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Mittelstandspresse

31.10.2026

Phishing-Volumen steigt im zweiten Quartal 2026 um 10,1 Prozent auf 1.069.681 gemeldete Angriffe — allein im Juni waren es 425.808 Fälle

Der Quartalsbericht der Anti-Phishing Working Group zählt 1.069.681 Angriffe zwischen April und Juni 2026. Am stärksten betroffen war die Gruppe aus Webmail und Software als Dienst mit 29,1 Prozent aller Fälle.

Mehrere übereinander gestellte graue Ablagekörbe in einer Poststelle, gefüllt mit sortierten Briefstapeln unterschiedlicher Höhe, daneben ein leerer Rollwagen im Morgenlicht eines Oberlichts. Symbolbild zur Sortierung eingehender Nachrichten und zum Phishing-Volumen im E-Mail-Verkehr.
Mehrere übereinander gestellte graue Ablagekörbe in einer Poststelle, gefüllt mit sortierten Briefstapeln unterschiedlicher Höhe, daneben ein leerer Rollwagen im Morgenlicht eines Oberlichts. Symbolbild zur Sortierung eingehender Nachrichten und zum Phishing-Volumen im E-Mail-Verkehr.

Bietigheim-Bissingen, 31.10.2026 (PresseBox) - Die Zahl der gemeldeten Phishing-Angriffe hat im zweiten Quartal 2026 den höchsten Stand seit dem dritten Quartal 2025 erreicht. Laut dem im August 2026 veröffentlichten Quartalsbericht der Anti-Phishing Working Group (APWG) stieg sie von 971.181 Fällen im ersten auf 1.069.681 Fälle im zweiten Quartal, ein Zuwachs von 10,1 Prozent. Im Juni 2026 allein zählte die Organisation 425.808 Angriffe — der höchste Monatswert seit April 2023. Wie sich ein neues Versandkonto vor dem ersten Massenversand schrittweise an Empfängeranbieter gewöhnen lässt, beschreibt die Anleitung zum manuellen Aufwärmen von Absenderadressen des Fachportals der Provimedia GmbH aus Bietigheim-Bissingen.

Für Unternehmen, die Rechnungen, Bestellbestätigungen oder Newsletter verschicken, ist dieses Phishing-Volumen keine reine Sicherheitsmeldung. Steigt die Last, verschärfen die Betreiber der großen Postfachdienste ihre Eingangsprüfung — und das trifft zuerst Absenderadressen, zu denen noch keine Versandhistorie vorliegt.

Weshalb Postfachanbieter unbekannte Absender strenger einstufen

Ein Postfachanbieter entscheidet über die Zustellung, bevor der Inhalt gelesen wird. Bewertet werden dabei Merkmale der Herkunft: Alter der Domain, Ruf der versendenden Adressbereiche, Regelmäßigkeit des Versands und das Verhalten der Empfänger. Zu einer frisch eingerichteten Domain existiert keiner dieser Werte. Sie steht damit in derselben Gruppe wie die Wegwerfdomains, die für einen einzelnen Angriffszug registriert und danach fallen gelassen werden.

Der APWG-Bericht zeigt, wie groß diese Gruppe ist: 941 verschiedene Marken wurden im Quartal imitiert, die Hälfte davon fünfmal oder seltener. Genau diese Streuung zwingt die Anbieter zu pauschalen Vorsichtsregeln statt zu Einzelfallprüfungen. Welche Werte ein Versender an seiner eigenen Adresse ablesen kann, ordnet der Leitfaden zur Prüfung der Absenderreputation ein.

Wie sich die Angriffe im zweiten Quartal auf die Branchen verteilten

Die Verschiebung zwischen den Zielbranchen fiel im Berichtszeitraum ungewöhnlich stark aus. Gemäß der Auswertung des Gründungsmitglieds Crane Authentication im selben Bericht verteilte sie sich so: Webmail- und Softwaredienste kamen auf 29,1 Prozent aller Angriffe nach 20 Prozent im Vorquartal. Der Telekommunikationssektor, im ersten Quartal mit 33 Prozent noch an der Spitze, fiel auf 4,2 Prozent zurück. Zahlungsdienste folgten mit 13,2 Prozent, Finanzinstitute mit 11,4 Prozent.

