Mittelstandspresse
17.08.2026
Yu Ping Feng San: die westliche Datierung ist 130 Jahre zu spät
Die westliche Fachliteratur führt die Rezeptur meist auf ein Werk von etwa 1347 zurück. Der früheste bekannte Beleg stammt aus dem Jahr 1213 — chinesische Lehrbücher haben das seit 2002 korrigiert.
Hamburg, 17.08.2026 (PresseBox) - Yu Ping Feng San, im Deutschen meist als Jade-Wandschirm-Pulver wiedergegeben, gehört zu den meistzitierten Rezepturen der chinesischen Medizin. In der westlichen Fachliteratur wird sie fast durchgehend auf das Danxi Xinfa zurückgeführt, ein Werk aus der Zeit um 1347. Diese Zuschreibung ist nach dem Stand der chinesischen Quellenforschung zu spät angesetzt: Der früheste bekannte Beleg stammt aus dem Jahr 1213. DR. COMOI, Nahrungsergänzungsmittel mit Pflanzen der chinesischen Materia Medica, hergestellt in Deutschland, hat die Belegkette in einem frei zugänglichen Beitrag zusammengestellt.
Ein Satz aus dem Jahr 1213
Der früheste Nachweis steht im Jiuyuan Fang, verfasst von Zhang Song, Südliche Song-Dynastie, sechstes Jahr der Ära Jiading — nach heutiger Zählung 1213. Das Buch selbst ist verloren. Erhalten ist der Eintrag, weil ein Zeitgenosse ihn zitiert hat: Li Minshou führt ihn in seinem Werk Li Jushi Jianyi Fanglun an, und zwar in einem einzigen Satz.
Der Satz beschreibt den Zustand, für den die Rezeptur gedacht war, in vier Zeichen: Cou Li nicht dicht. Cou Li bezeichnet in dieser Systematik die Fugen der Körperoberfläche — die Zwischenräume, in denen Haut und Muskelschichten aneinandergrenzen. Es ist ein Begriff aus dem Handwerk, nicht aus der Anatomie.
Woher die spätere Zuschreibung kommt
Zwei jüngere Werke werden regelmäßig als Quelle genannt: das Shiyi Dexiao Fang von Wei Yilin aus dem Jahr 1337 und das Danxi Xinfa aus der Zeit um 1347. Beide liegen mehr als hundert Jahre nach dem Eintrag von 1213 — das Danxi Xinfa rund 134 Jahre.
Die chinesische Fachliteratur hat diese Zuordnung inzwischen korrigiert. Die seit 2002 erschienenen Lehrbücher der Rezepturenkunde führen das Jiuyuan Fang als Quelle und verweisen auf die Überlieferung im Sammelwerk Yifang Leiju. Eine Quellenuntersuchung in der Fachzeitschrift Guangming Zhongyi aus dem Jahr 2024 hat die Belegkette nochmals zusammengeführt. Im deutschsprachigen Raum ist diese Korrektur bislang kaum angekommen.
Warum eine Jahreszahl mehr ist als Philologie
Der Unterschied zwischen 1213 und 1347 ändert nichts an der Rezeptur. Er ändert etwas an der Nachprüfbarkeit: Eine Datierung lässt sich anhand von Werk, Autor und Überlieferungsweg belegen oder widerlegen. Sie ist damit von anderer Art als Aussagen über Wirkungen, für die es keine zugelassenen Angaben gibt.
„Eine Jahreszahl lässt sich nachprüfen. Eine Wirkung, für die es keine zugelassene Angabe gibt, nicht", sagt P. Lu, Geschäftsführer von DR. COMOI.
Bemerkenswert ist zudem, dass der Begriff aus dem Satz von 1213 bis heute derselbe geblieben ist. Wer in der chinesischen Medizin über die Empfindlichkeit gegenüber Wetterwechseln spricht, benutzt achthundert Jahre später dasselbe Wort — nachzulesen in Wetterfühligkeit und der Begriff Cou Li. Zur Hauptpflanze der Rezeptur, deren chinesischer Name im Westen kaum verwendet wird, ist die Herkunftsgeschichte unter Huangqi — der ursprüngliche Name für Astragalus zusammengestellt. Welche Angaben Anbieter pflanzlicher Rohstoffe belegen können sollten, behandelt der Beitrag fünf Fragen an jeden Anbieter.
Zur Einordnung: Yu Ping Feng San ist eine individuell angepasste Rezeptur zum Kochen und kein Produkt. Für die darin enthaltenen Pflanzen bestehen in der Europäischen Union keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben. Der vorliegende Text ist eine Aussage zur Quellenlage, nicht zur Wirkung.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise und dienen nicht der Heilung, Linderung oder Vorbeugung von Krankheiten. Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
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Über BRANDSSTOCK GmbH:
DR. COMOI ist eine Marke der Brandsstock GmbH mit Sitz in Hamburg und stellt Nahrungsergänzungsmittel mit Pflanzen der chinesischen Materia Medica her. Die Rezepturen werden in Deutschland hergestellt und kombinieren pflanzliche Bestandteile mit Nährstoffen, für die in der Europäischen Union zugelassene gesundheitsbezogene Angaben bestehen. Unter drcomoi.de betreibt DR. COMOI einen redaktionellen Wissensbereich zu Quellenlage, Herkunft und Zusammensetzung.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise.
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Geschäftsführer: P. Lu, Handelsregister: HRB 144597, Amtsgericht Hamburg
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Zeitleiste zur Datierung der Rezeptur Yu Ping Feng San: Der früheste bekannte Beleg steht im Jiuyuan Fang von 1213, die im Westen übliche Zuschreibung an das Danxi Xinfa liegt rund 134 Jahre später.
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