Mittelstandspresse
25.08.2026
Hohe Fehlzeiten sind nur die halbe Wahrheit
Warum Unternehmen bei der Bewertung von Fehlzeiten genauer hinschauen müssen und welche Kennzahlen ein vollständigeres Bild der Arbeitsfähigkeit liefern.
Köln, 25.08.2026 (PresseBox) - Historisch hohe Fehlzeiten, steigende psychische Belastungen und ein oft übersehener Produktivitätsfaktor: Für Unternehmen werden Fehlzeiten zunehmend zu einem strategischen Thema. Wer nur auf Krankmeldungen schaut, greift jedoch zu kurz.
Der oft übersehene Produktivitätsverlust
Wer Fehlzeiten reduzieren möchte, konzentriert sich häufig auf Abwesenheiten. Doch die eigentliche Herausforderung beginnt vielfach bereits vorher. Neue Arbeitsformen haben daran bislang wenig geändert. Erste Erkenntnisse zeigen, dass Homeoffice Fehlzeiten nicht automatisch reduziert. Vielmehr kann virtuelles Arbeiten Präsentismus begünstigen, also das Arbeiten trotz Krankheit. Damit steigen Risiken für längere Genesungszeiten und spätere Arbeitsunfähigkeiten. Für Unternehmen hat das weitreichende Folgen. Internationale Reviews zeigen, dass die Produktivitätsverluste durch Präsentismus mindestens die Größenordnung klassischer Fehlzeiten erreichen können und diese teilweise sogar übersteigen. Die Konsequenz: Erfolgreiche Steuerung muss sowohl Abwesenheiten als auch krankes Arbeiten berücksichtigen.
Führung entscheidet über Fehlzeiten
Langzeitstudien zeigen Zusammenhänge zwischen organisationaler Gerechtigkeit, vertrauensbasierter Führung und geringeren Fehlzeiten. Unternehmen mit einer als fair wahrgenommenen Führungskultur verzeichnen demnach weniger und kürzere Arbeitsunfähigkeiten. Umgekehrt steigt bei geringer Fairness das Risiko für Fehlzeiten. Führung wird damit zu einem zentralen Hebel, um sowohl Präsentismus als auch Rückkehrprozesse wirksam zu beeinflussen. Die Logik dahinter ist klar: Auf der einen Seite stehen steigende Kosten, Risiken für die Unternehmenskultur und Belastungen durch Langzeiterkrankungen. Auf der anderen Seite eröffnen sich Potenziale für Produktivität, Arbeitgeberattraktivität und organisatorische Resilienz. Führung bildet die Verbindung zwischen beiden Seiten.
Warum frühe Rückkehrprozesse entscheidend sind
Neben Führung spielt ein strukturiertes betriebliches Eingliederungsmanagement eine wichtige Rolle. Frühzeitige und systematisch organisierte Verfahren verbessern die Chancen auf eine nachhaltige Rückkehr in den Arbeitsalltag und können Wiederholungsrisiken reduzieren. Entscheidend sind dabei die Qualität der Prozesse, die Geschwindigkeit der Umsetzung und die Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure.
Der Business Case wird messbar
Lange wurde Betriebliches Gesundheitsmanagement vor allem unter sozialen oder kulturellen Gesichtspunkten betrachtet. Heute rückt zunehmend die wirtschaftliche Perspektive in den Vordergrund. Metareviews der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) zeigen über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten konsistent positive Renditen integrierter BGM-Programme. Die ausgewiesenen ROI-Spannen bewegen sich zwischen etwa 1:2,3 und 1:5,9. Gleichzeitig wird auf die Bedeutung sauber definierter Kennzahlen und einer methodisch belastbaren Berechnung hingewiesen. Neuere Ansätze betrachten zusätzlich den sogenannten Value on Investment und analysieren Wertbeiträge gesunder Arbeit entlang von Treiber- und Wirkungsketten. Für die Steuerung und Budgetierung von Maßnahmen werden diese Modelle als vielversprechend beschrieben.
Fehlzeiten sind längst ein Managementthema
Die Diskussion um Fehlzeiten betrifft heute weit mehr als Personalabteilungen. Sie berührt Produktivität, Führung, Resilienz und Wertschöpfung gleichermaßen. Unternehmen, die Fehlzeiten ausschließlich als Kostenfaktor betrachten, übersehen wesentliche Zusammenhänge. Wer dagegen Ursachen, Präsentismus, Führung und Rückkehrprozesse gemeinsam betrachtet, schafft die Grundlage für eine wirksamere Steuerung und belastbarere Entscheidungen.
Weiterführende Informationen bietet das zweiteilige Whitepaper "Fehlzeiten in der modernen Arbeitswelt": Kostenfrei zum Download unter https://www.my-moove.de/fehlzeiten-agent/
Ansprechpartner
MOOVE Marketing
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Zuständigkeitsbereich: Projektleiterin Marketing
Annika Prosch
Zuständigkeitsbereich: Projektleiterin Marketing
Über MOOVE GmbH:
Als führender Anbieter für Betriebliches Gesundheitsmanagement in Deutschland setzt die MOOVE GmbH Standards für Gesunde Arbeit. Mit über 20 Jahren Erfahrung und mehr als 1.200 erfolgreich umgesetzten Projekten unterstützt MOOVE Unternehmen dabei, Gesundheit als festen Bestandteil der Unternehmenskultur zu etablieren. Im Fokus steht die strategische Beratung: von der Analyse über die Entwicklung individueller Konzepte bis zur nachhaltigen Implementierung. Das Unternehmen mit Sitz in Köln wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und steht für Qualität, Innovation und nachhaltige Gesundheitsstrategien.
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Die Grafik verdeutlicht die Spannungsfelder moderner Fehlzeitensteuerung: Auf der einen Seite stehen steigende Kosten, kulturelle Herausforderungen und langfristige Belastungen durch psychische Erkrankungen. Auf der anderen Seite eröffnen sich Potenziale für Produktivität, Arbeitgeberattraktivität und Resilienz. Führung nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein, da sie sowohl Abwesenheit als auch Präsentismus wirksam beeinflussen kann.
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Eine exemplarische Kalkulation für 5.000 Mitarbeitende zeigt, wie sich Verbesserungen bei AU-Quote, Falldauer und Präsentismus auf den wirtschaftlichen Nutzen auswirken können. Die Berechnungen bewegen sich innerhalb der bekannten ROI-Korridore und setzen definierte Kennzahlen, realistische Umsetzungszeiträume sowie flankierende Führungs- und BEM-Maßnahmen voraus.
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360-Grad-Überblick zur Entwicklung von Krankheitstagen und Fehlzeiten von 2014 bis 2024. Die Abbildung des Wertbeitrags gesunder Arbeit als Return on Investment macht deutlich: Pro investiertem Euro fließen im Durchschnitt 3 Euro zurück.
- Mehr Infos zu dieser Meldung unter www.pressebox.de
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