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31.08.2026

Überstunden 2025: Beschäftigte in Deutschland leisteten im Schnitt 15,6 unbezahlte und 11,6 bezahlte Zusatzstunden im Jahr

Die Arbeitszeitrechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung weist für das erste Quartal 2026 ein Arbeitsvolumen von 15,7 Milliarden Stunden aus, bei einer Teilzeitquote von erstmals über 40 Prozent

Handschriftlicher Stundenzettel neben Taschenrechner und Laptop auf einem Werkstatttisch
Handschriftlicher Stundenzettel neben Taschenrechner und Laptop auf einem Werkstatttisch

Bietigheim-Bissingen, 31.08.2026 (PresseBox) - Beschäftigte in Deutschland haben 2025 im Durchschnitt 15,6 unbezahlte Überstunden geleistet. Hinzu kamen 11,6 bezahlte Stunden je abhängig beschäftigter Person, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg am 3. März 2026 mitteilte. Wer die eigenen Stunden nachhalten will, findet eine Übersicht über Werkzeuge zur Erfassung der Arbeitszeit beim Rechnerportal der Provimedia GmbH. Für Betriebe und Beschäftigte beziffert die Rechnung damit Arbeit, die in keiner Lohnabrechnung auftaucht.

Wie sich Arbeitsvolumen und Teilzeitquote zu Jahresbeginn 2026 verschoben haben

Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen lag laut IAB im ersten Quartal 2026 bei 15,7 Milliarden Stunden und damit minimal unter dem Vorjahresquartal. Saison- und kalenderbereinigt nahm es gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent ab. Die Nürnberger Forschungseinrichtung veröffentlichte diese Werte am 2. Juni 2026.

Fünf Kennzahlen umreißen das Bild des ersten Quartals 2026:

Erwerbstätige: 45,64 Millionen Personen, ein Rückgang um 160.000 gegenüber dem Vorjahresquartal.

Arbeitszeit je Erwerbstätigem: 344,2 Stunden, ein Plus von 0,3 Prozent.

Teilzeitquote: 40,1 Prozent, erstmals in einem ersten Quartal über der Marke von 40 Prozent.

Krankenstand: 6,1 Prozent nach 6,5 Prozent ein Jahr zuvor.

Kurzarbeit: 438.000 Personen, 91.000 weniger als im ersten Quartal 2025.

Warum Teilzeit die Stundenrechnung im Betrieb verändert

Teilzeitkräfte arbeiten länger als früher, und das verschiebt die Kalkulation in der Personalplanung. Nach Angaben des IAB stieg die vertraglich vereinbarte Wochenarbeitszeit von Teilzeitbeschäftigten im ersten Quartal 2026 um 0,3 Stunden auf 18,88 Stunden. Bei Vollzeitbeschäftigten blieb sie mit 38,15 Stunden nahezu konstant, über alle abhängig Beschäftigten hinweg lag sie bei 30,42 Stunden.

Die Verschiebung ist kein Ausreißer eines einzelnen Quartals. Laut der Jahresauswertung des IAB erreichte die Teilzeitquote 2025 im Mittel 39,9 Prozent und damit den höchsten je gemessenen Jahreswert, während die reguläre Teilzeitbeschäftigung als einzige Beschäftigungsform um 1,8 Prozent zulegte. Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen, ordnete die Entwicklung mit dem Satz ein, dass weniger Erwerbstätige mehr arbeiten.

Nebentätigkeiten und Überstunden machen die Erfassung aufwendiger

Nach Angaben des IAB hatten 2025 rund 4,68 Millionen Beschäftigte in Deutschland einen Nebenjob, das sind 11,1 Prozent aller Beschäftigten und 85.000 mehr als im Jahr davor. Je Nebentätigkeit kamen im Schnitt 287 Stunden zusammen, 1,5 Stunden mehr als 2024. Wer zwei Arbeitsverhältnisse führt, muss zwei Stundenkonten getrennt abrechnen und dabei Pausen, Zuschläge und Übertrag korrekt trennen.

Viele Betriebe führen diese Konten weiterhin in Tabellen. Wer das tut, stößt regelmäßig auf Formelfehler bei Zeitwerten über 24 Stunden, weil Tabellenprogramme Zeiten intern als Bruchteile eines Tages speichern. Eine Sammlung von Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Berechnungen in Tabellen zeigt, wie sich Zeitformate, Pausenabzüge und Summenbildung sauber abbilden lassen.

„Eine Stunde, die niemand notiert, ist für den Betrieb keine Zahl und für die beschäftigte Person kein Anspruch. Wer Mehrarbeit erst am Jahresende bemerkt, hat sie ein Jahr lang falsch geplant“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Was das stagnierende Arbeitsvolumen für die Planung bedeutet

Das Arbeitsvolumen sank 2025 laut IAB um 0,2 Prozent auf 61,26 Milliarden Stunden, während die Zahl der Erwerbstätigen mit 45,98 Millionen nahezu unverändert blieb. Je Kopf entfielen damit rund 1.332 Arbeitsstunden, 2,2 Stunden weniger als im Vorjahr. Die Stundenproduktivität legte im ersten Quartal 2026 um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu.

Im August 2026 ist die Auswertung für das zweite Quartal 2026 noch nicht erschienen, die Zahlen des ersten Quartals bilden damit den aktuellen Stand. Für die Personalplanung heißt das: Wer Kapazitäten aus Kopfzahlen ableitet, rechnet an der Realität vorbei, weil dieselbe Belegschaft je nach Vertragsmix sehr unterschiedliche Stundenmengen liefert.

Ansprechpartner

Alexander Weipprecht
+49 (7142) 3442727
Zuständigkeitsbereich: CEO

Über Provimedia GmbH:

Die Provimedia GmbH ist ein Online-Verlag mit Sitz in der Region Stuttgart. Wir schaffen wertvolle Informationen in unterschiedlichen Branchen um Wissen schnell und einfach zugänglich zu machen. Wir haben uns auf übersichtliche Webseiten und Auffindbarkeit von Informationen spezialisiert.

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Handschriftlicher Stundenzettel neben Taschenrechner und Laptop auf einem Werkstatttisch