- zurück zur Übersicht















