Mittelstandspresse
15.10.2026
Bergnotfälle beim Wandern: Fast 4.000 Rettungen 2025 in den Schweizer Alpen, 409.000 Hüttenübernachtungen und ein Bergsommer 2026 mit Hitze am Berg
Der Schweizer Alpen-Club zählt so wenige Todesfälle wie seit zehn Jahren nicht, aber mehr Einsätze für Erschöpfte und Verirrte. Der Deutsche Alpenverein warnt vor Steinschlag und Wassermangel. Für Trekkingzelte zählen Gewicht und Lagerplatz
Bietigheim-Bissingen, 15.10.2026 (PresseBox) - Fast 4.000 Menschen mussten 2025 beim Bergsport in der Schweiz gerettet werden. Das geht aus der Bergnotfallstatistik hervor, die der Schweizer Alpen-Club (SAC) am 27. März 2026 veröffentlicht hat; die Zahl liegt rund 11 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2024. Zugleich starben laut SAC 2025 beim klassischen Bergsport 98 Personen, der tiefste Wert der vergangenen zehn Jahre nach einem Durchschnitt von 119 Todesfällen im Jahr. Im Oktober 2026 endet die Hüttensaison, während Trekkingtouren mit Zelt in mittleren Lagen weitergehen. Was ein Zelt für Nächte oberhalb der Baumgrenze aushalten sollte, beschreibt das Fachportal der Provimedia GmbH in einem Beitrag über Anforderungen an ein Trekkingzelt für die Alpen.
Die Bergnotfallstatistik des SAC erfasst alle Einsätze der Schweizer Bergrettungsdienste wie Rega und Alpine Rettung Schweiz, auch Evakuierungen unverletzter Personen. Flugsport und Mountainbiken zählt der Club bei den Todesfällen nicht mit.
Wer 2025 in den Schweizer Bergen gerettet werden musste
Fast die Hälfte der Bergnotfälle entfiel laut SAC auf Wanderer: 46 Prozent aller Einsätze betrafen das Wandern oder Bergwandern, je 14 Prozent Skitouren und Hochtouren. Auffällig ist der Anteil der Unverletzten. Waren 2020 knapp drei von zehn Geretteten unverletzt (29 Prozent), so waren es 2025 fast vier von zehn (38 Prozent). Rund 1.500 Personen wurden nach Angaben des Clubs gesund geborgen. 84 Prozent von ihnen hatten die Rettung gerufen, weil sie blockiert waren: erschöpft, verirrt oder weder vor noch zurück. Beim Bergwandern blieb die Zahl der tödlichen Unfälle mit 36 Fällen deutlich unter dem Zehnjahresdurchschnitt von 53, auf Hochtouren starben 23 Personen, bei Skitouren 22. Stürze und Abstürze waren über alle Aktivitäten hinweg die häufigste Ursache. Blockierung und Erschöpfung nennt der SAC beim Bergwandern als zweithäufigste Ursache.
„Die Statistik beschreibt keine Draufgänger, sondern Wanderer, denen die Kraft oder die Orientierung ausging. Wer mit Zelt unterwegs ist, hat den Vorteil, dass die Tour nicht an der Hüttenreservierung hängt, und den Nachteil, dass jedes Gramm mit muss. Das leichteste Zelt nützt nichts, wenn der Rest des Rucksacks die Erschöpfung liefert“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Wo die Hütten 2025 einen Übernachtungsrekord meldeten
Der Andrang in den Bergen zeigt sich auch bei den Übernachtungen. Nach einer Mitteilung des SAC vom 21. April 2026 zählten die SAC-Hütten im Hüttenjahr 2025 insgesamt 409.000 Übernachtungen, 12,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Es war laut SAC der höchste Wert in der Geschichte des Clubs, obwohl sieben Hütten geschlossen waren. Vier Hüttenwerte aus derselben Mitteilung:
000 Übernachtungen im Sommer, ein Plus von 9,6 Prozent, getragen von zwei Hitzeperioden im Juni und August 2025
000 Übernachtungen im Winter, ein Plus von 25,7 Prozent
721 Übernachtungen in den Walliser Alpen, vor den Bündner Alpen mit 84.382 und den Berner Alpen mit 74.775
053 Übernachtungen auf der Lämmerenhütte, der am stärksten besuchten Hütte
Der SAC-Zentralverband rechnet nach derselben Mitteilung bis 2040 mit jährlichen Ausgaben von 20 bis 25 Millionen Franken für Hüttenbauprojekte. Rund ein Drittel davon geht auf tauenden Permafrost, extreme Wetterlagen und aufwendige Wasserversorgung zurück. Wer im Herbst 2026 keinen Hüttenplatz bekommt, weicht auf das Zelt aus, wo das Biwakieren erlaubt ist.
