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10.09.2026

Was die Generation Z von ihrer Bank erwartet: digital, transparent und persönlich

Der bundesweite Test „NextGen Bank 2027“ macht Zielgruppenorientierung regional sichtbar

Ausblick auf den neuen Bankentest
Ausblick auf den neuen Bankentest "NextGen Bank 2027"

Herrsching, 10.09.2026 (PresseBox) - Die Generation Z wird in den kommenden Jahren maßgeblich darüber entscheiden, welche Banken im Privatkundengeschäft langfristig erfolgreich sein werden. Junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren eröffnen ihr erstes Gehaltskonto, beginnen mit dem Vermögensaufbau, schließen Versicherungen ab, beschäftigen sich mit ihrer Altersvorsorge und treffen zunehmend weitreichende finanzielle Entscheidungen. Dabei ist die Generation Z keineswegs so einheitlich, wie sie häufig dargestellt wird. Nicht alle jungen Menschen bevorzugen ausschließlich digitale Angebote. Nicht alle investieren in ETFs oder Kryptowährungen. Und nicht alle lehnen klassische Banken oder persönliche Beratung ab. Tatsächlich zeigt sich ein wesentlich differenzierteres Bild: Junge Kundinnen und Kunden erwarten digitale Einfachheit, verständliche Informationen und persönliche Orientierung gleichermaßen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr, ob eine Bank digital oder persönlich aufgestellt sein sollte. Erfolgreiche Institute müssen beide Welten intelligent miteinander verbinden.

Finanzthemen sind für die Generation Z hochrelevant

Die Generation Z interessiert sich intensiver für Finanzen, als viele Banken lange angenommen haben. Die repräsentative NextGen Studie 2026 der Gesellschaft für Qualitätsprüfung, für die 1.000 junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 30 Jahren befragt wurden, liefert hierfür eindeutige Hinweise. Insgesamt 80 Prozent der Befragten bewerten Finanzen in ihrer aktuellen Lebenssituation als sehr wichtig oder eher wichtig. Das widerlegt die verbreitete Annahme, junge Menschen würden sich nur oberflächlich oder anlassbezogen mit Geld beschäftigen. Im Gegenteil: Viele junge Erwachsene interessieren sich frühzeitig für Sparen, Geldanlage, Vermögensaufbau und finanzielle Unabhängigkeit.

Auch die Produktinteressen zeigen, dass klassische Bankleistungen keineswegs ausgedient haben. Das Girokonto bleibt für 58 Prozent die wichtigste Bankdienstleistung. Dahinter folgen Geldanlage und Depot mit 40 Prozent, Sparprodukte mit 35 Prozent sowie Kredite und Finanzierungen mit 33 Prozent. Altersvorsorgeprodukte, ETFs, Aktien und Kryptowährungen ergänzen dieses Spektrum. Die Generation Z lehnt klassische Finanzprodukte somit nicht grundsätzlich ab. Sie erwartet jedoch einen zeitgemäßen Zugang, verständliche Erklärungen und Lösungen, die zu ihrer jeweiligen Lebenssituation passen.

Mobile First ist Voraussetzung, aber kein Alleinstellungsmerkmal mehr

Für junge Kundinnen und Kunden beginnt Banking auf dem Smartphone. Eine intuitive Banking-App, eine digital mögliche Kontoeröffnung, Mobile Payment, schnelle Überweisungen und unkomplizierte Serviceprozesse werden nicht mehr als besondere Innovation wahrgenommen. Sie gehören zur selbstverständlichen Grundausstattung einer modernen Bank. Gerade deshalb reicht eine gute App allein nicht aus, um junge Menschen dauerhaft zu gewinnen. Digitale Benutzerfreundlichkeit ist ein Hygienefaktor: Fehlt sie, entsteht schnell Unzufriedenheit. Ist sie vorhanden, schafft sie jedoch noch keine belastbare Kundenbindung.

