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INDUSTRIEPREIS

Interviewreihe

19.05.2015 - Optische Technologien

Mobile Wetterdatenerfassung in Echtzeit

Für die G. Lufft Mess- und Regeltechnik GmbH war die Teilnahme beim INDUSTRIEPREIS sehr erfolgreich. Denn das Unternehmen konnte mit seinem mobilen Straßenwettersensor MARWIS nicht nur in der Kategorie Optische Technologien gewinnen, sondern wurde auch als Gesamtsieger ausgezeichnet.

Ihr Produkt ist Sieger beim INDUSTRIEPREIS 2015. Können Sie uns Ihre Lösung in drei prägnanten Sätzen beschreiben?
MARWIS ist ein mobiler Straßenwetterinformations-Sensor, der zuverlässig und professionell Fahrbahnzustände und Umweltdaten erfasst. Direkt am Fahrzeug montiert, misst der intelligente Sensor 100 Mal pro Sekunde – zu jeder Zeit und an jedem Ort. Fahrbahnzustandsinformation stehen dadurch in Echtzeit zur Verfügung, damit der Wetterdienst perfekt vorhersagen, der Flughafen und die Straßenbauverwaltung den optimalen Betrieb bei allen Wetterzuständen ermöglichen und das selbstfahrende Auto vollautomatisch die richtige Fahrgeschwindigkeit ermitteln kann.

Was ist aus Ihrer Sicht das Innovative an Ihrer Industrielösung?
Ein mobiler Sensor, der 100 Mal pro Sekunde misst und damit alle „cold spots“ erkennt. Der Vibrationen aushält und als optischer Sensor wartungsfrei funktioniert. Und das bei widrigsten Wetterbedingungen wie Eis und Schnee. Der über offene Schnittstellen verfügt zur einfachen Integration sowohl in das Fahrzeug über CAN-Bus als auch über RS485 in verschiedenste Internet 4.0-Anwendungen. Und dass der Sensor über Vorhersage-Informationen für alle GPS-Koordinaten verfügt, um präventives Streuen zu ermöglichen. Ein vollautomatischer Streu-Algorithmus, der auf verschiedene Kundenwünsche adaptiert werden kann.

Warum braucht ein Unternehmen eine Lösung wie Ihre und welche Vorteile bietet sie anderen Industrieunternehmen?
Grundsätzlich helfen die Messdaten des MARWIS dabei, die Fahrsicherheit auf kalten oder nassen Fahrbahnen zu erhöhen. Ein weiterer Faktor ist die Erfassung von umfangreichen Wetterdaten über die mobile Verwendung. Dadurch ist MARWIS für den Einsatz von Wetterdiensten, Flughäfen, Straßenbauverwaltungen, Behörden, Kommunen und vielen anderen Unternehmen geeignet. Gerade in diesen Bereichen ist das Erfassen von Daten maßgebend für operative Entscheidungen wie beispielsweise dem Winterdiensteinsatz bei drohender Straßenglätte.

Wie lange dauerte die Entwicklung Ihrer innovativen Lösung und planen Sie weitere Optimierungsmaßnahmen?
Die Entwicklung dauerte über drei Jahre und ist damit die längste sowie teuerste Entwicklung, die wir uns in unserer langen Unternehmensgeschichte bisher geleistet haben. Dabei gab es einige Auf und Abs – letzten Endes wurden wir allerdings für den langen Atem belohnt!
Der MARWIS ist das erste Familienmitglied einer neuen Baureihe mobiler Wettersensoren. Geplant sind weitere Varianten, z.B. auch für die Erfassung von Feinstaub. Ebenso werden bereits erste Messkampagnen im Zusammenhang mit der Enteisung von Flugzeug-Tragflächen geplant.

Welche fünf Keywords würden Sie mit Ihrer Lösung verbinden?
Mobil
Internet 4.0
automatische Salzstreuoptimierung
Eisdetektion
Big Data

Wie wichtig ist für Sie die Teilnahme an Wettbewerben wie dem INDUSTRIEPREIS und was bedeutet ein solcher Preis für Ihr Unternehmen und Ihre Arbeit?
Die Teilnahme an Wettbewerben wie dem INDUSTRIEPREIS ist für uns als mittelständisches B2B-Unternehmen (100 Mitarbeiter) in einem extremen Nischensegment ein sehr nützliches Instrument, um unsere Innovationen der Öffentlichkeit bekanntzumachen.
Preise wie der INDUSTRIEPREIS 2015 bedeuten uns daher sehr viel, da sie eine große Wertschätzung für das Geleistete darstellen und uns im großen Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte in der wirtschaftsstarken Region Stuttgart großen Auftrieb verleihen.

Welche Rolle spielt das Thema „Industrie 4.0“ Ihrer Meinung nach für die Wettbewerbsfähigkeit deutschsprachiger Unternehmen?
MARWIS ist der erste Lufft-Sensor, der in diese Kategorie fällt. Er wird künftig vollautomatisch mit Controllern (Aktoren) Operationen auslösen. Die Digitalisierung hat erst begonnen, das Zusammenspiel von zuverlässigen Sensoren und Aktoren wird die nächste Stufe der Automatisierung in der Industrie bestimmen.

Wie schafft es Ihr Unternehmen, dauerhaft innovativ zu bleiben? Wie sieht Ihre Zukunftsplanung aus?
Die einzige Chance als international tätiges B2B-Unternehmen in Deutschland, dem Land der Tüftler und Forscher, liegt in der Entwicklung. Daher leisten wir uns seit vielen Jahren eine sehr schlagkräftige Entwicklungsabteilung. Aber eine große Entwicklungsabteilung allein kann noch nicht gewährleisten, dauerhaft innovativ zu sein.
Der Kunde muss bei jeder Innovation in den Fokus gestellt werden. Daher fragen wir ständig unsere wichtigsten Kunden nach deren Wünschen und Verbesserungen und richten uns bei der Innovation nach dem Markt. Nur so schaffen wir es auch dauerhaft, innovativ und somit letztendlich auch erfolgreich zu sein.


Weitere Informationen zur Lösung finden Sie unter
http://www.optische-technologien-bestenliste.de/...