Mittelstandspresse
28.09.2026
Warten kostet – erscheint aber in keiner Stückliste
Liege-, Such-, Freigabe- und Abstimmungszeiten binden Kapazität, ohne den Wert eines Produkts zu erhöhen.
Königsbach-Stein, 28.09.2026 (PresseBox) - Material fehlt, eine Freigabe steht aus, ein Stapler ist nicht verfügbar oder eine Rückfrage bleibt unbeantwortet: Warten gehört in vielen Produktionsbereichen zum Alltag. In Stücklisten und Arbeitsplänen taucht diese Zeit meist nicht als eigene Position auf. Bezahlt wird sie trotzdem – über gebundene Personalkapazität, ungenutzte Anlagen, längere Durchlaufzeiten und verspätete Aufträge.
Unsichtbar in der Kalkulation, spürbar im Ergebnis
Wartezeit erhöht den Wert eines Produkts nicht, beeinflusst aber dessen wirtschaftliche Entstehung. Beschäftigte bleiben verfügbar, Aufträge liegen zwischen Prozessschritten und Maschinen können trotz geplanter Belegung nicht produzieren. Verteilen sich wenige Minuten auf viele Vorgänge, Schichten und Mitarbeitende, entsteht eine beträchtliche Gesamtwirkung, ohne dass ein einzelnes Ereignis dramatisch erscheint.
Gerade diese Verteilung macht Wartezeit schwer greifbar. In Rückmeldedaten wird sie oft unter Sammelbegriffen erfasst, mit anderen Tätigkeiten vermischt oder gar nicht gebucht. Kennzahlen zeigen dann eine geringe Leistung, aber nicht die Ursache. Das kann zu falschen Schlussfolgerungen führen – etwa zu zusätzlichem Personalbedarf, obwohl vorhandene Kapazität regelmäßig auf Material, Informationen oder Entscheidungen wartet.
Warten ist eine Ursache-Wirkungs-Kette
„Wartezeit darf nicht als persönliches Verhalten bewertet werden“, erklärt Andreas Oschatz, Geschäftsführer der Oschatz Consulting GmbH. „Sie ist meist das Ergebnis einer Prozessbedingung. Entscheidend ist deshalb, nicht nur die Dauer zu erfassen, sondern den Auslöser, den betroffenen Prozessschritt und die Folgewirkung auf weitere Ressourcen.“
Typische Kategorien sind Material- und Transportwarten, technische Störungen, fehlende Unterlagen, Qualitäts- oder Auftragsfreigaben, Suchzeiten sowie Abstimmungen. Eine klare Kategorisierung verhindert, dass sehr unterschiedliche Probleme in einer pauschalen Kennzahl verschwinden. Sie zeigt zugleich, welche Bereiche gemeinsam an einer Lösung arbeiten müssen.
Viele Beobachtungen statt einzelner Momentaufnahmen
Ein Rundgang kann einen auffälligen Zustand zeigen, beantwortet aber nicht, wie häufig er vorkommt. Multimomentstudien verteilen deshalb zahlreiche kurze Beobachtungen zufällig über repräsentative Zeiträume. Aus der Häufigkeit der beobachteten Tätigkeits- und Verlustarten entsteht ein statistisch belastbares Bild der Zeitverteilung – über Schichten, Bereiche oder Tätigkeitsgruppen hinweg.
Der Vorteil liegt in der Breite. Neben produktiven Tätigkeiten werden Warten, Wege, Suchen, Rüsten, Störungen und organisatorische Nebenzeiten nach einer vorher definierten Logik erfasst. Dabei ist Transparenz wichtig: Beschäftigte und Betriebsrat sollten wissen, welches betriebliche Problem untersucht wird, welche Kategorien gelten und dass keine individuelle Leistungskontrolle beabsichtigt ist.
Verluste nach Wirkung priorisieren
Nicht jede Wartezeit lässt sich vollständig vermeiden. Deshalb sollten Maßnahmen nach Häufigkeit, typischer Dauer, Zahl der betroffenen Ressourcen und Behebbarkeit priorisiert werden. Eine seltene lange Störung kann wirtschaftlich weniger relevant sein als ein kurzer Materialengpass, der jeden Auftrag und mehrere Personen betrifft.
Mögliche Maßnahmen reichen von definierten Materialübergaben und klaren Freigaberegeln über digitale Informationsbereitstellung bis zu festen Eskalationswegen. Entscheidend ist die Nachmessung: Erst der Vergleich vor und nach der Veränderung zeigt, ob Warteanteile tatsächlich sinken oder sich lediglich in eine andere Kategorie verlagern.
Weiterführende Orientierung
Oschatz Consulting erläutert auf der Unternehmenswebsite, wie Multimomentstudien Zeitverteilungen objektiv abbilden und Ablauf- sowie Produktivitätsanalysen Ursachen und wirtschaftliche Hebel einordnen. In einer kostenfreien Potenzialklärung lässt sich unverbindlich prüfen, ob eine Multimomentstudie oder ein fokussierter Pilotbereich sinnvoll ist. Weitere Informationen: https://oschatz-consulting.de/refa-multimomentstudien, https://oschatz-consulting.de/ablaufundprozessanalyse, https://oschatz-consulting.de/produktivitaetsanalyse und https://oschatz-consulting.de/kontakt.
Ansprechpartner
Andreas Oschatz
+491727459448
Zuständigkeitsbereich: Inhaber
Über Oschatz Consulting GmbH:
Die Oschatz Consulting GmbH wurde im Jahr 2003 gegründet. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Königsbach-Stein und ist mit einem weiteren Standort in Berlin vertreten. Als spezialisierte Unternehmensberatung unterstützt Oschatz Consulting produzierende mittelständische Unternehmen im gesamten DACH-Raum bei der Verbesserung von Produktivität, Zeitwirtschaft und betrieblichen Abläufen.
Zum Leistungsportfolio gehören Multimomentstudien, Zeitstudien nach REFA-Methode, Ablauf- und Produktivitätsanalysen, Personalbedarfsanalysen, Planzeitkataloge sowie die Entwicklung aussagekräftiger Kennzahlen, Managementberichte und Maßnahmenpläne. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der strukturierten Umsetzungsbegleitung, damit erkannte Verbesserungspotenziale nicht nur dokumentiert, sondern nachhaltig realisiert werden.
Die Oschatz Consulting GmbH ist insbesondere für Unternehmen aus der Metallindustrie, dem Gießereiwesen, dem Maschinenbau, der verarbeitenden Industrie, der Logistik sowie weiteren produktionsnahen Branchen tätig. Im Jahr 2026 wurde das Unternehmen als TOP CONSULTANT ausgezeichnet.
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Geschäftskonsultant bei der Arbeit 03
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