Mittelstandspresse
01.10.2026
Refurbished-Smartphones legen 2025 im Absatz um 38 Prozent zu, neue Geräte verlieren 5 Prozent – im ersten Quartal 2026 geht es um 39,4 Prozent weiter
Das Marktforschungsunternehmen NIQ misst für wiederaufbereitete Geräte einen Anteil von 10 statt 7 Prozent am Neugerätevolumen; 54 Prozent der Handys aus zweiter Hand kosten zwischen 200 und 400 Euro, 90 Prozent werden online verkauft.
Bietigheim-Bissingen, 01.10.2026 (PresseBox) - Gebrauchte Handys verkaufen sich schneller als neue. Das Nürnberger Marktforschungsunternehmen Nielsen IQ (NIQ) hat am 30. April 2026 seine Auswertung des Marktes für wiederaufbereitete Elektronik vorgelegt. Laut dieser Auswertung stieg der Absatz von Refurbished-Smartphones im Jahr 2025 um 38 Prozent und der Umsatz um 36 Prozent, während der Absatz neuer Smartphones um 5 Prozent zurückging. Im ersten Quartal 2026 legten die Stückzahlen im Vergleich zum Vorjahresquartal um weitere 39,4 Prozent zu. Ob sich ein Gerät aus zweiter Hand im Einzelfall lohnt, hängt von Alter, Akku und Preis ab – eine Rechnung, die der Beitrag wann sich ein wiederaufbereitetes Handy rechnet durchgeht.
Wer wiederaufbereitete Elektronik kauft und welche Geräte gefragt sind
Umwelt- und preisbewusste Käufergruppen treiben den Markt nach Angaben von NIQ an. Der Trend beschränkt sich dabei nicht auf Mobiltelefone: Wiederaufbereitete Smartphones, Tablets, Wearables und Notebooks erzielten 2025 im Vergleich zum Vorjahr Wachstumsraten von jeweils mehr als 30 Prozent in Umsatz und Absatz.
Vier Gerätekategorien weist NIQ für das Jahr 2025 mit Zuwächsen aus, jeweils gegenüber 2024:
Smartphones: Absatz plus 38 Prozent, Umsatz plus 36 Prozent; Anteil am Neugerätevolumen von rund 7 auf 10 Prozent gestiegen.
Wearables: Absatz plus 53 Prozent, Umsatz plus 49 Prozent; Anteil von 2 auf 3 Prozent.
Tablets: Absatz plus 46 Prozent, Umsatz plus 42 Prozent; Anteil von 8 auf 11 Prozent.
Notebooks: Absatz plus 45 Prozent, Umsatz plus 31 Prozent; Anteil von 5 auf 6 Prozent.
Bei Smartphones ist der Abstand zum Neugeschäft am größten. Laut NIQ sank der Umsatz mit neuen Geräten 2025 um 3 Prozent, während das Refurbished-Segment um 36 Prozent zulegte. Das Refurbished-Segment entspricht damit rund einem Zehntel des Neugerätevolumens.
Was Käufer für ein gebrauchtes Gerät bezahlen und welche Modelle sie wählen
Gefragt sind vor allem hochwertige Geräte. Nach Angaben von NIQ entfällt rund ein Drittel der 2025 verkauften Refurbished-Smartphones auf aktuelle Modelle oder deren unmittelbare Vorgängergeneration. Im Schnitt liegen wiederaufbereitete Produkte laut derselben Auswertung 15 bis 25 Prozent unter dem Preis vergleichbarer Neugeräte; bei besonders gefragten Modellen fällt der Abstand größer aus.
Mehr als die Hälfte der Nachfrage konzentriert sich auf eine Preisspanne. Laut NIQ machten Geräte zwischen 200 und 400 Euro im Jahr 2025 genau 54 Prozent der verkauften Handys aus zweiter Hand aus, überwiegend ältere Spitzenmodelle. Bei Tablets kehrt sich das Bild um: Der durchschnittliche Verkaufspreis eines wiederaufbereiteten Tablets lag 2025 bei 463 Euro und damit über dem Durchschnittspreis eines Neugeräts von 402 Euro.
