Mittelstandspresse
24.10.2026
E-Scooter-Unfälle 2025: Die Polizei zählte 16.496 Unfälle mit Personenschaden, 38,1 Prozent mehr als 2024 – vor der dunklen Jahreszeit zählt das Licht
Das Statistische Bundesamt meldet 38 Todesopfer, der Deutsche Verkehrssicherheitsrat fordert einen Befähigungsnachweis und ein Mindestalter von 15 Jahren. Mehr als die Hälfte der Verunglückten war jünger als 25 Jahre.
Bietigheim-Bissingen, 24.10.2026 (PresseBox) - Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Verletzten oder Getöteten ist 2025 in Deutschland erneut deutlich gestiegen. Nach der Pressemitteilung Nr. N049 des Statistischen Bundesamts (Destatis) vom 16. Juli 2026 registrierte die Polizei im Jahr 2025 insgesamt 16.496 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden, 38,1 Prozent mehr als die 11.944 Unfälle des Jahres 2024. Dabei starben 38 Menschen, nach 27 im Vorjahr; 1.895 wurden schwer und 16.184 leicht verletzt. Im Oktober 2026 fahren Pendler und Schüler wieder im Dunkeln los. Das Fachportal der Provimedia GmbH aus Bietigheim-Bissingen erklärt, welche Lichtaufrüstung am E-Scooter zulässig ist und wie sie sich anbringen lässt.
Destatis zählt in dieser Statistik Unfälle, an denen mindestens ein E-Scooter beteiligt war; Stürze über unachtsam abgestellte Roller sind nicht enthalten. 14.936 oder 82,4 Prozent der Verunglückten waren laut Destatis selbst auf dem E-Scooter unterwegs, darunter 33 der 38 Todesopfer. 822 Verunglückte oder 5,5 Prozent der auf einem E-Scooter Verletzten fuhren als Mitfahrende mit, obwohl die Roller nur für eine Person gebaut sind; 2024 waren es 508.
Vier Kennzahlen beschreiben das Unfalljahr 2025 auf E-Scootern
Die Destatis-Mitteilung vom 16. Juli 2026 nennt vier Größen, an denen sich der Anstieg ablesen lässt:
496 Unfälle mit Personenschaden, ein Plus von 38,1 Prozent gegenüber 2024
38 Getötete, nach 27 im Jahr 2024; 16 der 33 tödlich verunglückten E-Scooter-Fahrenden starben bei Alleinunfällen
895 Schwerverletzte und 16.184 Leichtverletzte
ein Anteil von 5,5 Prozent an allen 297.364 Verkehrsunfällen mit Personenschaden, nach 4,1 Prozent im Vorjahr
Zum Vergleich nennt Destatis das Fahrrad: 2025 registrierte laut derselben Mitteilung die Polizei rund 97.035 Unfälle mit Personenschaden unter Beteiligung von Radfahrenden, 32,6 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden; 462 Radfahrende kamen ums Leben. Der E-Scooter bleibt damit im Gesamtbild ein kleiner Posten, wächst aber schneller als jede andere Fahrzeugart.
Wer auf dem E-Scooter verunglückt und was der Verkehrssicherheitsrat daraus folgert
Nach Angaben von Destatis waren 53,6 Prozent der 2025 verunglückten E-Scooter-Fahrenden jünger als 25 Jahre, 83,7 Prozent jünger als 45 Jahre; nur 3,1 Prozent gehörten zur Altersgruppe ab 65 Jahren. Bei Fahrrad und Pedelec lag der Anteil der unter 25-Jährigen dagegen bei 21,4 Prozent, der Anteil der Menschen ab 65 Jahren bei 20,9 Prozent. 2.200 der verunglückten Fahrenden oder unerlaubt Mitfahrenden waren jünger als 15 Jahre; vier von ihnen starben, 211 wurden schwer verletzt.
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hat am 16. Juli 2026 aus diesen Zahlen zwei Forderungen abgeleitet: einen Befähigungsnachweis für alle E-Scooter-Nutzenden ohne Führerschein, vergleichbar mit der Mofa-Prüfbescheinigung, und ein Mindestalter von 15 statt 14 Jahren. Laut DVR deutet das Unfallgeschehen darauf hin, dass es häufig an Regelkenntnissen und Fahrfähigkeiten mangelt; Jugendliche könnten eine solche Ausbildung im schulischen Rahmen absolvieren. Bis dahin bleibt das Üben freiwillig.
