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Mittelstandspresse

27.10.2026

Industrie treibt Aufwärtstrend voran

IHK-Konjunkturumfrage drittes Quartal 2026

Heilbronn, 27.10.2026 (PresseBox) - Die Stimmung in den Unternehmen der Region Heilbronn-Franken hat sich im dritten Quartal 2026 weiter verbessert. Der Aufwärtstrend wird vor allem von der Industrie getrieben. Andere Branchen bewerten ihre Situation deutlich schlechter als in der ersten Jahreshälfte.

„In unseren Industriebetrieben laufen die Geschäfte so gut wie seit drei Jahren nicht mehr. Auch die Zuversicht kehrt in vielen Betrieben zurück. Doch einen echten Aufschwung können wir noch nicht erkennen. Das Exportgeschäft läuft zwar aktuell besser, aber bei den Investitionen halten sich die Betriebe nach wie vor zurück“, kommentiert Elke Döring, Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken, die Ergebnisse der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage für das dritte Quartal 2026.

Von den 322 befragten Betrieben aller Branchen und Größen bewerten 29 statt 27 Prozent im Vorquartal ihre Geschäftslage als gut, nur noch 17 Prozent melden eine Verschlechterung. Im Vorquartal waren es noch 21 Prozent.

23 Prozent der Unternehmen (Vorquartal 18) gehen zudem davon aus, dass sich die Geschäftslage weiter verbessert. Allerdings drücken vor allem die nach wie vor hohen Energie- und Arbeitskosten sowie die schwache Inlandsnachfrage auf die Stimmung.

„Der Aufwärtstrend beruht zu einem großen Teil auf dem Sondervermögen des Bundes sowie steigender Verteidigungsausgaben und ist somit noch kein selbst tragender Aufschwung. Von der momentanen Entwicklung profitiert vor allem unsere Industrie, die zudem eine anhaltend schwächelnde Inlandsnachfrage mit einem guten Exportgeschäft ins EU-Ausland ausgleichen kann“, so Elke Döring.

34 Prozent der Industriebetriebe melden im dritten Quartal 2026 eine gute Geschäftslage. Im Vorquartal waren es noch 27 Prozent. Die Hälfte der befragten Betriebe nennt die Geschäftslage befriedigend.

Unzufrieden sind viele Unternehmen mit den Auftragseingängen aus dem Inland. Mehr als ein Viertel der Betriebe (27 Prozent) klagt über Einbußen, fast ebenso viele (23 Prozent) melden einen Anstieg. Anders sieht es bei den Orders aus dem Ausland aus. Mit 27 Prozent hat der Anteil der Unternehmen, die mehr Aufträge aus dem Ausland erhalten, den höchsten Stand seit 2022 erreicht.

Beim Blick in die Zukunft herrscht in der Industrie verhaltene Zuversicht. 23 beziehungsweise 24 Prozent der Betriebe gehen von besseren Geschäften und steigenden Exporten aus. 17 beziehungsweise 14 Prozent sind skeptisch. Die Zurückhaltung zeigt sich vor allem bei den Inlandsinvestitionen. Nur noch 14 Prozent (Vorquartal 22 Prozent) planen mit steigenden Investitionen, 29 statt 25 Prozent im Vorquartal wollen ihre Investitionen reduzieren. Ein Viertel plant Stellenstreichungen.

Gegenteilig der Trend im Baugewerbe: Nur noch 27 Prozent der Bauunternehmen melden einen guten Geschäftsverlauf. Im Vorquartal waren es mit 45 Prozent noch deutlich mehr. Befriedigend nennen 56 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage (Vorquartal 36 Prozent).

„Wie kaum eine andere Branche ist das Baugewerbe starken Schwankungen ausgesetzt. Aktuell belasten hohe Zinsen, weiter steigende Bau- und Rohstoffpreise, aber auch die allgegenwärtig schwache Inlandsnachfrage die Geschäftslage“, bilanziert die IHK-Hauptgeschäftsführerin. Während im Wohnungsbau nur noch 59 Prozent der Betriebe (Vorquartal 84 Prozent) einen Rückgang der Aufträge beobachten, hat sich die Auftragslage im Straßen- und Tiefbau sowie im öffentlichen Hochbau deutlich abgeschwächt. Die zukünftige Entwicklung bewertet rund ein Drittel der Betriebe skeptisch.