Der Handel findet fast ausschließlich im Netz statt. Nach Angaben von NIQ werden 90 Prozent der Refurbished-Käufe über Online-Kanäle abgewickelt; viele Hersteller bereiten ihre eigenen Produkte inzwischen selbst auf und verkaufen sie in ihren Onlineshops. Nur bei Notebooks gewinnt der stationäre Handel: Dort hat sich der Absatz im Laden von 2024 auf 2025 mehr als verdoppelt, der Anteil stieg von 4,5 auf 8 Prozent.
Warum die Nutzungsdauer das Angebot an Gebrauchtgeräten begrenzt
Der Nachschub für den Gebrauchtmarkt kommt aus den Schubladen der Erstkäufer. NIQ nennt die Verfügbarkeit geeigneter Gebrauchtgeräte als zentralen Faktor für die weitere Marktentwicklung: Längere Nutzungszyklen bei Smartphones, Tablets und Laptops reduzieren das Angebot an jüngeren Geräten, die sich besonders gut für eine Wiederaufbereitung eignen.
Wie viele Geräte gar nicht erst in den Kreislauf gelangen, zeigt eine Befragung des Vodafone Instituts. Laut dieser am 10. September 2025 veröffentlichten Erhebung in fünf europäischen Ländern behalten 51 Prozent der Nutzer ihr altes Smartphone nach dem Neukauf, meist als ungenutzte Reserve. Nur 8 Prozent der Geräte werden recycelt oder in Zahlung gegeben. In Deutschland hatte laut derselben Befragung nur jeder Vierte schon einmal ein wiederaufbereitetes Smartphone gekauft, der niedrigste Wert der fünf Länder.
Das Alter der Geräte verteilt sich ungleich über die Generationen. Nach Angaben des Vodafone Instituts liegt der Anteil älterer Smartphones in der Generation Z bei 21 Prozent, bei den Babyboomern bei 42 Prozent. Ältere ersetzen ihr Gerät demnach oft erst, wenn es nicht mehr funktioniert. Ein Gerät, das repariert werden kann, bleibt länger in dieser ersten Nutzung – wie sich das bei einem aktuellen Einsteigermodell darstellt, zeigt der Beitrag wie sich die Reparierbarkeit beim iPhone 17e verändert hat.
Wie sich der Markt für Geräte aus zweiter Hand im Herbst 2026 weiterentwickelt
Das erste Quartal 2026 setzt die Kurve fort. Laut NIQ stieg der Umsatz des gesamten Refurbished-Marktes zwischen Januar und März 2026 um 47,9 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025; bei Smartphones legte der Absatz um 39,4 Prozent zu. Das Marktforschungsunternehmen erwartet, dass die Nachfrage hoch bleibt, weil Neugeräte teurer werden und die Akzeptanz wiederaufbereiteter Produkte wächst.
Für den Gebrauchtmarkt entsteht daraus ein Engpass auf der Angebotsseite. Je länger ein Erstkäufer sein Gerät nutzt und je häufiger es danach in der Schublade liegt, desto weniger junge Geräte erreichen die Aufbereiter. Genau diese Geräte machen laut NIQ rund ein Drittel der Verkäufe aus.
„Der Engpass beim Refurbishing entsteht nicht an der Kasse, sondern beim Loslassen des alten Handys. Ein Gerät, das drei Jahre in der Schublade liegt, ist für den Gebrauchtmarkt verloren – nicht wegen des Preises, sondern wegen des Alters. Wer sein Altgerät im Herbst 2026 abgibt statt aufbewahrt, entscheidet damit über das Angebot des nächsten Jahres“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Eine neuere Auswertung von NIQ zum Refurbished-Segment liegt bislang nicht vor. Es gilt deshalb der Stand vom 30. April 2026: Das Segment der Handys aus zweiter Hand entspricht rund zehn Prozent des Neugerätevolumens, drei Punkte mehr als ein Jahr zuvor.
Ansprechpartner
Alexander Weipprecht
+49 (7142) 3442727
Zuständigkeitsbereich: CEO
Über Provimedia GmbH:
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Ein Smartphone mit abgenommener Rückseite liegt auf einer antistatischen Werkbankmatte, daneben ein neuer Akku in Folie, ein Satz feiner Schraubendreher, eine Lupenleuchte und ein leerer Versandkarton mit Polsterung. Symbolbild zu Refurbished-Smartphones und zur Wiederaufbereitung gebrauchter Geräte.
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