Startseite Themen Brennpunkt INNOVATIONSPREIS-IT IT-Bestenliste INDUSTRIEPREIS INDUSTRIE-Bestenliste TrafficGenerator
INNOVATIONSPREIS-IT 2017

Drucken
Mittelstandspresse

29.06.2026

Interview: „Beratungsqualität beginnt heute lange vor dem ersten Gespräch“

Die „Top 100-Banken 2026“ stehen fest. Ein Gespräch mit Kai Fürderer, Mitglied der Geschäftsleitung der Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH.

Die „Top 100-Banken“ 2026 stehen fest
Die „Top 100-Banken“ 2026 stehen fest

Herrsching, 29.06.2026 (PresseBox) -  

Redaktion (RD): Herr Fürderer, die „Top 100-Banken 2026“ wurden jüngst veröffentlicht. Welche Aussage verbinden Sie mit dieser Auszeichnung?

Kai Fürderer (KF): Die Auszeichnung der „Top 100-Banken“ ist weit mehr als ein klassisches Ranking. Sie würdigt jene Institute, die über sämtliche Testkategorien hinweg besonders konstant hohe Leistungen zeigen. Entscheidend ist dabei, dass wir nicht einzelne Produkte oder Konditionen bewerten, sondern die gesamte Customer Journey eines Interessenten betrachten: vom ersten digitalen Kontakt über den Service bis hin zur Qualität der persönlichen Beratung und der Nachbetreuung.

Gerade diese ganzheitliche Betrachtung macht den Test so aussagekräftig. Kunden entscheiden sich heute nicht mehr ausschließlich aufgrund eines attraktiven Zinssatzes oder einer bekannten Marke für eine Bank. Sie erwarten Orientierung, Verlässlichkeit und eine Beratung, die ihre persönliche Situation wirklich berücksichtigt.

RD: Der Digital-Check besitzt inzwischen einen sehr hohen Stellenwert. Warum?

KF: Weil der erste Eindruck heute fast immer digital entsteht. Bevor ein Kunde einen Termin vereinbart, informiert er sich auf der Website der Bank, sucht nach Bewertungen, nutzt Suchmaschinen oder informiert sich über Social Media. Innerhalb weniger Minuten entscheidet sich häufig bereits, ob Vertrauen entsteht oder nicht. Deshalb bewerten wir im Digital-Check längst nicht mehr nur das Design einer Website. Uns interessiert vielmehr, ob eine Bank komplexe Finanzthemen verständlich erklärt, ob Informationen leicht auffindbar sind, ob digitale Kontaktmöglichkeiten funktionieren und ob Kunden einen nachvollziehbaren Einstieg in ihre Finanzplanung erhalten. Der digitale Ersteindruck ist heute die Eingangstür zur persönlichen Beratung.

RD: Gleichzeitig bleibt die persönliche Beratung ein wesentlicher Bestandteil Ihres Bankentests.

KF: Absolut. Die Digitalisierung verändert den Zugang zur Beratung, ersetzt sie aber nicht. Unsere Testkunden erleben jedes Jahr, dass die Unterschiede zwischen den Instituten gerade im persönlichen Gespräch besonders deutlich werden. Exzellente Beratung bedeutet für uns nicht, möglichst viele Produkte vorzustellen. Vielmehr geht es darum, die individuelle Situation des Kunden zu verstehen, Risiken anzusprechen, Prioritäten gemeinsam zu entwickeln und daraus passende Lösungen abzuleiten. Genau diese Beratungsqualität entscheidet letztlich darüber, ob aus einem Interessenten ein langfristiger Kunde wird.

RD: Welche Rolle spielt dabei die Servicequalität?

KF: Eine deutlich größere, als häufig angenommen wird. Eine hochwertige Beratung beginnt nicht erst am Beratungstisch. Bereits Terminvereinbarung, Erreichbarkeit, Reaktionsgeschwindigkeit, Freundlichkeit und Verbindlichkeit prägen das Kundenerlebnis erheblich. Viele Institute investieren heute intensiv in ihre Beratungsqualität. Gleichzeitig sehen wir, dass organisatorische Abläufe oftmals darüber entscheiden, ob ein insgesamt positiver Eindruck entsteht. Gerade im Wettbewerb mit Direktbanken wird Service zunehmend zum Differenzierungsmerkmal regionaler Banken.

RD: Die Gesellschaft für Qualitätsprüfung beschäftigt sich seit diesem Jahr intensiv mit jungen Zielgruppen. Welche Erkenntnisse liefert die NextGen Studie?

KF: Die Ergebnisse haben viele Erwartungen bestätigt, aber gleichzeitig auch einige verbreitete Annahmen widerlegt. Die Generation Z ist selbstverständlich digital unterwegs. Sie nutzt Smartphones, Apps, Künstliche Intelligenz und soziale Medien täglich. Trotzdem zeigt unsere NextGen Studie eindeutig, dass junge Menschen bei wichtigen Finanzentscheidungen keineswegs ausschließlich auf digitale Angebote vertrauen.

Gerade bei komplexen Themen wie Geldanlage oder Altersvorsorge wünschen sie sich weiterhin persönliche Beratung. Das bedeutet für Banken: Digitalisierung ersetzt die Beratung nicht. Vielmehr muss sie den Einstieg in eine hochwertige Beratung erleichtern.

RD: Deshalb beschäftigen Sie sich inzwischen auch intensiv mit dem Thema Finanzbildung?