Auch im Handel hat sich die Stimmung eingetrübt. Die Zahl der Großhändler, die mit der Geschäftsentwicklung unzufrieden sind, hat sich gegenüber dem Vorquartal von 15 auf 32 Prozent mehr als verdoppelt. 35 Prozent beklagen einen Rückgang der Bestellungen, 22 Prozent einen Anstieg. Betroffen von dem Einbruch ist vor allem der produktionsverbindende Großhandel.

Zum Problem werden zunehmend die Arbeitskosten. 78 Prozent der Betriebe geben sie als größtes Geschäftsrisiko an – so viele wie noch nie. Als Folge planen 41 Prozent der Großhändler einen Personalabbau. 24 Prozent rechnen zudem mit einer weiteren Verschlechterung der Lage (14 Prozent im Vorquartal).

Im Einzelhandel ist die wirtschaftliche Erholung ebenfalls nicht angekommen. Elke Döring: „Die Menschen haben immer höhere Ausgaben und entsprechend weniger Geld für Konsum zur Verfügung. Hinzu kommt, dass zu Beginn des Quartals der Tankrabatt weggefallen ist. Das führt dazu, dass die Kauflaune auch im dritten Quartal auf einem Tiefpunkt verharrt.“

Fast drei Viertel der befragten Einzelhändler (74 Prozent) bewerten in der IHK-Umfrage die Kaufbereitschaft als zurückhaltend. Kein Einzelhändler spricht von einer kauffreudigen Kundschaft. Entsprechend negativ bleibt die Lageeinschätzung. 96 Prozent aller Einzelhändler bezeichnen ihre wirtschaftliche Lage als befriedigend oder schlecht. Die Zahl derer, die gute Geschäfte machen sank gegenüber dem Vorquartal um die Hälfte auf vier Prozent.

Leicht verbessert hat sich die Situation im Dienstleistungsgewerbe. Jeweils ein Viertel der Betriebe verzeichnet steigende oder sinkende Umsätze. Im Vorquartal lag die Zahl der Dienstleistungsbetriebe mit Umsatzeinbrüchen noch bei 44 Prozent. 82 Prozent der Betriebe nennen ihre aktuelle Geschäftslage gleichbleibend oder gut – wobei die positiven Rückmeldungen vor allem von Beratungs- und ITK-Dienstleistern kommen.

Perspektivisch sind die Dienstleister wieder positiver gestimmt. 20 Prozent der Unternehmen erwarten eine bessere Geschäftslage. Das sind fast dreimal so viele wie im Vorquartal.

Die Hotel- und Gaststättenbetriebe haben von dem guten Wetter im Sommer profitiert. Die vielen Sonnentage haben die Stimmung erheblich verbessert. 32 Prozent der Betriebe melden eine gute Geschäftslage, nur acht Prozent eine schlechte.  Eingetrübt wird die gute Laune aber weiterhin durch die hohen Arbeits- und Energiekosten, weshalb auch nur 13 Prozent der Unternehmen davon ausgehen, dass sich die Geschäftslage verbessern wird.

„Wir können nur hoffen, dass das schuldenfinanzierte Sondervermögen des Bundes nicht nur für ein wirtschaftliches Zwischenhoch gesorgt hat, sondern auch dringend notwendige Investitionsanreize für mehr Wachstum setzt. Damit das auf lange Sicht gelingt, braucht es entschlossenes Handeln einer Regierung, die sich einig ist in der Priorisierung wirtschaftlicher Interessen ist und es schafft, echte Reformen schnell und wirksam umzusetzen“, meint Elke Döring.

Info: Unternehmen, die sich an den IHK-Konjunkturumfragen beteiligen möchten, finden alle Infos auf

www.ihk.de/heilbronn-franken

Ansprechpartner

Andreas Lukesch
+49 (7131) 9677-106
Zuständigkeitsbereich: Leiter Marketing & Kommunikation und Pressesprecher