Die eigentliche Differenzierung beginnt dort, wo digitale Funktionen über reine Transaktionen hinausgehen. Junge Menschen erwarten beispielsweise eine übersichtliche Finanzplanung, nachvollziehbare Auswertungen, verständliche Informationen, persönliche Kontaktmöglichkeiten und konkrete Unterstützung bei ihren finanziellen Zielen. Eine moderne Banking-App sollte deshalb nicht nur zeigen, wie viel Geld sich auf dem Konto befindet. Sie sollte dabei helfen, finanzielle Zusammenhänge zu verstehen, Sparziele zu verfolgen, Risiken zu erkennen und nächste sinnvolle Schritte abzuleiten.

Die Hauptbank verliert ihr früheres Monopol

Eine der strategisch bedeutsamsten Erkenntnisse der NextGen Studie 2026 betrifft das Verhältnis junger Menschen zu ihrer Hauptbank. Nur sieben Prozent der Befragten nutzen ausschließlich Angebote ihrer Hauptbank. Die große Mehrheit greift zusätzlich auf Zahlungsdienste, Wallets, Neobanken, Neobroker oder spezialisierte Finanz-Apps zurück. Das bedeutet nicht automatisch, dass die klassische Hausbank bedeutungslos wird. Es zeigt jedoch, dass sie nicht mehr selbstverständlich alle finanziellen Bedürfnisse eines Kunden abdeckt. Der Zugang zu jungen Kundinnen und Kunden verteilt sich auf ein wachsendes digitales Ökosystem.

Die Bankbeziehung wird dadurch fragmentierter. Das Girokonto liegt möglicherweise bei einer Sparkasse oder Volksbank, der ETF-Sparplan bei einem Neobroker, die Zahlungslösung bei PayPal, die Wallet bei Apple oder Google und die Kryptowährungen bei einer weiteren Plattform. Für Banken entsteht daraus eine zentrale Herausforderung: Sie müssen wieder stärker beweisen, welchen Mehrwert sie als Hauptbank bieten. Dieser Mehrwert kann nicht allein über einzelne Produkte oder Konditionen entstehen. Er liegt vor allem in der Fähigkeit, finanzielle Einzelentscheidungen zu einer nachvollziehbaren Gesamtstrategie zu verbinden.

Transparenz und Verständlichkeit entscheiden über Vertrauen

Junge Kundinnen und Kunden möchten wissen, welche Kosten entstehen, welche Risiken mit einer Entscheidung verbunden sind und warum eine Empfehlung zu ihrer persönlichen Situation passt. Unklare Gebührenmodelle, komplizierte Produktbeschreibungen oder wenig nachvollziehbare Empfehlungen beschädigen das Vertrauen schnell. Die NextGen Studie 2026 bestätigt diese Erwartung sehr deutlich. Ehrlichkeit und Transparenz sind für 86 Prozent der Befragten wichtig oder sehr wichtig. Verständlichkeit erreicht einen Wert von 84 Prozent, die Schnelligkeit von Antworten 80 Prozent.

Damit wird deutlich: Transparenz ist für die Generation Z keine kommunikative Zugabe. Sie ist ein zentraler Bestandteil der wahrgenommenen Beratungsqualität. Eine moderne Bank sollte deshalb nicht nur die Vorteile eines Produkts beschreiben. Sie sollte auch Alternativen erklären, Risiken sichtbar machen und nachvollziehbar darstellen, warum eine bestimmte Lösung empfohlen wird. Junge Menschen möchten finanzielle Entscheidungen verstehen und nicht lediglich ein Ergebnis präsentiert bekommen. Genau hier liegt eine der größten Chancen für Banken: Wer Komplexität verständlich reduziert, ohne Sachverhalte unzulässig zu vereinfachen, schafft Orientierung. Und Orientierung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für langfristiges Vertrauen.

Persönliche Beratung bleibt wichtig

Eine besonders häufige Fehleinschätzung lautet, die Generation Z wolle ihre Finanzangelegenheiten ausschließlich digital erledigen. Tatsächlich zeigt die NextGen Studie ein anderes Bild: Für 78 Prozent ist persönliche Beratung wichtig oder eher wichtig. Gleichzeitig bewerten lediglich 53 Prozent ihre aktuelle Hauptbank in diesem Bereich als gut oder sehr gut aufgestellt. Zwischen Erwartung und wahrgenommener Leistung besteht damit eine erhebliche Lücke.

Junge Menschen sind digital, aber keineswegs beratungsresistent. Sie erwarten allerdings eine andere Form der Beratung. Das Gespräch soll verständlich, individuell, flexibel und auf Augenhöhe stattfinden. Ob der Kontakt in einer Filiale, per Video, über einen Chat oder in einer Kombination verschiedener Kanäle erfolgt, ist weniger entscheidend als die Qualität der Unterstützung. Persönliche Beratung wird insbesondere dann relevant, wenn finanzielle Entscheidungen komplex werden. Das gilt beispielsweise für den langfristigen Vermögensaufbau, die Altersvorsorge, die Absicherung der Arbeitskraft, eine Immobilienfinanzierung oder die Strukturierung unterschiedlicher Spar- und Anlageziele.

Junge Kundinnen und Kunden möchten in solchen Situationen nicht nur wissen, welches Produkt angeboten wird. Sie möchten verstehen, welche Entscheidung zu ihren Zielen, ihrem Einkommen, ihrer Lebensphase und ihrer Risikobereitschaft passt.

Die stärkste Kombination verbindet Menschen und Technologie

Die Ergebnisse der NextGen Studie 2026 zeigen auch, welches Leistungspaket besonders viele junge Menschen erreicht. Eine Kombination aus persönlicher Beratung, ganzheitlicher Finanzplanung in einer App, Chatmöglichkeiten mit echten Beraterinnen und Beratern, einem flexiblen ETF-Sparplan für die Altersvorsorge und Angeboten zu Kryptowährungen spricht insgesamt 67 Prozent der Zielgruppe an. Dieses Ergebnis ist strategisch besonders relevant. Es zeigt, dass weder ein rein traditionelles noch ein ausschließlich digitales Geschäftsmodell die unterschiedlichen Erwartungen der Generation Z vollständig abbildet.

Die erfolgreiche Bank der Zukunft verbindet menschliche Beratung mit digitalen Investmentmöglichkeiten. Sie stellt Informationen und Werkzeuge digital bereit, bietet aber zugleich persönliche Unterstützung, wenn Einordnung, Abwägung und langfristige Planung gefragt sind. Digitale Services ersetzen die Beratung daher nicht. Sie können sie vorbereiten, erleichtern und dauerhaft begleiten. Das persönliche Gespräch wiederum verknüpft einzelne Informationen mit der konkreten Lebenssituation des Kunden.

Die passende Leitthese lautet deshalb: Junge Kunden gewinnt man digital, aber man bindet sie durch exzellente Beratung.

Künstliche Intelligenz verändert die Suche nach Finanzinformationen

Auch das Informationsverhalten junger Menschen verändert sich grundlegend. Wer eine konkrete Frage zu Geld, Vorsorge oder Geldanlage hat, beginnt seine Suche heute nicht mehr zwangsläufig auf der Website einer Bank. In der NextGen Studie 2026 nennen 18 Prozent ein KI-Tool wie ChatGPT als erste Informationsquelle. Damit liegt Künstliche Intelligenz vor Familie und Freunden mit 17 Prozent, der Google-Suche mit 15 Prozent und der persönlichen Beratung mit 14 Prozent.

Beim Vertrauen ergibt sich allerdings ein anderes Bild. Hier liegt die persönliche Beratung mit 26 Prozent an erster Stelle. Junge Menschen nutzen Künstliche Intelligenz somit häufig für den Einstieg, vertrauen bei wichtigen Entscheidungen aber weiterhin besonders stark auf menschliche Kompetenz. Für Banken folgt daraus eine doppelte Aufgabe. Sie müssen ihre Informationen so aufbereiten, dass sie über Google, KI-Systeme und andere digitale Suchwege gefunden werden. Gleichzeitig müssen sie eine überzeugende persönliche Beratung anbieten, die allgemeine Informationen einordnet und auf die individuelle Situation überträgt.

