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Mittelstandspresse

28.09.2026

Kalorienbewusstsein auf dem Rückzug: 36 Prozent achten beim Essen auf wenige Kalorien, 57 Prozent auf eine schnelle Zubereitung

Der Ernährungsreport 2025 des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat stellt seit dem Jahr 2015 dieselben Fragen. Der Anspruch an gesundes Essen bleibt hoch, im Alltag entscheidet jedoch immer häufiger die verfügbare Zeit.

Kalorienbewusstsein auf dem Rückzug: 36 Prozent achten beim Essen auf wenige Kalorien, 57 Prozent auf eine schnelle Zubereitung
Kalorienbewusstsein auf dem Rückzug: 36 Prozent achten beim Essen auf wenige Kalorien, 57 Prozent auf eine schnelle Zubereitung

Bietigheim-Bissingen, 28.09.2026 (PresseBox) - Beim Essen verliert das Kalorienbewusstsein an Gewicht, das Tempo gewinnt. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat den Ernährungsreport 2025 am 27. November 2025 veröffentlicht. Grundlage ist eine repräsentative Befragung von 1.001 Personen ab 14 Jahren, die das Meinungsforschungsinstitut forsa vom 22. Mai bis zum 11. Juni 2025 als Telefoninterview durchgeführt hat. Kalorienarmes Essen ist danach 36 Prozent der Befragten sehr wichtig oder wichtig, im Jahr 2015 waren es 44 Prozent. Wer den eigenen Verlauf nachhalten möchte, findet dazu den Nutzen eines schriftlich geführten Ernährungstagebuchs.

Warum kalorienarmes Essen im Zehnjahresvergleich an Bedeutung verliert

Die Reihe zeigt keinen Ausreißer, sondern eine Bewegung. Laut dem Ernährungsreport 2025 nannten kalorienarmes Essen im Jahr 2015 noch 44 Prozent sehr wichtig oder wichtig. Ein Jahr später waren es 41 Prozent, ab 2017 nur noch Werte zwischen 33 und 36 Prozent. Die Auswertung weist für diesen Zeitraum einen statistisch bedeutsamen Rückgang aus.

Gegenläufig entwickelt sich der Wunsch nach Tempo. Der Anteil derjenigen, denen eine einfache und schnelle Zubereitung sehr wichtig oder wichtig ist, stieg von 45 Prozent im Jahr 2015 auf 57 Prozent im Jahr 2025. Auch dieser Trend gilt in der Auswertung als statistisch bedeutsam.

Die beiden Kurven treffen sich in der Küche. Wer wenig Zeit hat, greift zu Zubereitungen, die schnell fertig sind, und genau dort ist der Energiegehalt schwerer zu steuern als bei einem selbst zusammengestellten Teller.

Was den Befragten beim Essen wichtiger ist als der Nährwert

Geschmack und Gesundheit stehen unverändert an der Spitze. Nach Angaben des Ernährungsreports 2025 ist 98 Prozent der Befragten sehr wichtig oder wichtig, dass das Essen gut schmeckt; 90 Prozent nennen es wichtig, dass es gesund ist. Beide Werte bewegen sich seit dem Jahr 2015 kaum.

Der Abstand zwischen diesen Antworten und dem Kalorienwert ist damit groß. Gesundheit wird als Ziel benannt, ohne dass die Energiemenge als Maßstab mitgenannt wird. Für eine Gewichtsveränderung ist aber genau diese Menge die entscheidende Größe.

„Fast alle wollen sich gesund ernähren, und immer weniger meinen damit die Kalorienmenge. Genau diese Lücke erklärt, warum gute Vorsätze am Esstisch so oft ohne Wirkung bleiben“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Wie oft in den Küchen tatsächlich selbst gekocht wird

Vier Antwortanteile beschreiben, wie oft in einer gewöhnlichen Woche eigene Gerichte mit frischen Zutaten entstehen. Die Befragung des Ernährungsreports 2025 weist folgende Werte aus:

so gut wie jeden Tag: 43 Prozent

etwa zwei- bis dreimal pro Woche: 37 Prozent

etwa einmal pro Woche oder seltener: 11 Prozent

normalerweise gar nicht selbst: 9 Prozent

Der Verzehr frischer Lebensmittel folgt diesem Bild. Laut derselben Erhebung nehmen 71 Prozent der Befragten mindestens einmal täglich Obst und Gemüse zu sich, 64 Prozent täglich Milchprodukte wie Joghurt oder Käse. Fleisch oder Wurst essen 24 Prozent täglich oder mehrmals täglich, nach 34 Prozent im Jahr 2015.

Wo das Kalorienbewusstsein besonders weit auseinandergeht

Der Durchschnittswert verdeckt große Unterschiede zwischen den Lebenslagen. Nach Angaben der Erhebung ist kalorienarmes Essen in Ortschaften mit weniger als 5.000 Einwohnern 44 Prozent der Befragten sehr wichtig oder wichtig, in Städten ab 500.000 Einwohnern dagegen 31 Prozent.

Auch der Haushalt macht einen Unterschied. Befragte ohne Kinder im Haushalt nennen den Kalorienwert zu 38 Prozent wichtig, Befragte mit Kindern zu 30 Prozent. Bei denjenigen mit Kindern liegt zugleich der Wunsch nach schneller Zubereitung mit 60 Prozent über dem Durchschnitt von 57 Prozent.

Ein Hinweis zur Genauigkeit gehört dazu. Die Erhebung nennt für ihre Ergebnisse eine übliche Fehlertoleranz von plus/minus drei Prozentpunkten, kleinere Abstände zwischen zwei Gruppen sind deshalb nicht belastbar.

Was aus den Werten für den Herbst 2026 folgt

Der Befund taugt nicht als Vorwurf, sondern als Planungsgrundlage. Wer im Herbst 2026 abnehmen möchte, kämpft nach diesen Zahlen weniger gegen fehlendes Wissen als gegen fehlende Zeit. Eine Ernährungsumstellung hält deshalb eher, wenn sie den Zeitaufwand pro Mahlzeit senkt, statt ihn zu erhöhen.

Praktisch bedeutet das eine Auswahl weniger, dafür wiederholbarer Gerichte, eine feste Einkaufsroutine und den Verzicht auf tägliche Neuentscheidungen. Wer den Zuckeranteil als ersten Hebel nimmt, findet dazu einen Einstieg in eine zuckerfreie Ernährungsweise. Die nächste Ausgabe des Ernährungsreports wird zeigen, ob der Abstand zwischen Anspruch und Alltag weiter wächst.

Ansprechpartner

Alexander Weipprecht
+49 (7142) 3442727
Zuständigkeitsbereich: CEO

Über Provimedia GmbH:

Die Provimedia GmbH ist ein Online-Verlag mit Sitz in der Region Stuttgart. Wir schaffen wertvolle Informationen in unterschiedlichen Branchen um Wissen schnell und einfach zugänglich zu machen. Wir haben uns auf übersichtliche Webseiten und Auffindbarkeit von Informationen spezialisiert.

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