KF: Ja, denn Finanzbildung wird künftig einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren überhaupt sein. Die größte Herausforderung besteht heute nicht mehr darin, Informationen bereitzustellen. Informationen gibt es überall. Die eigentliche Aufgabe besteht darin, diese Informationen verständlich einzuordnen und Orientierung zu geben. Genau deshalb haben wir mit dem Young Finance Award und der Analyse „NextGen Finanzbildung“ einen neuen Schwerpunkt geschaffen. Wir untersuchen, wie Banken junge Menschen bereits vor einer konkreten Beratung erreichen, welche Inhalte sie vermitteln und wie verständlich Finanzthemen erklärt werden.

Unser Verständnis lautet: Gute Beratung beginnt lange vor dem ersten Beratungsgespräch.

RD: Welche Bedeutung hat dabei das Thema Altersvorsorge?

KF: Eine sehr große. Kaum ein anderes Thema wird die Finanzberatung der kommenden Jahre so stark prägen. Viele junge Menschen beschäftigen sich verständlicherweise zunächst mit Ausbildung, Berufseinstieg oder dem ersten Vermögensaufbau. Gleichzeitig wissen wir heute, dass private Altersvorsorge immer früher beginnen sollte.

Hier tragen Banken eine besondere Verantwortung. Es geht nicht darum, möglichst früh Produkte zu verkaufen. Es geht darum, Menschen für ihre finanzielle Zukunft zu sensibilisieren und Versorgungslücken verständlich aufzuzeigen. Genau darin sehen wir den Kern einer modernen, ganzheitlichen Beratung.

RD: Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den Bankentest „BESTE BANK vor Ort 2027“?

KF: Wir entwickeln unseren Bankentest kontinuierlich weiter und orientieren uns dabei konsequent an den Erwartungen der Verbraucher. Für 2027 werden wir insbesondere den Digital-Check nochmals deutlich ausbauen. Gleichzeitig erhält das Thema Altersvorsorge im Rahmen der Beratungsqualität einen wesentlich höheren Stellenwert.

Wir werden künftig noch intensiver prüfen, ob Banken verständliche Informationen bereitstellen, Kunden frühzeitig sensibilisieren und Altersvorsorge selbstverständlich in eine ganzheitliche Finanzplanung integrieren. Unser Ziel ist es, aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen möglichst frühzeitig in unsere Qualitätskriterien zu übertragen.

RD: Wohin entwickelt sich aus Ihrer Sicht die Beratungsqualität in den kommenden Jahren?

KF: Wir erleben derzeit einen grundlegenden Wandel. Beratung wird künftig noch digitaler vorbereitet, datenbasierter unterstützt und durch Künstliche Intelligenz ergänzt werden.

Der entscheidende Erfolgsfaktor bleibt jedoch der Mensch. Gerade weil Informationen jederzeit verfügbar sind, steigt der Wert einer kompetenten Einordnung. Kunden suchen keine zusätzliche Informationsquelle. Sie suchen vielmehr Orientierung, Vertrauen und individuelle Lösungen.

Deshalb glauben wir, dass exzellente Regionalbanken künftig vier Eigenschaften miteinander verbinden müssen: eine überzeugende digitale Präsenz, hohe Servicequalität, exzellente persönliche Beratung und eine aktive Rolle bei der Finanzbildung ihrer Kunden.

RD: Abschließend ein Blick nach vorne: Worauf dürfen sich Banken 2027 freuen?

KF: Das Jahr 2027 wird für uns ein Jahr der konsequenten Weiterentwicklung. Wir werden unsere Qualitätsanalysen noch stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen der Verbraucher ausrichten. Themen wie Altersvorsorge, digitale Customer Journey und Finanzbildung werden dabei eine noch größere Rolle spielen.

Unser Anspruch bleibt unverändert: Wir möchten Banken nicht nur bewerten, sondern ihnen Orientierung geben, wie exzellente Beratungsqualität in einer zunehmend digitalen Welt aussehen kann. Denn unser Ziel ist seit jeher dasselbe: Qualität sichtbar machen, Verbraucher bei ihrer Suche unterstützen und gleichzeitig Impulse für die Weiterentwicklung der gesamten Branche setzen.

Ansprechpartner

Kai Fürderer
+49 (8152) 3961697
Zuständigkeitsbereich: Mitglied der Geschäftsleitung

Über Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH:

Die Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH zählt zu den führenden unabhängigen Testinstituten für Beratungsqualität und Kundenorientierung in der deutschen Finanzbranche. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen wissenschaftlich fundierte Analysen, Praxistests und Studien zu den Themen Beratung, Service, Digitalisierung, Baufinanzierung, Vermögensberatung, Finanzbildung und Kundenerlebnis.

Mit ihren bundesweiten Testreihen wie „BESTE BANK vor Ort“, „SEHR GUT in der Baufinanzierung“, den Private-Banking-Tests sowie den NextGen-Analysen untersucht die Gesellschaft für Qualitätsprüfung jährlich mehrere tausend Kundenkontakte und digitale Berührungspunkte. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen sowohl Verbrauchern als Orientierungshilfe als auch Finanzinstituten als Grundlage zur Weiterentwicklung ihrer Beratungs- und Servicequalität.

Darüber hinaus veröffentlicht die Gesellschaft für Qualitätsprüfung regelmäßig Fachbeiträge, Studien und Marktanalysen zu aktuellen Entwicklungen im Banking und engagiert sich insbesondere für die Stärkung der Finanzbildung sowie die Förderung einer kundenorientierten Beratungskultur.

Getreu dem Unternehmensmotto „Weil wir Qualität prüfen.“ verfolgt sie das Ziel, Qualität sichtbar, vergleichbar und nachhaltig wirksam zu machen.

Datei-Anlagen:


(562 kB)
1615155.attachment

Die „Top 100-Banken“ 2026 stehen fest


(294 kB)
1614944.attachment

Interview mit Kai Fürderer, Mitglied der Geschäftsleitung der Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH