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14.05.2013 - M2M-Lösung - Software
Schlechte Zeiten für Holzdiebe
M2M-Lösung ortet gestohlenes Holz
Jeder Spaziergänger, der schon mal einen Wald betreten hat, kennt die am Wegesrand liegenden Holzstapel. Aus der jährlichen Holzernte geht ein breit gefächertes Sortiment hervor, von edlen Furnierhölzern bis hin zu Industrie- und Brennholz. Nur wenige wissen aber, dass der Diebstahl dieser Stapel hohen Schaden verursacht und selbst Stämme von mehreren Metern Länge fortgeschafft werden. Allein im hessischen Staatswald liegt der Verlust jährlich im hohen sechsstelligen Bereich. Der Holzdiebstahl wird zwar stets zur Anzeige gebracht, die Verfahren in den meisten Fällen aufgrund fehlender Spuren und Beweise aber eingestellt.
Um dem Holzschwund vorzubeugen, setzt der Landesbetrieb Hessen Forst deshalb auf eine M2M-Lösung. Die Idee dahinter: In einzelnen Stämmen werden stichprobenartig Peilsender versteckt, die ihren Status an einen Server senden. Sobald Diebe das Holz entwenden, alarmiert das System die Förster. Wenn vernetzte Maschinen oder Gegenstände auf diese Weise automatisch Informationen austauschen, ist die Rede von Machine-to-Machine-Kommunikation, kurz M2M.
Hohe technische Anforderungen
Die Anforderungen an die Ortungslösung waren groß. Anders als ein GPS-Empfänger im Auto sind die Tracker im Wald von technischen Umgebungen abgeschottet. Es gibt keine Batterie und keine Lichtmaschine, die sie mit Strom versorgen könnten. Wenn das Holz verladen wird, bekommt es außerdem harte Stöße ab. Der Tracker muss möglichst robust sein. Weiterhin muss die Sende- und Empfangsleistung aus feuchtem Holz so gut sein, dass eine lückenlose Sendung möglich ist.
Da auf dem Markt keine entsprechenden Angebote zu finden waren, wandten sich die Förster direkt an die Hersteller. In dem Telekom-Partner akquinet fanden sie einen Telematik-Spezialisten, der die hohen Anforderungen abdecken konnte. „Wir haben gemeinsam mit akquinet längere Testreihen durchgeführt und das Produkt so optimiert“, erklärt Andreas Schmitt, Forstamtsleiter beim Landesbetrieb Hessen Forst. „Mit dem Ergebnis sind wir vollauf zufrieden.“
Dank effizientem Energiemanagement und einem leistungsfähigen Lithium-Polymer-Akku ist die Stromversorgung der Tracker über Monate gewährleistet. Übertragen werden die GPS-Koordinaten über das Mobilfunknetz der Telekom. Durch die flächendeckende Abdeckung, hohe Netzqualität, und weltweite Roaming-Partnerschaften kann der Forst-Tracker auch in abgelegenen oder grenznahen Gebieten eingesetzt werden. Auswertung und Visualisierung der Daten übernimmt die Software von akquinet.
Installation mit der Kettensäge
Der Forst-Tracker besteht aus einem Funkmodul mit einer speziellen M2M SIM-Karte, einem GPS- Sender und einem Bewegungssensor. Um das Gerät in dem geschlagenen Holz anzubringen, wird zunächst ein Stück Rinde des Stamms hochgehebelt. Anschließend sägen die Förster mit der Kettensäge einen Hohlraum in das Holz, platzieren darin den Tracker und versiegeln das Loch wiederum mit der Rinde. Nach der Installation sind von außen keine Spuren des Eingriffs zu erkennen.
Solange das Holz unbewegt im Wald liegt, bleibt der Forst-Tracker in einem Standby-Modus. Verlässt es aber eine vorab definierte Zone, alarmiert das System automatisch Schmitt und seine Kollegen per E-Mail oder SMS. Darüber hinaus sendet der Tracker in regelmäßigen Intervallen die GPS-Koordinaten über das Mobilfunknetz der Telekom an die akquinet-Server. Das akquinet Telematik Onlineportal wertet die Daten aus und visualisiert die Transportroute auf einer Karte. Zusammen mit den örtlichen Behörden kann Hessen Forst das gestohlene Holz so einfach und schnell wiederfinden und die Diebe überführen.















