Mittelstandspresse
23.10.2026
Fleischersatzprodukte: Produktion sinkt 2025 erstmals auf 124.900 Tonnen, während der Fleischverzehr auf 54,9 Kilogramm pro Kopf steigt
Nach sechs Jahren Wachstum meldet das Statistische Bundesamt einen Rückgang von 1,2 Prozent bei vegetarischen und veganen Fleischalternativen. Zugleich erreicht der Geflügelverzehr laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ein Allzeithoch.
Bietigheim-Bissingen, 23.10.2026 (PresseBox) - Die Produktion von Fleischersatzprodukten in Deutschland ist 2025 zum ersten Mal gesunken, nachdem sie in den Jahren zuvor stetig gewachsen war. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis), das die Zahlen am 18. Mai 2026 veröffentlicht hat, wurden 124.900 Tonnen hergestellt, 1,2 Prozent weniger als 2024; der Wert der Produktion sank um 2,2 Prozent auf 632,6 Millionen Euro. Über sechs Jahre betrachtet hat sich die Menge laut Destatis dennoch mehr als verdoppelt: 2019 lag sie bei 60.400 Tonnen. Im Oktober 2026 markieren die Zahlen damit den ersten Dämpfer eines Marktes, der bis dahin nur eine Richtung kannte. Wer Fleischalternativen nicht kauft, sondern selbst herstellt, findet beim Fachportal der Provimedia GmbH eine Anleitung zum Formen und Zubereiten von selbstgemachtem Seitan.
Erfasst werden in der Produktionsstatistik vegetarische und vegane Lebensmittelzubereitungen, also etwa Tofuprodukte, Sojabratlinge, vegetarische Brotaufstriche und Erzeugnisse, die dem äußeren Anschein nach Wurst ähneln. Destatis bewertet die Produktion zum Verkaufspreis ab Werk.
Acht Kennzahlen beschreiben den Markt für Fleischersatzprodukte im Jahr 2025
Die Produktionsstatistik von Destatis liefert für 2025 acht Werte, an denen sich die Entwicklung ablesen lässt. Die Menge: 124.900 Tonnen Fleischersatz wurden 2025 produziert, 126.500 Tonnen waren es 2024 und 60.400 Tonnen im Jahr 2019. Das Plus über sechs Jahre beträgt laut Destatis 107,0 Prozent. Der Wert: 632,6 Millionen Euro erreichte die Produktion 2025, nach 647,1 Millionen Euro im Jahr 2024 und knapp 0,3 Milliarden Euro im Jahr 2019. Der Vergleich: Fleisch und Fleischerzeugnisse kamen 2025 auf einen Produktionswert von gut 45,2 Milliarden Euro.
Warum der Fleischverzehr 2025 zugleich wieder gestiegen ist
Die Nachfrageseite läuft dem Rückgang bei den Alternativen nicht entgegen, sondern in dieselbe Richtung. Nach vorläufigen Berechnungen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft, veröffentlicht von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) am 7. April 2026, aßen Verbraucher in Deutschland 2025 im Schnitt 54,9 Kilogramm Fleisch pro Person. Das waren 1,4 Kilogramm mehr als im Vorjahr. Es ist laut BLE das dritte Jahr in Folge mit steigendem Verzehr, wobei das Niveau von 2011 mit 63,8 Kilogramm nicht erreicht wird. Den Ausschlag gab Geflügel: Der Verzehr stieg laut der Versorgungsbilanz um ein weiteres Kilogramm auf ein Allzeithoch von 14,7 Kilogramm pro Person, knapp 27 Prozent des gesamten Fleischverzehrs. Schweinefleisch blieb mit 28,3 Kilogramm die meistverzehrte Sorte, Rind- und Kalbfleisch legte um gut 200 Gramm auf 9,7 Kilogramm zu.
Die BLE nennt als Grund neben der Beliebtheit von Geflügel den im Vergleich zu anderen Fleischsorten geringeren Preisanstieg im Jahr 2025. Die inländische Fleischproduktion ging laut BLE zugleich um 0,3 Prozent auf 7,3 Millionen Tonnen zurück, vor allem wegen weniger Rinderschlachtungen.
Was die Produktionsstatistik als Fleischersatz zählt und was nicht
Erfasst werden die Erzeugnisse unter einer eigenen Güternummer für vegetarische und vegane Lebensmittelzubereitungen. Vier Produktgruppen nennt Destatis ausdrücklich:
vegetarische Brotaufstriche
Tofuprodukte
Sojabratlinge und vergleichbare Bratlinge
vegetarische oder vegane Wurst und andere Erzeugnisse, die Fleischwaren äußerlich ähneln
Nicht enthalten sind unverarbeitete Hülsenfrüchte, Gemüse oder Getreide, die in der Küche Fleisch ersetzen, ohne als Ersatzprodukt verkauft zu werden. Wer die Alternative nicht in verarbeiteten Produkten sucht, sondern im Gemüseregal, findet beim Fachportal ein einfaches veganes Blumenkohlgericht mit Reis für den Alltag. Der Verkaufswert enthält laut Destatis die Verpackung, nicht aber Umsatzsteuer, Fracht und Rabatte. Die Fleischproduktion selbst gliedert die Statistik in Fleisch ohne Geflügel, Geflügelfleisch und verarbeitetes Fleisch.
Der Abstand zwischen beiden Warengruppen ist kleiner geworden, bleibt aber groß. Laut Destatis fiel die Fleischproduktion 2025 wertmäßig gut 70-mal größer aus als die der Fleischalternativen; 2019 hatte der Faktor noch bei rund 150 gelegen. Der Wert des produzierten Fleisches stieg 2025 um 2,0 Prozent gegenüber den 44,3 Milliarden Euro des Vorjahres.
Wer die nächsten Produktionszahlen wann erwarten kann
Am 1. November 2026 wird der Weltvegantag begangen; er fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag und ist der nächste Anlass, an dem Handel und Hersteller ihre Sortimente an Fleischalternativen ins Schaufenster stellen werden. Die Produktionszahlen für 2026 wird Destatis nach dem Rhythmus der vergangenen Jahre im Frühjahr 2027 veröffentlichen, die vorläufige Versorgungsbilanz Fleisch 2026 folgt erfahrungsgemäß im März oder April 2027. Ob der Rückgang von 2025 eine Delle oder eine Wende war, entscheidet sich an diesen beiden Terminen.
„Der Markt für Ersatzprodukte hat sich in sechs Jahren verdoppelt und verliert dann ein Prozent – das ist keine Trendwende, sondern das Ende der leichten Zuwächse. Wer jetzt noch wächst, braucht bessere Produkte statt mehr Regalfläche. Dass gleichzeitig mehr Geflügel gegessen wird, zeigt, wo der Preis die Entscheidung trifft“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Ansprechpartner
Alexander Weipprecht
+49 (7142) 3442727
Zuständigkeitsbereich: CEO
Über Provimedia GmbH:
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Ein Kühlregal in einem Supermarkt mit gestapelten Packungen pflanzlicher Bratlinge, Tofu und Aufschnitt, rechts daneben unscharf die beleuchtete Theke mit Frischfleisch, auf dem Boden ein Einkaufskorb. Symbolbild zur Produktion von Fleischersatzprodukten.
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