Digitale Sichtbarkeit wird damit zum Beginn einer erweiterten Customer Journey. Eine Bank muss bereits vor dem ersten Gespräch relevante Fragen beantworten: Wie beginne ich mit dem Vermögensaufbau? Was ist ein ETF? Wie berechne ich meine Rentenlücke? Welche Absicherung benötige ich? Welche Bank berät junge Menschen besonders verständlich? Wer auf solche Fragen keine hilfreichen und auffindbaren Antworten gibt, wird im Entscheidungsprozess vieler junger Menschen möglicherweise gar nicht mehr berücksichtigt.

Social Media braucht Relevanz statt bloßer Reichweite

Instagram, TikTok, YouTube, LinkedIn und weitere Plattformen gehören zum Alltag der Generation Z. Für Banken bedeutet das jedoch nicht, dass jeder Trend aufgegriffen oder jede Plattform wahllos bespielt werden muss. Junge Menschen erkennen schnell, ob Inhalte tatsächlich hilfreich sind oder lediglich Aufmerksamkeit erzeugen sollen. Eine erfolgreiche Social-Media-Strategie muss deshalb zur Bank, zur jeweiligen Plattform und zur Lebensrealität der Zielgruppe passen.

Gefragt sind verständliche und authentische Inhalte zu konkreten Fragen: Wie funktioniert ein ETF-Sparplan? Welche Versicherungen sind beim Berufseinstieg wichtig? Wie kann eine Rentenlücke entstehen? Was bedeutet Diversifikation? Welche Risiken haben Kryptowährungen? Wie entwickelt man aus mehreren Sparzielen einen realistischen Finanzplan? Dabei reicht es nicht, einzelne Begriffe in kurzen Videos zu erklären. Gute Finanzkommunikation muss Interesse wecken, Wissen vertiefen und im Idealfall den Übergang zu weiterführenden Informationen oder einer persönlichen Beratung ermöglichen.

Social Media ist damit weder ein reiner Marketingkanal noch ein Ersatz für Beratung. Es ist ein wichtiger Bestandteil der Informations- und Vertrauenskette.

Finanzbildung beginnt vor dem ersten Beratungsgespräch

Die wachsende Bedeutung von Social Media, Suchmaschinen und Künstlicher Intelligenz führt dazu, dass Banken ihre Rolle neu definieren müssen. Junge Menschen benötigen nicht nur Produkte. Sie benötigen zunächst Orientierung und Verständnis. Finanzbildung wird dadurch zu einem strategischen Bestandteil moderner Kundenbeziehungen. Sie hilft jungen Menschen, den eigenen Bedarf zu erkennen, Alternativen einzuordnen und fundiertere Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig bereitet sie persönliche Beratung vor, weil Kundinnen und Kunden informierter in ein Gespräch gehen und gezieltere Fragen stellen können.

Mit dem Bankentest „NextGen Finanzbildung 2026“ hat die Gesellschaft für Qualitätsprüfung erstmals systematisch untersucht, wie umfassend Banken und Sparkassen digitale Finanzbildung für junge Menschen umsetzen. Bewertet wurden unter anderem Sichtbarkeit und Auffindbarkeit, Social Media und Content, inhaltliche Tiefe und Didaktik, Zielgruppenfitness, Angebotsbreite sowie Innovation und Differenzierung. Diese mehrdimensionale Betrachtung wurde im Financial Education Measurement Index, kurz FEMI, zusammengeführt.

