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12.08.2026

Rote Liste Deutschland: Über 40 Prozent der bewerteten Arten gelten als gefährdet oder ausgestorben — bei Reptilien sind es mehr als sechs von zehn

Das Bundesamt für Naturschutz erfasst in den Roten Listen den Gefährdungsgrad von über 37.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Die Zahlen für einzelne Gruppen fallen sehr unterschiedlich aus — Kriechtiere stehen am schlechtesten da

Wildbiene auf einer blühenden Wiese am Rand einer Ackerfläche. Eine Wildbiene sitzt auf einer Blüte am Rand einer Wiese, im Hintergrund unscharf eine landwirtschaftliche Fläche. Symbolbild zur Gefährdungslage heimischer Insektenarten in Deutschland. Bild KI-generiert
Wildbiene auf einer blühenden Wiese am Rand einer Ackerfläche. Eine Wildbiene sitzt auf einer Blüte am Rand einer Wiese, im Hintergrund unscharf eine landwirtschaftliche Fläche. Symbolbild zur Gefährdungslage heimischer Insektenarten in Deutschland. Bild KI-generiert

Bietigheim-Bissingen, 12.08.2026 (PresseBox) - Der Zustand der heimischen Artenvielfalt lässt sich beziffern, und die Zahl ist unbequem. Laut dem Bundesamt für Naturschutz, das die Roten Listen für Deutschland herausgibt, gelten über 40 Prozent der bewerteten Arten als gefährdet oder bereits ausgestorben. Erfasst wird der Gefährdungsgrad von mehr als 37.000 Arten; die Gesamtkoordination liegt seit dem Jahr 2019 beim Rote-Liste-Zentrum.

Bemerkenswert ist die Spreizung zwischen den Artengruppen. Sie erklärt, warum pauschale Aussagen über „das Artensterben“ wenig taugen. Schutzmaßnahmen müssen dort ansetzen, wo die Lage kritisch ist. Im großen Maßstab geschieht das in Genehmigungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung, wo Vorhaben und Artenbestand gegeneinander abgewogen werden.

Wirksam wird Schutz aber auch kleinräumig, wie die Naturschutzprojekte im Raum Passau zeigen. Das Portal der Provimedia GmbH führt Artensteckbriefe und solche Vorhaben zusammen.

Wie sich die Gefährdung auf die Gruppen verteilt

Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz ergibt sich folgendes Bild:

Über 40 Prozent aller bewerteten Arten gelten als gefährdet oder ausgestorben.

Bei den Reptilien sind über 60 Prozent der 13 heimischen Arten bestandsgefährdet — die am stärksten betroffene Wirbeltiergruppe.

Von knapp 6.750 neu bewerteten Insektenarten sind 26,2 Prozent in ihrem Bestand gefährdet.

Fast ein Drittel der heimischen Wildpflanzen gilt als gefährdet.

Rund ein Drittel der Heuschrecken- und Fangschreckenarten ist bestandsgefährdet.

Insgesamt umfassen die Listen mehr als 37.000 bewertete Arten.

Warum die kleinste Gruppe die schlechtesten Werte hat

Dass ausgerechnet die Reptilien die höchste Gefährdungsquote tragen, hat mit ihrer geringen Artenzahl zu tun. Bei nur 13 heimischen Arten schlägt jede einzelne mit knapp acht Prozentpunkten zu Buche. Die Quote ist deshalb empfindlicher als bei den Insekten, wo sich 26,2 Prozent auf mehrere tausend Arten verteilen.

Beide Werte beschreiben dennoch dasselbe Grundproblem: den Verlust strukturreicher Lebensräume. Kriechtiere brauchen besonnte, gestörte Flächen mit Versteckmöglichkeiten — Trockenmauern, Böschungen, Säume. Solche Strukturen verschwinden nicht durch ein einzelnes Ereignis, sondern durch fortlaufende Vereinheitlichung der Landschaft.

„Eine Prozentzahl bewegt niemanden. Was Leser erreicht, ist der konkrete Fall: welche Art auf welcher Fläche warum verschwindet“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Wo Schutz konkret wird, entscheidet die Fläche

Die Listen werden nach Artengruppen getrennt und in mehrjährigen Abständen fortgeschrieben; sie dienen als Fachgrundlage für Planung und Priorisierung, etwa in Genehmigungsverfahren.

Wirksam wird daraus etwas erst im Gelände, und dort geht es kleinteiliger zu, als die Zahlen vermuten lassen. Trockenmauern, Böschungen und ungemähte Säume lassen sich auf kommunalen Grundstücken, an Wegrändern und in Gärten herstellen und erhalten. Für Reptilien, die am stärksten betroffene Wirbeltiergruppe, ist genau das die wirksamste Einzelmaßnahme — und sie kostet weniger als jedes Ausgleichsverfahren.

Ansprechpartner

Alexander Weipprecht
+49 (7142) 3442727
Zuständigkeitsbereich: CEO

Über Provimedia GmbH:

Die Provimedia GmbH ist ein Online-Verlag mit Sitz in der Region Stuttgart. Wir schaffen wertvolle Informationen in unterschiedlichen Branchen um Wissen schnell und einfach zugänglich zu machen. Wir haben uns auf übersichtliche Webseiten und Auffindbarkeit von Informationen spezialisiert.

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Wildbiene auf einer blühenden Wiese am Rand einer Ackerfläche. Eine Wildbiene sitzt auf einer Blüte am Rand einer Wiese, im Hintergrund unscharf eine landwirtschaftliche Fläche. Symbolbild zur Gefährdungslage heimischer Insektenarten in Deutschland. Bild KI-generiert