Parallel dazu verschob sich das Betrugsmuster im geschäftlichen Schriftverkehr. Laut dem APWG-Mitglied Fortra lag die durchschnittlich geforderte Summe bei Angriffen auf Überweisungen im zweiten Quartal 2026 bei 61.732 US-Dollar nach 42.663 US-Dollar im Vorquartal, ein Anstieg um 45 Prozent. Die Zahl dieser Angriffe nahm um 88 Prozent zu.

Woran sich die Belastung der Postfächer ablesen lässt

Gemessen wurden im Quartalsbericht vier Größen, die den Zustand des Posteingangs beschreiben und erklären, warum die Eingangsprüfung enger wird:

069.681 gemeldete Angriffe im Quartal, nach 971.181 im Vorquartal

808 Angriffe im Juni 2026, der höchste Monatswert seit April 2023

951 gemeldete Kampagnen mit eigener Betreffzeile, nach 35.583 im Vorquartal

552 im Juni angegriffene Marken, nach 467 im April

Die Zahl der Kampagnen mit eigener Betreffzeile ist dabei die unruhigste Größe. Sie war von 81.710 im dritten Quartal 2025 auf 35.583 gefallen und liegt nun wieder über dem Ausgangswert.

Technische Prüfungen, an denen ein großer Teil des Verkehrs scheitert

Auf der Empfängerseite entscheidet zuerst die Herkunftsprüfung. Der Netzwerkbetreiber Cloudflare hat für seinen im März 2026 veröffentlichten Lagebericht 450 Millionen Nachrichten ausgewertet. Nach Angaben des Unternehmens scheiterten dabei knapp 43 Prozent an der Prüfung des sendenden Adressbereichs. Mehr als 44 Prozent trugen keine gültige kryptografische Signatur, und 46 Prozent fielen durch die Abgleichprüfung, die beide Verfahren zusammenführt.

Bei den Auffälligkeiten selbst führen dem Lagebericht zufolge Verweise auf fremde Adressen mit 25 Prozent, gefolgt von vorgetäuschter Identität mit 19 Prozent und Markenimitation mit 16 Prozent. Für einen neuen Absender heißt das: Die Herkunftsprüfung ist die Eintrittskarte, nicht das Gütesiegel. Bestanden wird sie von der Mehrheit der Angreifer ebenso wie von seriösen Versendern.

Was Versender bis zum Jahreswechsel einplanen sollten

Die APWG legt ihre Berichte quartalsweise vor; die Zahlen für das dritte Quartal 2026 werden im Winter erwartet und zeigen, ob der Juni ein Ausreißer war. Bis dahin bleibt der Vorlauf das einzige Mittel, das ein Versender selbst in der Hand hat. Wer im Weihnachtsgeschäft mit einer neuen Domain starten will, braucht mehrere Wochen gleichmäßigen Versand an tatsächlich aktive Empfänger, bevor die erste große Aussendung läuft.

„Eine neue Absenderadresse ist für den Empfängeranbieter zunächst ein unbeschriebenes Blatt, und unbeschriebene Blätter werden in einem Quartal mit über einer Million gemeldeter Angriffe vorsichtig behandelt. Wer erst am Tag der Kampagne anfängt, verschickt seine wichtigste Aussendung mit dem schlechtesten Ruf, den er je hatte“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Ansprechpartner

Alexander Weipprecht
+49 (7142) 3442727
Zuständigkeitsbereich: CEO

Über Provimedia GmbH:

Die Provimedia GmbH ist ein Online-Verlag mit Sitz in der Region Stuttgart. Wir schaffen wertvolle Informationen in unterschiedlichen Branchen um Wissen schnell und einfach zugänglich zu machen. Wir haben uns auf übersichtliche Webseiten und Auffindbarkeit von Informationen spezialisiert.

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Mehrere übereinander gestellte graue Ablagekörbe in einer Poststelle, gefüllt mit sortierten Briefstapeln unterschiedlicher Höhe, daneben ein leerer Rollwagen im Morgenlicht eines Oberlichts. Symbolbild zur Sortierung eingehender Nachrichten und zum Phishing-Volumen im E-Mail-Verkehr.