Warum die Polizei am häufigsten die falsche Fahrbahn notiert
Unfälle haben selten nur eine Ursache, und die Polizei hält oft mehrere Fehlverhalten fest. Das häufigste bei E-Scooter-Fahrenden war laut Destatis mit 21,6 Prozent die falsche Benutzung der Fahrbahn oder der Gehwege: E-Scooter gehören auf Radwege oder Schutzstreifen, sonst auf die Fahrbahn, nicht auf den Gehweg. Auf Platz zwei folgte das Fahren unter Alkoholeinfluss mit 10,9 Prozent, ein höherer Anteil als bei Radfahrenden (7,7 Prozent) und bei Mofas und Kleinkrafträdern (6,1 Prozent). Nicht angepasste Geschwindigkeit stand mit 8,4 Prozent an dritter Stelle, Fehler beim Abbiegen, Wenden und Anfahren mit 7,5 Prozent an vierter. Wer diese Situationen abseits des Verkehrs üben will, findet beim Fachportal eine Beschreibung, wie ein Sicherheitstraining für E-Scooter-Fahrende abläuft.
30,5 Prozent der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden waren 2025 Alleinunfälle ohne Unfallgegner. An 11.111 Unfällen oder 67,4 Prozent war ein zweiter Verkehrsteilnehmer beteiligt, meist ein Auto (7.215 Unfälle); bei diesen Zusammenstößen verletzten sich 50,5 Prozent der verunglückten E-Scooter-Nutzenden, sechs starben. Bei Unfällen mit zwei Beteiligten trugen die E-Scooter-Fahrenden laut Destatis in 50,8 Prozent der Fälle die Hauptschuld, bei Zusammenstößen mit Fußgängern (1.282 Unfälle) sogar in 88,7 Prozent.
Wo sich die Unfälle häufen und was die Beleuchtung damit zu tun hat
49,1 Prozent der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden ereigneten sich 2025 laut Destatis in Städten mit mindestens 100.000 Einwohnern, 27,8 Prozent in Städten ab einer halben Million. Bei Pedelecs lag der Großstadtanteil bei 29,9 Prozent, bei Fahrrädern ohne Motor bei 45,1 Prozent. Der E-Scooter ist damit vor allem ein Fahrzeug des dichten Stadtverkehrs mit Ampeln, Abbiegern und parkenden Autos, und genau dort entscheidet in der dunklen Jahreszeit, ob ein Fahrer rechtzeitig gesehen wird.
„Die Statistik zeigt keinen Roller, der gefährlicher wird, sondern einen Verkehr, der voller wird, und Fahrer, die häufig jung und ungeübt sind. Wer im Herbst 2026 morgens im Dunkeln losfährt, sollte sein Licht prüfen, bevor er über Ampelphasen diskutiert. Ein Befähigungsnachweis wäre ein sinnvoller Schritt, ersetzt aber die eigene Vorsicht nicht“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Welche Termine für E-Scooter-Fahrende im Herbst 2026 anstehen
Am Sonntag, dem 25. Oktober 2026, endet die Sommerzeit; von da an liegt der Feierabendverkehr in vielen Städten in der Dämmerung oder im Dunkeln. Fahrer, die ihren E-Scooter aus dem Sommer übernehmen, sollten vorher Vorder- und Rücklicht, Reflektoren und den Reifendruck prüfen und bei nassem Laub früher bremsen. Die Unfallzahlen für das Jahr 2026 veröffentlicht Destatis erfahrungsgemäß im Sommer 2027; ob die Forderungen des Verkehrssicherheitsrats nach Befähigungsnachweis und höherem Mindestalter bis dahin aufgegriffen werden, war am 21. September 2026 offen.
Ansprechpartner
Alexander Weipprecht
+49 (7142) 3442727
Zuständigkeitsbereich: CEO
Über Provimedia GmbH:
Die Provimedia GmbH ist ein Online-Verlag mit Sitz in der Region Stuttgart. Wir schaffen wertvolle Informationen in unterschiedlichen Branchen um Wissen schnell und einfach zugänglich zu machen. Wir haben uns auf übersichtliche Webseiten und Auffindbarkeit von Informationen spezialisiert.
Datei-Anlagen:
(348 kB)
1629705.attachment
E-Scooter-Unfälle 2025: Die Polizei zählte 16.496 Unfälle mit Personenschaden, 38,1 Prozent mehr als 2024 – vor der dunklen Jahreszeit zählt das Licht
- Mehr Infos zu dieser Meldung unter www.pressebox.de
- zurück zur Übersicht















