Startseite Themen Brennpunkt INNOVATIONSPREIS-IT IT-Bestenliste INDUSTRIEPREIS INDUSTRIE-Bestenliste TrafficGenerator
INNOVATIONSPREIS-IT 2017

Drucken
Mittelstandspresse

29.06.2026

Vom KI-Pflaster zum echten Hebel

Warum man sich bei jeder KI-Initiative fragen muss, was stattdessen abgeschaltet wird

Solingen, 29.06.2026 (PresseBox) - In vielen Chefetagen stellt sich gerade die richtige Frage: Was haben die letzten zwölf Monate gebracht? Copilot-Lizenzen wurden verteilt, ein interner KI-Chat steht. Die Time-to-Market hat sich nicht verkürzt. Es ist keine lernende Organisation entstanden. Denn es wurden keine Fundamente gebaut. Es wurden Pflaster geklebt.

Das Problem ist kein technisches, sondern ein organisatorisches. Wer KI auf kaputte, von Silos geprägte Prozesse kippt, macht diese nicht besser. Er macht es schwerer, sie später anzupassen.

Die häufigste Illusion ist die Geschwindigkeit. Wenn ein einzelnes Zahnrad beschleunigt wird, etwa weil Entwickler rasant Code generieren, staut sich die Arbeit schneller vor dem nächsten Engpass, dem manuellen Review durch die teuren Seniors. Der Flaschenhals bleibt. Er füllt sich nur schneller.

Ein weiteres Muster ist verbreitet. Ein sicherer interner KI-Chat wird bereitgestellt. Teams laden ihre Excel-Sheets hoch, lassen sie zusammenfassen und arbeiten ansonsten exakt so weiter wie bisher. Sheets rein, Sheets raus, per E-Mail weiterschicken. Das Häkchen KI ist gesetzt. Wie Entscheidungen getroffen werden, bleibt unangetastet.

Solche Pflaster sind nicht wertlos. Sie bauen Vertrauen auf und liefern erste Erfahrungen. Zum Problem werden sie erst, wenn sie nach zwölf Monaten das Einzige sind, was steht.

Der Weg raus beginnt nicht mit der Frage nach der richtigen Plattform. Er beginnt mit der Frage nach der richtigen Entscheidung. Decision-first statt Technology-first. Vier Fragen helfen dabei.

Welche konkrete Entscheidung soll verbessert werden? Nicht „Wo können wir KI einsetzen?", sondern „Wo verlieren wir Geld, Zeit oder Kunden durch schlechte Entscheidungen?"

Wie messen wir den Effekt? Nicht die Modellgenauigkeit. Harte Kennzahlen mit direktem Business-Impact.

Wer trägt Verantwortung? Nicht das KI-Team. Der Fachbereich, der die Entscheidung heute trifft.

Was schalten wir danach ab? Wenn nach dem Projekt kein altes Excel, kein manueller Prozess, kein Freigabeweg verschwindet, war es ein Pflaster.

Ein echter Hebel tut weh, wenn man ihn wegnimmt. Er verändert einen Prozess und damit die Organisation drum herum. Datenfundamente, die vorher optional wirkten, werden plötzlich zur Voraussetzung. Ohne sie produziert der Hebel nur „Confident Sounding Garbage" in höherer Geschwindigkeit.

Was wurde abgeschaltet? Das ist die Frage, die nach jeder KI-Initiative ehrlich beantwortet werden muss.

Ein Kommentar von Dr. Marcel Mikl, Service Lead Data, ML & AI bei codecentric

Ansprechpartner

Corinna Kern
+49 15110867088

Dr. Marcel Mikl

Über codecentric AG:

Als Experte für agile und individuelle Software-Entwicklungen ist die codecentric AG seit 2004 der Vordenker für innovative Technologien in Deutschland. Dafür kombiniert sie innovative Technologien und ausgefeilte Methoden für und mit ihren Kunden aus allen Wirtschaftszweigen – das Fundament für einen erfolgreichen digitalen Auftritt. codecentrics umfangreiches Projektportfolio reicht dabei von Cloud-Native, Smart Data & AI über IT Integration, Information Security bis hin zu Application Performance Management. codecentric hilft Unternehmen dabei, nachhaltig, schnell und und flexibel auf dem Markt zu agieren und befähigt sie, ihre IT-Wertschöpfungskette stabil, sicher und allzeit verfügbar zu machen. Als vertrauensvoller, pragmatischer und erfahrener Partner begleitet die codecentric AG Unternehmen auf dem Weg in die digitale Transformation und findet mit ihnen zusammen die beste Lösung für ihr Digitalisierungsvorhaben. https://www.codecentric.de/