Mittelstandspresse
26.10.2026
Weinlese 2026 so früh wie nie: Destatis erwartet 8,0 Millionen Hektoliter Weinmost, fünf Prozent mehr als 2025 – der Absatz fiel um sieben Prozent
Das Deutsche Weininstitut meldet die früheste Hauptlese für die allermeisten Betriebe, kleinere Beeren und aromatische Weißweine. Zugleich kauften die Haushalte im Vorjahr weniger Wein, deutsche Erzeuger hielten ihren Marktanteil.
Bietigheim-Bissingen, 26.10.2026 (PresseBox) - Die Hauptweinlese 2026 hat in Deutschland früher begonnen als je zuvor. Laut dem Deutschen Weininstitut (DWI) vom 28. August 2026 startete sie für die allermeisten Betriebe so früh wie noch nie, weil der heiße Sommer die Trauben von Sachsen bis zum Bodensee schnell reifen ließ. Das Statistische Bundesamt erwartet nach seiner August-Schätzung, Stand 8. September 2026, eine Weinmosternte von 8,0 Millionen Hektolitern, 400.000 Hektoliter oder fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Im Oktober 2026 liegt der Jahrgang damit in den Kellern; wo er zu Hause gelagert wird, entscheidet über seine Haltbarkeit, wie das Fachportal der Provimedia GmbH in seinem Beitrag zur Luftfeuchtigkeit bei der Weinlagerung beschreibt.
Die Menge bleibt trotz des Zuwachses unter dem Durchschnitt. Gegenüber dem Sechsjahresmittel der Jahre 2020 bis 2025 von 8,4 Millionen Hektolitern fällt die Ernte laut Statistischem Bundesamt voraussichtlich um 400.000 Hektoliter oder vier Prozent geringer aus. Das DWI begründet die eher unterdurchschnittlichen Erträge damit, dass die Trauben wegen der Trockenheit kleiner geblieben sind als üblich; mit Gesundheitszustand und Qualität zeigen sich die Winzerinnen und Winzer nach Verbandsangaben sehr zufrieden.
Wie sich die Ernteschätzung auf Rebsorten und Anbaugebiete verteilt
Fünf Rebsorten tragen laut der August-Schätzung des Statistischen Bundesamts den größten Teil der erwarteten Menge:
Weißer Riesling mit 1,8 Millionen Hektolitern
Müller-Thurgau mit 900.000 Hektolitern
Blauer Spätburgunder mit 800.000 Hektolitern
Grauer Burgunder mit 600.000 Hektolitern
Dornfelder mit 600.000 Hektolitern
Von der gesamten Menge entfallen nach der Schätzung 5,5 Millionen Hektoliter oder 69 Prozent auf Weißmost und 2,5 Millionen Hektoliter oder 31 Prozent auf Rotmost. In über der Hälfte der Anbaugebiete steigen die Erntemengen gegenüber 2025, besonders in der Pfalz mit plus 204.000 Hektolitern oder elf Prozent und in Baden mit plus 171.000 Hektolitern oder 17 Prozent. Die deutlichsten Rückgänge erwartet das Statistische Bundesamt an der Mosel mit minus 79.000 Hektolitern oder elf Prozent und in Rheinhessen mit minus 34.000 Hektolitern oder einem Prozent. Grundlage sind die Meldungen von rund 400 freiwilligen Ernteberichterstattern; die Abweichung der August-Schätzung vom endgültigen Ergebnis lag nach Angaben des Amts in der Vergangenheit des Öfteren über fünf Prozent, in Einzelfällen über zehn Prozent.
Warum der Weinmarkt 2025 geschrumpft ist und wer Anteile hielt
Der Absatz ging im Jahr vor der Lese zurück. Laut dem DWI vom 27. Februar 2026, gestützt auf die Marktanalyse von NielsenIQ, sanken die in Deutschland eingekauften Weinmengen und die Umsätze 2025 jeweils um rund sieben Prozent. Deutsche und internationale Weine waren gleichermaßen betroffen. Die Zahl der Wein kaufenden Haushalte blieb nach Verbandsangaben relativ stabil; die Haushalte kauften seltener und weniger. Deutsche Erzeuger bauten ihren Marktanteil im eigenen Land um 0,2 Prozentpunkte auf rund 42,6 Prozent aus, italienische Weine kamen auf 17 Prozent, spanische auf 13 Prozent und französische auf neun Prozent.
Wer seltener kauft, hält kleinere Vorräte, und die stehen in vielen Haushalten nicht im Keller, sondern in der Küche. Welche Bauform für zwölf bis dreißig Flaschen unter der Arbeitsplatte Platz findet und worauf es bei der Belüftung ankommt, ordnet der Beitrag zu Weinkühlschränken unter der Arbeitsplatte des Fachportals ein.
Was die Weinbestände zum Stichtag 31. Juli über den Markt verraten
Der Vorrat in den Kellern schrumpft langsam. Am 31. Juli 2025 lagerten laut Statistischem Bundesamt 12,1 Millionen Hektoliter Wein bei Erzeugerbetrieben und Handel, 331.000 Hektoliter oder 2,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Mittel der Jahre 2015 bis 2024 war das ein Prozent mehr. 61 Prozent der Bestände waren Weißweine, 39 Prozent Rotweine; Schaumwein machte mit 2,2 Millionen Hektolitern 18 Prozent aus. 97 Prozent des Vorrats stammten aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union, 64 Prozent trugen eine geschützte Ursprungsbezeichnung, was den Qualitäts- und Prädikatsweinen in Deutschland entspricht. Die Bestandszahl zum 31. Juli 2026 hatte das Statistische Bundesamt bis Mitte September 2026 noch nicht veröffentlicht.
Wo die Winzer im Oktober 2026 stehen und was der Jahrgang verspricht
Die Lese für den Federweißen begann laut DWI vom 18. August 2026 in der Pfalz und in Baden mit außergewöhnlich süßen Trauben. Weil fast alle Sorten gleichzeitig reif wurden, dürfte die Hauptlese nach Einschätzung des Verbands zügig und relativ schnell beendet worden sein; neben den Zuckergehalten bestimmten die Fruchtsäuregehalte den Lesetermin, damit die Weißweine ihre Frische behalten. Für den Jahrgang erwarten die Betriebe laut DWI aromatische Weißweine und farbkräftige Rotweine. Am 28. Oktober 2026 blickt das DWI beim Forum Export in Oppenheim auf die Exportmärkte in Skandinavien.
„Ein früher, unterdurchschnittlich großer, aber gesunder Jahrgang ist für Käufer eine gute Nachricht, denn er trifft auf gut gefüllte Keller und einen Markt, der weniger, aber gezielter kauft. Die aromatischen Weißweine des Jahrgangs 2026 werden jung getrunken, und genau dafür braucht es keine Lagertemperatur, sondern eine Trinktemperatur. Wer zu Hause zwischen zehn und zwölf Grad halten kann, hat für diesen Jahrgang genug getan“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Wann das Statistische Bundesamt die endgültige Erntemenge meldetDie endgültigen Zahlen zur Weinmosternte 2026 und zur Weinerzeugung veröffentlicht das Statistische Bundesamt erfahrungsgemäß im Frühjahr 2027; die Weinbestände zum 31. Juli 2026 folgen voraussichtlich noch im Herbst 2026. Bis dahin kommen die ersten Jungweine des Jahrgangs 2026 in den Handel. Wer sie kauft, lagert Weißweine kühl und dunkel bei möglichst konstanter Temperatur und hebt sich die Frage nach der Reife für die farbkräftigen Rotweine auf, die das DWI für diesen Jahrgang erwartet.
Ansprechpartner
Alexander Weipprecht
+49 (7142) 3442727
Zuständigkeitsbereich: CEO
Über Provimedia GmbH:
Die Provimedia GmbH ist ein Online-Verlag mit Sitz in der Region Stuttgart. Wir schaffen wertvolle Informationen in unterschiedlichen Branchen um Wissen schnell und einfach zugänglich zu machen. Wir haben uns auf übersichtliche Webseiten und Auffindbarkeit von Informationen spezialisiert.
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Kiste mit frisch gelesenen weißen Trauben am Rand eines Weinbergs im frühen Morgenlicht, dahinter Rebzeilen im Herbstlaub
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