Weshalb der Deutsche Alpenverein 2026 die Tourenplanung neu gewichtet
Der Bergsommer 2026 verlief in den Alpen ungewöhnlich heiß. Der Deutsche Alpenverein (DAV) beschrieb am 12. August 2026 Hitzetage über 30 Grad, tropische Nachttemperaturen von 20 Grad in den Tälern und eine Nullgradgrenze über 4.000 Metern Höhe. Im Hochgebirge über 2.500 Metern schaffen Gletscherrückgang und tauender Permafrost nach Angaben des Verbands neue Gefahren: Steinschlag nimmt zu, Geröllzonen werden instabiler, Zustiege verändern sich innerhalb weniger Jahre. Der DAV nennt zudem häufigere Starkregenereignisse mit Muren, Hangrutschen und Wegsperrungen sowie Wasserknappheit, die auch Alpenvereinshütten trifft. Viele klassische Hochtouren böten inzwischen eher im Frühjahr oder Herbst als im Hochsommer gute Bedingungen. Im Sommer 2026 bestimmten laut DAV die Temperaturen das Zeitfenster einer Tour, nicht der Kalender.
Für Zeltschläfer heißt das zweierlei: Lagerplätze abseits von Schutthängen und Bachbetten, und ein Außenzelt, das einem nächtlichen Starkregen standhält. Welche Wassersäule ein Zelt dafür braucht und wo die Unterschiede zwischen den Modellen liegen, erklärt ein Beitrag über Trekkingzelte mit einer Wassersäule von 5.000 Millimetern des Fachportals.
Was Zeltschläfer von der Bettwanzen-Kampagne der Alpenvereine lernen
Ein zweites Thema des Hüttensommers 2026 betrifft auch das Gepäck von Zeltgängern. Der DAV hat am 7. Juli 2026 mit den Alpenvereinen in Österreich und Südtirol eine Aufklärungskampagne zu Bettwanzen auf Alpenvereinshütten gestartet. Jährlich seien beim DAV etwa fünf bis zwanzig Hütten betroffen, rund fünf Prozent, mit steigender Tendenz. Die Tiere reisen nach Darstellung des Verbands im Gepäck, etwa in Rucksäcken, Schlafsäcken oder Kleidung. Der Verband rät, Kleidung bei mindestens 60 Grad zu waschen oder drei Tage bei minus 18 Grad einzufrieren und das Gepäck nach der Tour zu kontrollieren. Wer zwischen Hütte und Zelt wechselt, trägt Schlafsack und Isomatte von einem Quartier ins nächste. Die Regeln der Kampagne gelten deshalb für beide Übernachtungsformen.
Die nächsten Zahlen kommen im Frühjahr 2027: Die Bergnotfallstatistik 2026 des SAC erscheint voraussichtlich im März 2027, die Übernachtungen des Hüttenjahres 2026 im April 2027. Bis dahin zeigt sich in den Rettungszahlen des Herbstes 2026, ob die Hitze des Sommers die Saison verlängert hat. Für Zeltgänger beginnt mit der Wintersperre der Hütten die Zeit, in der Gewicht und Regenschutz die Tour allein tragen.
Ansprechpartner
Alexander Weipprecht
+49 (7142) 3442727
Zuständigkeitsbereich: CEO
Über Provimedia GmbH:
Die Provimedia GmbH ist ein Online-Verlag mit Sitz in der Region Stuttgart. Wir schaffen wertvolle Informationen in unterschiedlichen Branchen um Wissen schnell und einfach zugänglich zu machen. Wir haben uns auf übersichtliche Webseiten und Auffindbarkeit von Informationen spezialisiert.
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Kleines Kuppelzelt auf einer Almwiese oberhalb der Baumgrenze im Abendlicht, dahinter Felsgrat und Schutthänge - Ein kleines, straff abgespanntes Kuppelzelt steht auf einer Almwiese oberhalb der Baumgrenze, davor ein Rucksack und Trekkingstöcke, dahinter ein Felsgrat mit Schutthängen im Abendlicht. Symbolbild zu Bergnotfällen und Tourenplanung im Bergsommer. Bild KI-generiert
- Mehr Infos zu dieser Meldung unter www.pressebox.de
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