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Mittelstandspresse

28.10.2026

Gasspeicher vor der Heizsaison 2026/2027: Anfang September 53 Prozent gefüllt, die Verordnung verlangt zum 1. November je Anlage 80 oder 45 Prozent

Einen so niedrigen Füllstand Anfang September gab es laut INES seit Beginn der Aufzeichnungen vor 15 Jahren nicht; bis zum 1. November hielt INES im September noch 77 Prozent für technisch erreichbar. Was Haushalte mit Gasheizung daraus ablesen

Gaszähler und Heizungsthermostat im Keller eines Wohnhauses neben einem gelben Gasrohr mit Absperrhahn - Ein Kellerraum in einem Wohnhaus mit einem Gaszähler an der Wand, daneben ein gelb gestrichenes Gasrohr mit Absperrhahn und ein Heizungsthermostat, unscharf im Hintergrund die Gastherme. Symbolbild zu den Gasspeicherfüllständen vor der Heizsaison 2026/2027. Bild KI-generiert
Gaszähler und Heizungsthermostat im Keller eines Wohnhauses neben einem gelben Gasrohr mit Absperrhahn - Ein Kellerraum in einem Wohnhaus mit einem Gaszähler an der Wand, daneben ein gelb gestrichenes Gasrohr mit Absperrhahn und ein Heizungsthermostat, unscharf im Hintergrund die Gastherme. Symbolbild zu den Gasspeicherfüllständen vor der Heizsaison 2026/2027. Bild KI-generiert

Bietigheim-Bissingen, 28.10.2026 (PresseBox) - Nach dem September-Update der Gas-Szenarien der Initiative Energien Speichern e. V. (INES) vom 8. September 2026 waren die Speicher Anfang September zu rund 53 Prozent gefüllt, Anfang September 2025 lag der Stand bei rund 71 Prozent. Laut INES wurde seit Beginn der Aufzeichnungen vor 15 Jahren zu dieser Jahreszeit kein vergleichbar niedriger Füllstand verzeichnet, technisch seien bis zum 1. November 2026 noch rund 77 Prozent erreichbar. Die Gasspeicherfüllstandsverordnung vom 5. Mai 2025 verlangt zum 1. November 2026 in sechs benannten Anlagen 45 Prozent des Arbeitsgasvolumens, in jeder übrigen Speicheranlage 80 Prozent. Wie die Sperrung der Straße von Hormus die Energiemärkte seit dem Frühjahr 2026 verschoben hat, ordnet das Fachportal der Provimedia GmbH aus Bietigheim-Bissingen in seinem Beitrag über Energieschock, KI-Boom und Infrastruktur in der Energiebranche ein.

Im Oktober 2026 läuft die Befüllungsphase aus. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) beziffert in seiner Gaspreisanalyse vom 24. August 2026 den durchschnittlichen Gaspreis für Haushalte in Einfamilienhäusern 2026 bislang auf 11,93 Cent je Kilowattstunde. In Mehrfamilienhäusern sind es 11,17 Cent; seit Januar 2026 sind die Kosten für Beschaffung und Vertrieb laut BDEW wegen des Iran-Kriegs gestiegen.

Seit dem 6. Mai 2025 weichen die Füllstandsvorgaben vom Gesetz ab: zum 1. November niedriger, zum 1. Februar in vier Anlagen höher

Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) nennt in § 35b Absatz 1 EnWG drei Stichtage mit Füllstandsvorgaben: 80 Prozent am 1. Oktober, 90 Prozent am 1. November und 30 Prozent am 1. Februar. Die Vorgaben richten sich an den Betreiber einer Gasspeicheranlage, der nach § 35b Absatz 1 Satz 1 EnWG vertragliche Regelungen aufzunehmen hat, mit denen die Füllstände erreicht werden sollen. Von diesen Werten weicht die Gasspeicherfüllstandsverordnung (GasSpFüllstV) ab, die das Bundeswirtschaftsministerium auf Grundlage von § 35b Absatz 3 EnWG erlassen hat und die seit dem 6. Mai 2025 gilt. Nach § 1 GasSpFüllstV sind am 1. November 80 Prozent vorzuhalten, in sechs namentlich genannten Anlagen mit geringerer Ein- und Ausspeicherleistung, darunter Rehden und Bad Lauchstädt, 45 Prozent. Am 1. Februar gelten 30 Prozent, in vier bayerischen Anlagen 40 Prozent. Einen Stichtag 1. Oktober kennt die Verordnung nicht mehr. Nach § 2 GasSpFüllstV tritt sie mit Ablauf des 31. März 2027 außer Kraft, und nach § 35i EnWG sind die §§ 35a bis 35e EnWG bis zum selben Tag anzuwenden.

„Die 53 Prozent vom September sind keine Panikzahl, aber sie machen aus der Verordnung eine Rechenaufgabe mit Fristende. Wer mit Gas heizt, sollte nicht auf den Füllstand starren, sondern auf den eigenen Verbrauch. Ein Grad weniger Raumtemperatur ist der einzige Speicher, den ein Haushalt selbst befüllen kann“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Warum die gebuchten Kapazitäten in diesem Jahr nicht befüllt werden

INES nennt als Grund für den Rückstand die Marktbedingungen. Der Buchungsstand der Speicher lag laut dem September-Update bei rund 83 Prozent, doch die infolge der Sperrung der Straße von Hormus gestiegenen Gaspreise und ein teilweise negativer Abstand zwischen Sommer- und Winterpreis erschwerten die Einspeicherung. Für die technisch möglichen 77 Prozent zum 1. November 2026 hätten nach der INES-Rechnung vom September in den zwei Monaten bis zum Stichtag mehr Gasmengen eingespeichert werden müssen als in den drei Monaten davor zusammen. Ist erkennbar, dass die Vorgaben technisch nicht erreicht werden können, weil Nutzer fest gebuchte Kapazitäten nicht nutzen, muss der Betreiber diese nach § 35b Absatz 5 EnWG anteilig und im erforderlichen Umfang dem Marktgebietsverantwortlichen bereitstellen. Ein Teil des Erdgases erreicht Deutschland inzwischen als Flüssigerdgas (LNG) über die Küste. Welche Rolle der Standort an der Elbe dabei spielen soll, beschreibt das Fachportal in seinem Beitrag zum LNG-Terminal in Stade als Energiestandort der Region.

Die Sensitivitätsanalyse von INES trennt zwei Winter. Bei normalen Temperaturen reichten 77 Prozent zum 1. November nach den Modellrechnungen aus, um die Versorgung im Winter 2026/2027 vollständig zu gewährleisten. Die Füllstände sänken dann bis zum 1. April 2027 auf rund 38 Prozent. Bei extrem kalten Temperaturen reichten 77 Prozent nicht, an einzelnen Tagen im Januar könne es laut INES zu Unterdeckungen von über 25 Prozent kommen.

Welche Kosten ein Haushalt mit Gasheizung 2026 trägt

Die Gaspreisanalyse des BDEW vom 24. August 2026 zerlegt den Haushaltspreis in drei Teile. Beschaffung und Vertrieb machen laut BDEW 48,1 Prozent des Preises im Einfamilienhaus aus, die regulierten Netzentgelte 21,5 Prozent und Steuern, Abgaben und Umlagen zusammen 30,4 Prozent. Der Jahresdurchschnitt 2026 liegt nach BDEW trotz des Aufwärtstrends bislang nicht über dem Vorjahr. Für ein Einfamilienhaus mit dem in der Analyse unterstellten Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden entsprechen 11,93 Cent je Kilowattstunde rechnerisch 2.386 Euro im Jahr.

Der Speicherfüllstand wirkt auf diese Rechnung über den Beschaffungsanteil. Je weniger Gas im Herbst eingelagert ist, desto stärker hängt der Winterpreis von den laufenden Importen ab, und desto größer ist der Preisausschlag an kalten Tagen. Ein Haushalt sieht das nicht sofort auf der Abschlagsrechnung, sondern bei der nächsten Preisanpassung seines Versorgers.

Wofür die Füllstandsvorgaben und die Speicherstände im Winter stehen

Vier Zahlen bestimmen den Winter 2026/2027 aus Sicht der Verordnung und der Modellrechnung:

80 Prozent: Füllstandsvorgabe zum 1. November 2026 nach § 1 GasSpFüllstV für die meisten Speicheranlagen, 45 Prozent für sechs benannte Anlagen

77 Prozent: laut INES technisch noch erreichbarer Füllstand zum 1. November 2026, wenn die Einspeicherung deutlich beschleunigt wird

30 Prozent: Füllstandsvorgabe zum 1. Februar 2027 nach § 1 GasSpFüllstV, 40 Prozent für vier bayerische Anlagen

38 Prozent: von INES für den 1. April 2027 modellierter Füllstand bei normalen Temperaturen und einem Start mit 77 Prozent

Die Vorgaben richten sich nicht an Haushalte, sondern an die Betreiber der Speicheranlagen; ungenutzte Kapazitäten müssen sie unter den Voraussetzungen des § 35b Absatz 5 EnWG dem Marktgebietsverantwortlichen bereitstellen. Die Vorgaben gelten je Speicheranlage; einen bundesweiten Durchschnittswert legt die Verordnung nicht fest. Der meist gemeldete Füllstand ist dagegen ein Durchschnitt über alle Anlagen und lässt sich mit den Vorgaben nur näherungsweise vergleichen.

Worauf Haushalte bis zum Stichtag 1. November 2026 achten können

Bis zum November-Stichtag der Verordnung bleiben ab dem 28. Oktober 2026 noch vier Tage. Das nächste INES-Update ist für den 10. November 2026 geplant; dann lässt sich der tatsächliche Füllstand zum 1. November mit den 77 Prozent aus dem September vergleichen. Der BDEW führt seine Gaspreisanalyse mit neuem Datenstand fort; ob der Jahresdurchschnitt 2026 über dem Vorjahr schließt, entscheidet sich mit den Preisanpassungen zum Jahreswechsel. Haushalte mit Gasheizung können bis dahin zwei Dinge tun. Sie notieren jetzt den Zählerstand, um den Verbrauch im Winter mit dem Vorjahr zu vergleichen, und prüfen die Preisanpassung des Versorgers auf den Beschaffungsanteil, der nach BDEW knapp die Hälfte des Preises ausmacht.

Die vorstehenden Angaben zu den Füllstandsvorgaben geben eine allgemeine Information nach dem am 23. September 2026 abgerufenen Normwortlaut wieder. Grundlage sind § 35b und § 35i EnWG sowie die Gasspeicherfüllstandsverordnung vom 5. Mai 2025 in der an diesem Tag auf gesetze-im-internet.de veröffentlichten Fassung. Die Angaben sind keine Rechtsberatung. Welche Pflichten einen Speicherbetreiber oder Speichernutzer im Einzelfall treffen, klärt sich in einer rechtlichen Beratung.

Ansprechpartner

Alexander Weipprecht
+49 (7142) 3442727
Zuständigkeitsbereich: CEO

Über Provimedia GmbH:

Die Provimedia GmbH ist ein Online-Verlag mit Sitz in der Region Stuttgart. Wir schaffen wertvolle Informationen in unterschiedlichen Branchen um Wissen schnell und einfach zugänglich zu machen. Wir haben uns auf übersichtliche Webseiten und Auffindbarkeit von Informationen spezialisiert.

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Gaszähler und Heizungsthermostat im Keller eines Wohnhauses neben einem gelben Gasrohr mit Absperrhahn - Ein Kellerraum in einem Wohnhaus mit einem Gaszähler an der Wand, daneben ein gelb gestrichenes Gasrohr mit Absperrhahn und ein Heizungsthermostat, unscharf im Hintergrund die Gastherme. Symbolbild zu den Gasspeicherfüllständen vor der Heizsaison 2026/2027. Bild KI-generiert