Mittelstandspresse
22.09.2026
„Die EU ist wichtig, muss aber funktionieren!“
Europaabgeordneter Dr. Andreas Schwab zu Gast bei der Handwerkskammer Freiburg
Freiburg im Breisgau, 22.09.2026 (PresseBox) - Der CDU-Europaabgeordnete Dr. Andreas Schwab besuchte die Handwerkskammer Freiburg. Zur Sprache kamen aktuelle Gesetzgebungsverfahren und die damit verbundenen Herausforderungen für das Handwerk. Kammerpräsident Christof Burger betonte: „Europa ist wichtig, die EU ist wichtig – aber sie muss funktionieren.“
Ganz oben auf der Agenda stand die von EU-Seite immer wieder aufgebürdete Bürokratie. „Es ist für den einzelnen Handwerksbetrieb oft nicht nachvollziehbar, warum er Pflichten umsetzen muss, die in keinster Weise im Alltag eine Rolle spielen“, so Burger. Die zu vielen Belastungen seien Folge einer europäischen Gesetzgebung, die zu detailliert, zu bürokratisch und zu wenig an der betrieblichen Praxis ausgerichtet ist.
Kammergeschäftsführerin Annette Rebmann-Schmelzer fügte hinzu, dass die hohe Bürokratiebelastung nicht zuletzt auch die Zukunft des Handwerks gefährdet: „Mehrere tausend Handwerksbetriebe stehen in den nächsten Jahren zur Nachfolge an. Von potenziellen Nachfolgerinnen und Nachfolgern hören wir aber oft: Bei diesem Aufwand, bei dieser Belastung mache ich mich nicht selbstständig.“ Das hohe Gut des Unternehmertums sei angegriffen, dem müsse gegengesteuert werden.
Die Berichtspflichten im Rahmen des Green Deal seien Negativbeispiele, räumte Schwab ein. Auch der Weg, der bei der Verpackungssteuer eingeschlagen wurde, sei nicht ganz nachvollziehbar. „Hier wurde einiges im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens verschlimmbessert.“ Es seien Berichtspflichten hinzugekommen, die keiner brauche. Schwab machte aber auch deutlich, dass er für Änderungen steht. „Wir müssen nüchtern analysieren: Wie kann so etwas passieren?“ Man sei sich der Schwachstellen bewusst und wolle zurücknehmen, was zu viel ist, „und sicherstellen, dass es so nicht weitergeht.“
Erste Schritte seien mit den Omnibus-Gesetzen bereits vollzogen. Im Gespräch war man sich allerdings einig: Das reicht nicht. „Die Entlastungen bringen im realen Betriebsalltag wenig bis nichts“, so Burger. Auch in aktuellen Gesetzgebungsverfahren müsse nachgebessert werden – etwa bei der Verpackungsverordnung, der Entgelttransparenzrichtlinie, der Entwaldungsverordnung und der Trinkwasserrichtlinie. Andreas Schwab will die Punkte beim nächsten Gespräch mit der Kommissionspräsidentin anbringen.
Kammerpräsident Burger machte abschließend deutlich, dass die EU die kleinen und mittleren Betriebe (KMU) mehr in den Fokus ihrer Wirtschaftspolitik nehmen müsse. „Rund 26 Millionen KMU tragen Wirtschaft, Beschäftigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Europa. Mehr Vertrauen in die Wirtschaft, das würde helfen.“ Betriebe durch pauschale Nachweis-, Prüf- und Dokumentationspflichten unter Generalverdacht zu stellen, sei der falsche Weg. „Europa liegt dem Handwerk gerade in diesen Zeiten besonders am Herzen. Die großen Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam bewältigen.“ Eine wettbewerbsfähige Wirtschaft sei dafür die Grundlage. „Europäische Maßnahmen dürfen deshalb vor Ort nicht vor allem als zusätzliche Belastung wahrgenommen werden.“
Über Handwerkskammer Freiburg:
Die Handwerkskammer Freiburg ist Dienstleister und Ansprechpartner für fast 16.000 Handwerksbetriebe mit mehr als 100.000 Beschäftigten und rund 6.500 Auszubildenden in den Landkreisen Ortenau, Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach sowie dem Stadtkreis Freiburg. Die Mitgliedsbetriebe in Südbaden generierten im Jahr 2023 einen Umsatz von mehr als 10 Milliarden Euro.
Neben den staatlichen Pflichtaufgaben in Ausbildung, Prüfungswesen und Handwerksrolle übernimmt die Handwerkskammer Freiburg zahlreiche weitere Aufgaben. Sie unterhält moderne Beratungs- und Bildungszentren, in denen sie ihren Mitgliedern ein breites Spektrum an Service bietet: berufliche Bildungsangebote, Nachwuchswerbung, Rechtsberatung sowie Beratung in den Bereichen „Betriebswirtschaft“, „Betriebsübergabe und - übernahme“, „Innovation“, „Umwelt“, „Außenwirtschaft“, „Fachkräftesicherung“, „Organisationsentwicklung“ und „Digitalisierung“. Daneben unterstützt sie Existenzgründer und fördert das Handwerk vor Ort.
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Dr. Andreas Schwab (Mi. Bild 1), Mitglied des Europäischen Parlaments, traf sich mit Christof Burger (li.), Präsident der Handwerkskammer Freiburg und Annette Rebmann-Schmelzer (re.), Geschäftsführerin der Handwerkskammer Freiburg.
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Dr. Andreas Schwab (Mi. Bild 1), Mitglied des Europäischen Parlaments, traf sich mit Christof Burger (li.), Präsident der Handwerkskammer Freiburg und Annette Rebmann-Schmelzer (re.), Geschäftsführerin der Handwerkskammer Freiburg.
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