Mittelstandspresse
30.10.2026
KI in der Immobilienbewirtschaftung
Die Mitarbeitenden sind weiter als die Organisation
Zürich, 30.10.2026 (PresseBox) - Ein Drittel der Befragten nutzt künstliche Intelligenz im Berufsalltag, obwohl das eigene Unternehmen offiziell keine KI einsetzt. Zu diesem Ergebnis kommt Linda Ruf, Senior Consultant Real Estate bei Kohlberg & Partner, in ihrer Bachelorarbeit an der ZHAW. Befragt hat sie kleine Unternehmen im Kanton Zürich, die Immobilien bewirtschaften.
Die Immobilienbranche gilt als eher zurückhaltend, wenn es um neue Technologien geht. Laut dem Digital Real Estate Index von pom+ stagniert ihr digitaler Reifegrad, in der Bewirtschaftung ist er teilweise sogar rückläufig. Wie gehen kleinere Unternehmen mit künstlicher Intelligenz um? Um das herauszufinden, hat Linda Ruf mit zwei Branchenexperten gesprochen und 72 Führungskräfte und Mitarbeitende befragt. Sie arbeiten in kleinen Unternehmen mit 10 bis 49 Mitarbeitenden, die ausschliesslich oder unter anderem Immobilien bewirtschaften.
KI ist im Alltag angekommen
Die Mehrheit der Befragten arbeitet bereits mit allgemeinen Tools wie ChatGPT oder Microsoft Copilot. Spezialisierte Branchenlösungen sind dagegen noch selten, und rund ein Viertel nutzt bisher gar keine KI-Tools. Eingesetzt wird KI vor allem bei der schriftlichen Kommunikation und bei Inseraten. Mit deutlichem Abstand folgen Routineaufgaben, Dokumente und die Buchhaltung.
Genutzt, aber nicht geregelt
Besonders aufschlussreich: Ein Drittel der Befragten nutzt KI selbst, obwohl ihr Unternehmen offiziell keine KI einsetzt. Die Vorgesetzten machen sich darüber kaum Sorgen. Ob sie die Nutzung unterschätzen oder sie stillschweigend tolerieren, bleibt offen. Verbindliche Regeln zum Umgang mit KI gibt es jedenfalls in den wenigsten Unternehmen. Die Technologie ist im Alltag also schneller angekommen als in der Organisation.
Es fehlt nicht am Willen, sondern am Rahmen
Was bremst? Die Führungskräfte nennen vor allem den Datenschutz, eine fehlende Strategie und zu wenig Know-how. Zeitmangel spielt dagegen eine kleinere Rolle als oft angenommen. Die Offenheit ist da: Viele Unternehmen würden neue Tools gerne kostenlos testen, auch solche, die heute noch gar keine KI nutzen. Es gibt aber auch kritische Stimmen:
«Am Ende doch schneller, selbst zu arbeiten.»
Mehr Zeit für das Persönliche
Das grösste Potenzial sehen die Befragten nicht im vollständigen Ersatz des Menschen, sondern in seiner Entlastung: bei der Korrespondenz, bei Inseraten und bei wiederkehrenden administrativen Aufgaben. Eine Stimme aus der Befragung bringt es auf den Punkt:
«Alle Routineaufgaben [sollten übernommen werden], so bleibt mehr Zeit für die persönliche Interaktion.»
Was das für Führungskräfte bedeutet
Ob KI im Alltag einen Nutzen bringt, hängt weniger von der Technik ab als von der Führung. Drei Schritte helfen:
Klein anfangen. Mit überschaubaren Pilotprojekten dort starten, wo der Nutzen schnell sichtbar wird, etwa bei der Korrespondenz oder bei Inseraten.
Kompetenzen aufbauen. Zurückhaltung entsteht weniger aus Ablehnung als aus fehlendem Know-how. Einfache Schulungen und Raum zum Ausprobieren helfen.
Leitplanken setzen. Einfache interne Richtlinien klären den Datenschutz und holen die inoffizielle Nutzung aus dem Schatten.
Wo ein Unternehmen steht und welcher Schritt als Nächstes sinnvoll ist, zeigt ein einfaches Stufenmodell:
Bei der Besetzung von Führungspositionen gewinnt damit eine Frage an Bedeutung: Wie gehen Kandidatinnen und Kandidaten mit neuen Technologien um, und schaffen sie für ihr Team Orientierung?
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Die wichtigsten Ergebnisse sind in einem kompakten Kurzbericht zusammengefasst. Gerne senden wir ihn Ihnen zu. Melden Sie sich bei Linda Ruf.
Über die Autorin
Linda Ruf ist Senior Consultant Real Estate bei Kohlberg & Partner human resource services und besetzt Fach- und Führungspositionen in der Immobilien- und Baubranche. Ihre Bachelorarbeit an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) widmete sie dem Thema «Künstliche Intelligenz in der Immobilienbewirtschaftung: Nutzung, Herausforderungen und Potenziale».
Ansprechpartner
Martin Schneider
Zuständigkeitsbereich: Chief Executive Officer
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