Von den 131 untersuchten Regionalbanken erreichten 74 Institute eine Gesamtnote besser als 2,0 und erhielten die Auszeichnung „Herausragende Finanzbildung 2026“. Das Ergebnis zeigt, dass bereits zahlreiche Banken überzeugende Angebote entwickelt haben. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Finanzbildung vielerorts noch nicht als zusammenhängende Strategie verstanden wird. Einzelne Videos, Ratgeber oder Veranstaltungen sind wertvoll. Entscheidend ist jedoch, ob daraus ein konsistentes Bildungsangebot entsteht, das junge Menschen tatsächlich erreicht, Wissen systematisch aufbaut und den Übergang zur persönlichen Finanzplanung ermöglicht.

Altersvorsorge wird zum entscheidenden Zukunftsthema

Die Generation Z muss sich früher und eigenverantwortlicher mit ihrer finanziellen Zukunft beschäftigen als viele Generationen vor ihr. Demografischer Wandel, Diskussionen über das Rentenniveau und neue Vorsorgemodelle erhöhen den Handlungsdruck. Gleichzeitig ist Altersvorsorge für junge Erwachsene häufig abstrakt. Der Ruhestand scheint weit entfernt, während Ausbildung, Berufseinstieg, Wohnung, Mobilität und Freizeit unmittelbar präsent sind. Gute Finanzbildung und Beratung müssen diese Distanz überwinden.

Eine Bank sollte deshalb nicht mit einem Produkt beginnen. Sie sollte zunächst zeigen, welche Versorgungslücke entstehen kann, welchen Einfluss der Faktor Zeit besitzt und wie Absicherung, Liquiditätsreserve, Vermögensaufbau und Altersvorsorge zusammenhängen. Besonders wichtig ist ein nachvollziehbarer Fahrplan. Junge Menschen benötigen keine isolierte Produktempfehlung, sondern eine Orientierung darüber, welche Schritte in welcher Reihenfolge sinnvoll sind. Dazu gehören die Absicherung existenzieller Risiken, der Aufbau einer finanziellen Reserve, die Definition persönlicher Ziele und der langfristige Vermögensaufbau. Altersvorsorge wird damit zu einem Prüfstein für Beratungsqualität. Eine Bank zeigt an diesem Thema besonders deutlich, ob sie produktorientiert verkauft oder den Kunden ganzheitlich und langfristig begleitet.

Personalisierung bedeutet mehr als automatisierte Produktempfehlungen

Personalisierung wird in der Finanzbranche häufig mit Datenanalyse und automatisierten „Next Best Actions“ verbunden. Für junge Kundinnen und Kunden reicht dies jedoch nicht aus. Echte Personalisierung beginnt mit der Lebenssituation. Ein Auszubildender mit dem ersten eigenen Einkommen benötigt eine andere Begleitung als eine Studentin, ein Berufseinsteiger, ein junges Paar mit Immobilienwunsch oder eine selbstständige Gründerin.

Eine gute Bank berücksichtigt deshalb Einkommen, Vermögen, bestehende Verpflichtungen, Wohnsituation, berufliche Perspektiven, persönliche Ziele und individuelle Risikoeinstellungen. Erst daraus lassen sich passende Empfehlungen ableiten. Entscheidend ist außerdem die kontinuierliche Begleitung. Junge Menschen erwarten, dass ihre Finanzplanung angepasst wird, wenn sich das Leben verändert. Beratung endet nicht mit einem Produktabschluss. Sie setzt sich in regelmäßigen Überprüfungen, digitalen Impulsen, verständlichen Informationen und persönlichen Gesprächen fort. Aus einer einmaligen Transaktion kann so eine langfristige Kundenbeziehung entstehen.

Nachhaltigkeit braucht Glaubwürdigkeit und konkrete Informationen

Nachhaltigkeit bleibt für Teile der Generation Z ein relevantes Thema. Allerdings genügt es nicht, mit allgemeinen Aussagen zu Verantwortung oder gesellschaftlichem Engagement zu werben. Junge Kundinnen und Kunden erwarten nachvollziehbare Informationen. Welche Kriterien gelten für nachhaltige Geldanlagen? Welche Unternehmen oder Branchen werden ausgeschlossen? Wie wird Wirkung gemessen? Welche Zielkonflikte bestehen zwischen Nachhaltigkeit, Risiko, Rendite und Kosten? Glaubwürdigkeit entsteht erst dann, wenn Haltung, Produktangebot und tatsächliches Verhalten zusammenpassen. Nachhaltigkeit ist deshalb kein isolierter Kommunikationsbaustein, sondern ein Bestandteil der gesamten Authentizität einer Bank.

