Mittelstandspresse
08.10.2026
Kryptoanleger in Spanien: 4,8 Prozent der Bevölkerung halten Kryptowerte, bei 130.000 Haushalten machen sie einen erheblichen Teil des Vermögens aus
Die Banco de España hat erstmals berechnet, welches Gewicht digitale Vermögenswerte im Finanzvermögen spanischer Haushalte haben. Das Profil der Besitzer ist jung, männlich, gebildet und risikofreudig; Misstrauen gegenüber Banken zeigt sich nicht.
Bietigheim-Bissingen, 08.10.2026 (PresseBox) - Der Anteil der spanischen Bevölkerung mit Kryptowerten ist klein, das Risiko konzentriert sich auf wenige Haushalte. Laut einem Artikel im Boletín Económico der Banco de España vom 10. September 2025 hielten 4,8 Prozent der Menschen in Spanien zum Befragungszeitpunkt Kryptowerte. Bei 80 Prozent der besitzenden Haushalte machten sie weniger als 10 Prozent des Finanzvermögens aus. Rund 130.000 Haushalte, 0,6 Prozent aller Haushalte, haben dagegen einen erheblichen Teil ihres Vermögens in diese Anlageklasse gesteckt. Wer im Oktober 2026 zum ersten Mal über einen Einstieg nachdenkt, findet die Grundlagen in einem spanischsprachigen Einsteigerleitfaden zum Anlegen in Bitcoin im Fachportal der Provimedia GmbH.
Die Autoren Luis Miguel Guirola von der Universität Barcelona und Carlos Isla Martínez von der Banco de España verbinden zwei Erhebungen der Notenbank. Die Encuesta de Competencias Financieras ist eine Befragung zur Finanzkompetenz aus dem Jahr 2021. Die Encuesta Financiera de las Familias liefert aus ihrer Welle 2022 die Angaben zu Einkommen, Vermögen und Schulden der Haushalte. Die Studie ist damit die erste, die für Spanien das Gewicht von Kryptowerten im Haushaltsvermögen beziffert.
Wann die Banco de España ihre Zahlen erhoben hat und was sie zeigen
Die Befragungen stammen aus den Jahren 2021 und 2022, veröffentlicht wurde die Auswertung im September 2025. Die Autoren weisen selbst darauf hin, dass die Ergebnisse im Kontext dieser Jahre zu lesen sind.
Sechs Kennwerte fassen die Erhebung zusammen:
84 Prozent der Bevölkerung in Spanien hatten 2021 von Kryptowerten gehört.
5,2 Prozent hatten in den zwei Jahren vor der Befragung Kryptowerte besessen, 4,8 Prozent hielten sie zum Zeitpunkt des Interviews.
Bei 80 Prozent der besitzenden Haushalte lag der Anteil am Finanzvermögen 2022 unter 10 Prozent.
0,6 Prozent aller Haushalte, rund 130.000, hatten einen erheblichen Teil ihres Vermögens in Kryptowerten.
Nur 200 Haushalte der Vermögensbefragung gaben Kryptowerte an; auf ihnen beruht die Verteilung.
Wer Investmentfonds besitzt, hält mit 3,2 Prozentpunkten höherer Wahrscheinlichkeit auch Kryptowerte, bei Aktienbesitzern sind es 4,2 Prozentpunkte.
„Die spanischen Zahlen räumen mit einem Bild auf: Der typische Kryptoanleger ist kein Systemgegner, sondern ein junger Fondssparer mit Nebenposition. Das Problem liegt bei der kleinen Gruppe, für die aus der Nebenposition das ganze Vermögen geworden ist“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Wer in Spanien Kryptowerte hält und wer nicht
Der Besitz konzentriert sich auf junge Männer. Nach Angaben der Banco de España waren 2021 rund 80 Prozent der Besitzer jünger als 45 Jahre. 33,8 Prozent von ihnen wohnten noch bei den Eltern, gegenüber 15,8 Prozent in der übrigen Bevölkerung unter 45. Der Frauenanteil unter den Besitzern lag bei nur 26,8 Prozent.
Auch die Bildung unterscheidet die Gruppe. Der Anteil der Personen mit Hochschulabschluss liegt unter den Besitzern der Studie zufolge um 10 Prozentpunkte über dem Rest der Bevölkerung. Nur 3,2 Prozent der Besitzer haben lediglich einen Grundschulabschluss, gegenüber 15,9 Prozent der übrigen Bevölkerung. Ein multivariates Modell der Autoren bestätigt, dass Alter, Geschlecht, Bildung und Wohnen bei den Eltern jeweils für sich mit dem Besitz zusammenhängen.
