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18.09.2026

Gute Vorsorgeberatung beginnt beim finanziellen Spielraum

Was eine neue Gallup Analyse für die Beratung junger Bankkunden bedeutet

Kai Fürderer, Mitglied der Geschäftsleitung der Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH (das Bild wurde mit KI erstellt).
Kai Fürderer, Mitglied der Geschäftsleitung der Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH (das Bild wurde mit KI erstellt).

Herrsching, 18.09.2026 (PresseBox) - Autor: Kai Fürderer, Mitglied der Geschäftsleitung der Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH

Wer junge Menschen für Altersvorsorge gewinnen will, muss ihre finanzielle Gegenwart verstehen. Ein langfristiger Sparplan konkurriert mit laufenden Ausgaben, dem Aufbau einer Rücklage und Wünschen, die deutlich näher liegen als der Ruhestand. Für Banken beginnt exzellente Beratung deshalb mit der Frage, welchen finanziellen Schritt ein Mensch heute tatsächlich gehen kann. Eine neue Auswertung von Gallup und Edward Jones gibt Anlass, diesen Zusammenhang genauer zu betrachten. Für die Gesellschaft für Qualitätsprüfung führt er unmittelbar zu den Themen Finanzbildung, digitale Unterstützung und persönliche Beratungsqualität.

Finanzielle Belastung und Zukunftsplanung bestehen nebeneinander

Die am 15. September 2026 veröffentlichte Gallup-Analyse untersucht finanzielle Zuversicht und Prioritäten verschiedener Generationen in den USA und Kanada. Grundlage ist eine Befragung von mehr als 5.000 US-amerikanischen und über 2.000 kanadischen Erwachsenen ab 21 Jahren im März und April. Es handelt sich um eine neue Auswertung, nicht um eine neue Erhebungswelle. In den USA berichten 53 Prozent der Gen Z, häufig oder ständig finanziellen Stress zu erleben. Nur 25 Prozent haben großes Vertrauen, ihre aktuellen finanziellen Bedürfnisse bewältigen zu können; bei den Babyboomern sind es 54 Prozent. Zugleich priorisieren jeweils mehr als sechs von zehn jungen Erwachsenen der Gen Z in beiden Ländern ein höheres Haushaltseinkommen. Altersvorsorge hat für jeweils 39 Prozent eine hohe oder sehr hohe Priorität. [1]

Die Ergebnisse beschreiben Selbstauskünfte in zwei nordamerikanischen Ländern. Sie lassen sich weder unmittelbar auf Deutschland übertragen noch als Nachweis einer bestimmten Beratungswirkung lesen. Als Diskussionsgrundlage lenken sie den Blick jedoch auf eine wichtige Frage: Wie lassen sich langfristige Ziele mit der aktuellen finanziellen Belastbarkeit vereinbaren?

Fehlendes Wissen verlangt andere Antworten 

Für die Beratungspraxis lohnt es sich, die Hindernisse hinter einer aufgeschobenen Entscheidung genauer zu unterscheiden. Ein junger Kunde kann die Vorteile regelmäßigen Sparens verstanden haben und dennoch keinen verlässlich verfügbaren Betrag erkennen. Eine andere Kundin hat ausreichend Geld, möchte sich aber angesichts eines möglichen Umzugs oder Arbeitsplatzwechsels nicht langfristig festlegen. Wieder andere können Risiken, Kosten oder den Nutzen eines Angebots noch nicht beurteilen. Diese Situationen verlangen unterschiedliche Unterstützung. Wo Wissen fehlt, braucht es verständliche Erklärungen. Wo der finanzielle Spielraum begrenzt ist, muss die Tragbarkeit geprüft werden. Wo Vertrauen fehlt, helfen nachvollziehbare Annahmen, transparente Kosten und ein offenes Gespräch über mögliche Nachteile. Bei konkurrierenden Zielen besteht die Beratungsleistung darin, Prioritäten gemeinsam zu ordnen. Ein zusätzlicher Artikel über Zinseszinseffekte kann einen Wissensbedarf decken. Er beantwortet aber nicht automatisch die Frage, ob sich eine monatliche Verpflichtung mit den übrigen Ausgaben vereinbaren lässt. Banken sollten deshalb herausfinden, was die konkrete Entscheidung erschwert, bevor sie ihre Lösung präsentieren.

Eine tragfähige Vorsorgeplanung beginnt mit dem Alltag

Ein einfaches, fiktives Beispiel verdeutlicht den Unterschied. Eine Berufseinsteigerin möchte regelmäßig 150 Euro für ihre Zukunft zurücklegen. Gleichzeitig stehen ein möglicher Wohnungswechsel und größere Ausgaben für die berufliche Mobilität an. Wer allein eine langfristige Kapitalentwicklung berechnet, hat ihre Ausgangslage noch nicht ausreichend erfasst. Zunächst wäre zu klären, welcher Teil des Geldes kurzfristig verfügbar bleiben muss und wie stabil der monatliche Überschuss überhaupt ist. Eine gute Beratung macht diese Zusammenhänge sichtbar. Sie bespricht laufende Verpflichtungen, vorhandene Rücklagen und absehbare Veränderungen. Darauf aufbauend lässt sich prüfen, wie ein langfristiger Beitrag in die persönliche Planung passt und wann eine Anpassung sinnvoll wäre. Dabei kann auch die Feststellung hilfreich sein, dass zunächst eine andere finanzielle Aufgabe Vorrang hat. Der Leitgedanke dieses Beitrags bedeutet deshalb kein pauschales Aufschieben der Altersvorsorge. Er beschreibt die Reihenfolge der Analyse. Frühzeitige Vorsorge und ausreichende Handlungsfähigkeit im Alltag müssen gemeinsam betrachtet werden. Ein kleinerer, tragbarer Einstieg mit einem vereinbarten Überprüfungstermin kann im Einzelfall besser passen als ein höherer Beitrag, dessen Finanzierung schon bei der nächsten unerwarteten Ausgabe unsicher wird.

Finanzbildung muss das Abwägen erleichtern

Für Finanzbildungsangebote ergibt sich daraus eine konkrete didaktische Aufgabe. Sie sollten erklären, wie Entscheidungen zusammenhängen. Ein Inhalt zum Vermögensaufbau gewinnt beispielsweise an praktischem Wert, wenn er erläutert, weshalb der Anlagehorizont zur geplanten Verwendung des Geldes passen muss. Ein Beitrag zur Altersvorsorge sollte auch zeigen, welche Annahmen einer Modellrechnung zugrunde liegen und wie veränderte Beiträge oder Unterbrechungen das Ergebnis beeinflussen können. Im Umfeld von NextGen Finanzbildung und dem Financial Education Measurement Index (kurz: FEMI), ist das ein wichtiger Maßstab für die inhaltliche Auseinandersetzung: Können junge Menschen eine Erklärung auf ihre eigene Situation beziehen? Werden Voraussetzungen verständlich benannt? Erkennt der Leser, welche Informationen ihm für eine Entscheidung noch fehlen?

Anschauliche Fälle können dabei mehr leisten als isolierte Begriffsdefinitionen. Sie lassen unterschiedliche Entscheidungen bei ähnlichem Einkommen nachvollziehbar werden. Daraus folgt allerdings noch kein Nachweis tatsächlicher Lernerfolge. Die Qualität eines Bildungsangebots und seine Wirkung auf Wissen oder Verhalten sind unterschiedliche Untersuchungsfragen.

Digitale Angebote sollten den nächsten Schritt erkennbar machen

Auch der digitale Auftritt einer Bank kann diese Einordnung vorbereiten. Wer nach „Wie viel kann ich monatlich sparen?“ sucht, benötigt zunächst eine nachvollziehbare Hilfestellung zur eigenen Ausgangslage. Dafür kommen verständliche Haushaltsübersichten, Hinweise auf unregelmäßige Ausgaben oder Rechner mit offen ausgewiesenen Annahmen infrage. Anschließend sollte erkennbar sein, bei welchen Fragen ein persönliches Gespräch weiterhilft. Eine hilfreiche digitale Strecke könnte die eigenen Ziele aufnehmen, Zeithorizonte unterscheiden und offene Fragen für einen Termin sammeln. Damit würde sie der Beratung einen konkreten Ausgangspunkt geben. Entscheidend wäre, dass Kunden ihre Angaben nachvollziehen und korrigieren können und erkennen, wo eine allgemeine Berechnung an ihre Grenzen stößt. Die NextGen Studie 2026 der Gesellschaft für Qualitätsprüfung liefert hierzu den deutschen Bezug. Sie beschreibt den Wunsch junger Erwachsener nach einer Verbindung digitaler Angebote mit persönlicher Unterstützung bei komplexen Entscheidungen. Gleichzeitig wird die wahrgenommene Beratungsleistung der Hauptbank nur in etwa jedem zweiten Fall als zumindest eher gut bewertet. [2]