Regionalbanken besitzen einen unterschätzten Vorteil

Gerade Sparkassen, Volksbanken und andere Regionalbanken verfügen über gute Voraussetzungen, um junge Menschen langfristig zu gewinnen. Sie besitzen häufig persönliche Ansprechpartner, regionale Netzwerke und eine gewachsene Vertrauensbasis. Diese Stärken werden jedoch nur dann wirksam, wenn sie mit digitaler Sichtbarkeit und modernen Serviceangeboten verbunden werden. Ein persönlicher Ansprechpartner ist für einen jungen Kunden nur dann ein Vorteil, wenn er einfach erreichbar ist. Hervorragende Beratung entfaltet nur dann Wirkung, wenn Interessenten sie überhaupt finden und erkennen können.

Wie die aktuellen Beiträge zur Generation Z und zu den Zukunftschancen der Regionalbanken zeigen, entsteht das zukunftsfähige Modell aus der Verbindung von regionaler Nähe, digitaler Sichtbarkeit, Finanzbildung und exzellenter Beratungsqualität.

Regionalbanken sollten deshalb nicht versuchen, Neobanken oder Neobroker lediglich zu kopieren. Ihre besondere Chance liegt darin, digitale Convenience mit menschlicher Kompetenz zu verbinden. Diese Kombination lässt sich deutlich schwerer austauschen als einzelne Produkte oder Konditionen.

„NextGen Bank 2027“ macht Zielgruppenorientierung regional sichtbar

Mit dem Bankentest „NextGen Bank 2027“ wird die Analyse der digitalen Leistungsfähigkeit von Banken aus Sicht junger Menschen konsequent weiterentwickelt. Nach der ersten bundesweiten Auflage werden die Ergebnisse künftig als örtliche Rankings in mehr als 200 Städten veröffentlicht. Damit wird die zentrale Verbraucherfrage regional beantwortet: Welche Bank vor Ort ist besonders gut auf die Erwartungen junger Kundinnen und Kunden vorbereitet?

Der Test betrachtet dabei ein umfassenderes Gesamtbild. Der Digital-Check untersucht Qualität, Nutzerfreundlichkeit und Zielgruppenorientierung des digitalen Angebots. Die persönliche Finanzplanung bewertet, wie überzeugend Banken bei konkreten Finanzfragen digital unterstützen und Orientierung bieten. Hinzu kommen sowohl die Analyse der Aktivitäten auf LinkedIn und Instagram als auch die Authentizität des gesamten digitalen Ökosystems.

Auch weitere Social-Media-Kanäle und die Konsistenz der Kommunikation spielen für das Gesamtbild eine Rolle. Finanzbildung ist dabei ein wichtiges Qualitätsmerkmal, aber nicht die alleinige Bewertungsgrundlage. Entscheidend ist, wie überzeugend eine Bank digitale Sichtbarkeit, Service, Finanzplanung, Kommunikation und Authentizität miteinander verbindet. Der Young Finance Award schafft damit sowohl Orientierung für Verbraucher als auch eine Benchmark für Banken. Er zeigt, welche Institute die Erwartungen der nächsten Kundengeneration bereits heute besonders überzeugend erfüllen.