Wie Risikobereitschaft und Finanzwissen mit dem Besitz zusammenhängen
Kryptobesitzer sind risikofreudiger, aber nicht unwissender. Laut der Auswertung erklärten 72 Prozent der Besitzer, beim Sparen etwas Geld für eine höhere Rendite riskieren zu wollen, gegenüber 42 Prozent der übrigen Bevölkerung. Zugleich schätzten 17 Prozent der Besitzer ihr Finanzwissen als hoch ein, im Rest der Bevölkerung waren es 8 Prozent. Der Anteil derer, die alle vier Wissensfragen zu Inflation, Zins, Zinseszins und Streuung richtig beantworteten, lag unter den Besitzern um 18 Prozentpunkte höher.
Eine Abkehr vom Bankensystem ist nicht erkennbar. Haushalte, deren Bezugsperson wenig oder kein Vertrauen in Banken äußerte, hielten nach Angaben der Notenbank nicht häufiger Kryptowerte als andere. Die Besitzer setzen sich der Studie zufolge eher langfristige Finanzziele, finanzieren Konsum seltener über Kredit und sind mit ihrer finanziellen Lage weniger zufrieden als der Durchschnitt.
Warum 130.000 Haushalte ein Klumpenrisiko tragen
Die Verteilung ist schief. Für die große Mehrheit der Haushalte bleibt der Kryptoanteil am Finanzvermögen nahe null, für eine kleine Gruppe dominiert er die Bilanz. Die Banco de España nennt diese hohe Konzentration ausdrücklich ein Risiko: Wer den Großteil seines Vermögens in einer Anlageklasse mit hoher Kursschwankung hält, ist gegenüber Wertverlusten besonders verwundbar. Die Studie erfasst dabei nur den direkten Besitz; indirekte Positionen über Fonds oder strukturierte Produkte bleiben außen vor.
Für diese Gruppe verschiebt sich die Frage vom Kauf zur Verwahrung. Wer einen erheblichen Teil seines Vermögens in Kryptowerten hält, trägt bei Verlust der Zugangsschlüssel den Schaden allein; einen Vergleich der Geräte zur Aufbewahrung privater Schlüssel außerhalb des Internets bietet dasselbe Portal in einer eigenen Rubrik.
Woran sich der Anteil seit der Erhebung verändert haben dürfte
Die spanischen Werte liegen unter dem europäischen Schnitt. Dem Flash-Eurobarometer 525 der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2023 zufolge besaßen 6 Prozent der Bevölkerung in der Europäischen Union Kryptowerte, in Spanien 4 Prozent. Eine Untersuchung der spanischen Wertpapieraufsicht Comisión Nacional del Mercado de Valores (CNMV) kam für 2022 auf 4,2 Prozent. Die Zahlungsverhaltensstudie der Europäischen Zentralbank (Study on the payment attitudes of consumers in the euro area, kurz SPACE) misst neuere Werte. Nach Angaben der Banco de España deutet sie auf einen Anstieg von 4 Prozent im Jahr 2022 auf 9 Prozent im Jahr 2024 hin.
Das Bild vom Herbst 2026 könnte also breiter sein als die Erhebung von 2021. Der Befund zur Konzentration dürfte dagegen Bestand haben: Viele Besitzer waren zum Erhebungszeitpunkt junge Menschen, die noch bei den Eltern wohnten. Ob sie ihre Positionen behalten, wenn sie eigene Haushalte gründen, halten die Autoren für eine offene Frage künftiger Befragungswellen.
Ansprechpartner
Alexander Weipprecht
+49 (7142) 3442727
Zuständigkeitsbereich: CEO
Über Provimedia GmbH:
Die Provimedia GmbH ist ein Online-Verlag mit Sitz in der Region Stuttgart. Wir schaffen wertvolle Informationen in unterschiedlichen Branchen um Wissen schnell und einfach zugänglich zu machen. Wir haben uns auf übersichtliche Webseiten und Auffindbarkeit von Informationen spezialisiert.
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Ein schlichter Schreibtisch am Fenster einer Altbauwohnung mit Blick auf eine sonnige Straßenfassade, darauf ein aufgeklappter Laptop mit einem Liniendiagramm, ein Notizblock und eine Kaffeetasse. Symbolbild zum privaten Anlegen in Kryptowerte.
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