Für Banken entsteht daraus die Aufgabe, den Übergang von der ersten Information zur individuellen Klärung überzeugend zu gestalten.

NextGen Bank 2027 macht digitale Qualität regional sichtbar und vergleichbar

Der Bankentest „NextGen Bank 2027“ betrachtet die digitalen Angebote von Regionalbanken aus Sicht junger Kundinnen und Kunden. Dazu gehören der Digital-Check, die digitale Unterstützung bei der persönlichen Finanzplanung sowie die Qualität und Authentizität der Kommunikation über soziale Medien. Das Format bewertet den digitalen Ersteindruck und das online verfügbare Angebot. Persönliche Testgespräche in der Filiale sind nicht Gegenstand dieses Tests. [3]

Die Gallup-Auswertung bietet einen fachlichen Anlass, über den Nutzen dieser digitalen Angebote zu sprechen. Eine Bank kann bereits vor einem Termin erkennen lassen, dass sie die unterschiedlichen Voraussetzungen junger Menschen berücksichtigt. Dazu gehört aus unserer Sicht, Lebenssituationen verständlich aufzugreifen und einen passenden Zugang zur weiteren Unterstützung anzubieten. Das ist eine redaktionelle Ableitung aus den Befunden und keine Ankündigung neuer Bewertungskriterien. Mit der regionalen Veröffentlichung auf Young-Finance-Award.de erhalten Interessierte Zugang zu den Stadtergebnissen. So wird die Frage nach einer passenden Bank vor Ort mit einer transparenten Darstellung der geprüften digitalen Qualität verbunden. Der für das Jahr 2027 vorgesehene Gesamtumfang umfasst mehr als 200 Städte. [3]

Persönliche Beratung muss finanzielle Ziele zusammenführen

Für den Bankentest „BESTE BANK vor Ort 2027“ wird die Altersvorsorge zum Themenschwerpunkt. Der weiterentwickelte Digital-Check untersucht unter anderem, wie Banken Informationen zur Rentenlücke und langfristigen Finanzplanung zugänglich machen und mit persönlicher Beratung verknüpfen. Das Testformat umfasst weiterhin standardisierte Testfälle mit verdeckten Testkunden. [4]

In einem individuellen Vorsorgegespräch sollte aus unserer Sicht nachvollziehbar werden, wie eine Empfehlung zur wirtschaftlichen Situation des Kunden passt. Dazu gehören die besprochenen Ziele, der verfügbare Spielraum und die Bedingungen, unter denen die Planung angepasst werden müsste. Verständlichkeit zeigt sich auch daran, ob der Kunde die wichtigsten Gründe für eine Empfehlung anschließend selbst erklären kann. Bei einem Immobilienwunsch wird dieser Zusammenhang besonders deutlich. Eigenkapitalaufbau, laufende Wohnkosten, Liquiditätsreserve und Altersvorsorge greifen auf dasselbe Haushaltseinkommen zu. Eine Beratung muss diese Wechselwirkungen offenlegen. Auch ein grundsätzlich erreichbares Ziel kann zeitlich ungünstig liegen oder andere wichtige Vorhaben zu stark einschränken. Solche Abwägungen gehören zu einer qualifizierten Begleitung.