Was Banken jetzt konkret verändern müssen

Banken sollten ihre Strategie für junge Kundinnen und Kunden nicht auf ein kostenloses Girokonto, eine moderne App oder einzelne Social-Media-Kampagnen reduzieren. Erforderlich ist eine durchgängige Customer Journey. Diese beginnt bei einer konkreten Frage in Google, ChatGPT, Instagram oder TikTok. Sie führt über verständliche Inhalte, eine mobil optimierte Website und niedrigschwellige Kontaktmöglichkeiten zu einer individuellen Finanzplanung. Anschließend muss sie durch digitale Unterstützung, persönliche Ansprechpartner und regelmäßige Nachbetreuung fortgesetzt werden.

Dabei sollten alle Kontaktpunkte dieselbe Haltung vermitteln: verständlich, transparent, erreichbar und auf Augenhöhe. Junge Menschen dürfen nicht das Gefühl bekommen, auf Social Media modern angesprochen, auf der Website mit Fachbegriffen überfordert und im Beratungsgespräch schließlich in eine klassische Produktlogik gedrängt zu werden. Entscheidend ist die Konsistenz des gesamten Erlebnisses. Erst wenn Kommunikation, digitale Prozesse, Finanzbildung und persönliche Beratung zusammenpassen, entsteht Authentizität.

Fazit: Die Generation Z sucht keine reine Digitalbank, sondern eine moderne Finanzbegleitung

Die Generation Z fordert Banken heraus, weil sie vermeintliche Gegensätze miteinander verbindet. Junge Menschen möchten schnelle digitale Prozesse und persönliche Ansprechpartner. Sie nutzen Künstliche Intelligenz zur ersten Information und vertrauen bei wichtigen Entscheidungen besonders stark auf persönliche Beratung. Sie interessieren sich für ETFs und Kryptowährungen, halten aber zugleich an Girokonten, Sparprodukten und klassischen Banken fest.

Die Zukunft gehört deshalb weder ausschließlich digitalen Anbietern noch allein der klassischen Filialbank. Erfolgreich werden Institute sein, die digitale Exzellenz, verständliche Finanzbildung und hochwertige persönliche Beratung zu einem konsistenten Gesamterlebnis verbinden. Junge Menschen suchen keine Bank aus der Vergangenheit mit einer neuen App. Sie erwarten eine moderne Finanzbegleitung, die Orientierung gibt, Zusammenhänge verständlich erklärt und sie über unterschiedliche Lebensphasen hinweg unterstützt.

Wer diese Erwartung erfüllt, gewinnt nicht nur ein Girokonto oder einen einzelnen Produktabschluss. Er schafft die Grundlage für eine langfristige Kundenbeziehung und damit für die Zukunft der Bank.

Ansprechpartner

Kai Fürderer
+49 (8152) 3961697
Zuständigkeitsbereich: Mitglied der Geschäftsleitung

Über Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH:

Die Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH zählt zu den führenden unabhängigen Testinstituten für Beratungsqualität und Kundenorientierung in der deutschen Finanzbranche. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen wissenschaftlich fundierte Analysen, Praxistests und Studien zu den Themen Beratung, Service, Digitalisierung, Baufinanzierung, Vermögensberatung, Finanzbildung und Kundenerlebnis.

Mit ihren bundesweiten Testreihen wie „BESTE BANK vor Ort“, „SEHR GUT in der Baufinanzierung“, den Private-Banking-Tests sowie den NextGen-Analysen untersucht die Gesellschaft für Qualitätsprüfung jährlich mehrere tausend Kundenkontakte und digitale Berührungspunkte. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen sowohl Verbrauchern als Orientierungshilfe als auch Finanzinstituten als Grundlage zur Weiterentwicklung ihrer Beratungs- und Servicequalität.

Darüber hinaus veröffentlicht die Gesellschaft für Qualitätsprüfung regelmäßig Fachbeiträge, Studien und Marktanalysen zu aktuellen Entwicklungen im Banking und engagiert sich insbesondere für die Stärkung der Finanzbildung sowie die Förderung einer kundenorientierten Beratungskultur.

Getreu dem Unternehmensmotto „Weil wir Qualität prüfen.“ verfolgt sie das Ziel, Qualität sichtbar, vergleichbar und nachhaltig wirksam zu machen.

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