Die nächste Untersuchung sollte nach den konkreten Hindernissen fragen

Für eine künftige NextGen-Erhebung wäre deshalb eine vertiefende Frage aufschlussreich: Was verhindert den nächsten finanziellen Schritt? Fehlendes Wissen, begrenzter finanzieller Spielraum, mangelndes Vertrauen und unklare Prioritäten sollten dabei getrennt erfasst werden. Mehrfachantworten wären sinnvoll, weil mehrere Hindernisse gleichzeitig bestehen können. Noch aussagekräftiger würde eine solche Untersuchung, wenn sie nach Lebenssituation und Entscheidungsanlass differenziert. Wer den ersten Sparplan einrichten möchte, steht vor anderen Fragen als jemand, der eine Immobilie finanzieren oder bestehende Vorsorge überprüfen will. Auf dieser Grundlage ließe sich gezielter untersuchen, welche Unterstützung junge Kunden erwarten und tatsächlich erhalten. Für Banken ist der praktische Anspruch schon heute klar: Am Ende einer guten Beratung sollte ein Kunde wissen, welcher nächste Schritt zu seinen Zielen und Möglichkeiten passt, was er dafür klären muss und wann eine erneute Prüfung angebracht ist. Wer diesen Schritt verständlich und tragbar macht, gibt jungen Menschen einen konkreten Grund, die Bank auch bei späteren Entscheidungen wieder einzubeziehen.

Quellen

[1] Andy Kemp und Jeffrey M. Jones, Gallup: Confidence in Managing Financial Future Lacking at All Ages, 15. September 2026. Besonders relevant sind die Abschnitte Financial Priorities Differ by Life Stage und Building Wealth Corresponds With Feeling More Financial Pressure. Untersuchung in Zusammenarbeit mit Edward Jones.

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[2] Gesellschaft für Qualitätsprüfung: Fachveröffentlichung - Was Banken von der Generation Z lernen können. Darstellung der NextGen Studie 2026 und Verweis auf den Fachbeitrag im Magazin Finanzierung Leasing Factoring. Relevant sind die Abschnitte zur persönlichen Beratung und zur Beratungsqualität.

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[3] Gesellschaft für Qualitätsprüfung: Young Finance Award. Öffentliche Beschreibung von Gegenstand, Kategorien und regionaler Ausrichtung des Bankentests NextGen Bank 2027. Stadtergebnisse auf Young-Finance-Award.de.

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Stadtergebnisse auf Young-Finance-Award.de

[4] Gesellschaft für Qualitätsprüfung: Neuigkeiten im Bankentest 2027 - Verlässliche Beratung trifft auf digitale Vorsorgekompetenz. Öffentliche Beschreibung des Schwerpunkts Altersvorsorge und der Weiterentwicklung des Digital-Checks.

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Quellenstand 18. September 2026. Die Praxisbeispiele und Vorschläge zur Weiterentwicklung von Beratung und Forschung sind eigene fachliche Ableitungen. Sie sind weder Ergebnisse der Gallup-Erhebung noch zusätzlich eingeführte Kriterien der genannten Testverfahren.

Ansprechpartner

Kai Fürderer
+49 (8152) 3961697
Zuständigkeitsbereich: Mitglied der Geschäftsleitung

Über Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH:

Die Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH zählt zu den führenden unabhängigen Testinstituten für Beratungsqualität und Kundenorientierung in der deutschen Finanzbranche. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen wissenschaftlich fundierte Analysen, Praxistests und Studien zu den Themen Beratung, Service, Digitalisierung, Baufinanzierung, Vermögensberatung, Finanzbildung und Kundenerlebnis.

Mit ihren bundesweiten Testreihen wie „BESTE BANK vor Ort“, „SEHR GUT in der Baufinanzierung“, den Private-Banking-Tests sowie den NextGen-Analysen untersucht die Gesellschaft für Qualitätsprüfung jährlich mehrere tausend Kundenkontakte und digitale Berührungspunkte. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen sowohl Verbrauchern als Orientierungshilfe als auch Finanzinstituten als Grundlage zur Weiterentwicklung ihrer Beratungs- und Servicequalität.

Darüber hinaus veröffentlicht die Gesellschaft für Qualitätsprüfung regelmäßig Fachbeiträge, Studien und Marktanalysen zu aktuellen Entwicklungen im Banking und engagiert sich insbesondere für die Stärkung der Finanzbildung sowie die Förderung einer kundenorientierten Beratungskultur.

Getreu dem Unternehmensmotto „Weil wir Qualität prüfen.“ verfolgt sie das Ziel, Qualität sichtbar, vergleichbar und nachhaltig wirksam zu machen.

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Kai Fürderer, Mitglied der Geschäftsleitung der Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH (das Bild wurde mit KI erstellt).