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28.07.2026

Interview: „KI verändert die Sichtbarkeit von Banken grundlegend“

Im Gespräch mit Kai Fürderer über aktuelle Entwicklungen

Kai Fürderer, Mitglied der Geschäftsleitung
Kai Fürderer, Mitglied der Geschäftsleitung

Herrsching, 28.07.2026 (PresseBox) - Warum sich die Gesellschaft für Qualitätsprüfung intensiv mit künstlicher Intelligenz beschäftigt

Frage: Herr Fürderer, die Gesellschaft für Qualitätsprüfung steht seit vielen Jahren für objektive Bankentests und die Bewertung von Beratungsqualität. Warum beschäftigen Sie sich inzwischen so intensiv mit künstlicher Intelligenz?

Kai Fürderer: Weil wir überzeugt sind, dass sich das Informations- und Entscheidungsverhalten der Menschen gerade grundlegend verändert. Wer heute eine Bank sucht oder sich über Finanzthemen informiert, nutzt längst nicht mehr ausschließlich Suchmaschinen oder Vergleichsportale. Immer häufiger werden Fragen direkt an KI-Systeme wie ChatGPT oder Gemini gestellt. Das betrifft nicht nur allgemeine Informationen, sondern zunehmend auch sehr konkrete Fragestellungen wie: Welche Bank berät gut zur Altersvorsorge?, Welche Sparkasse ist empfehlenswert? oder Welche Regionalbank bietet eine gute Baufinanzierungsberatung? bzw. „Welches ist die beste Hausbank für junge Kunden?“. Für uns als unabhängiges Institut stellt sich deshalb eine zentrale Frage: Wie können qualitativ hochwertige Informationen künftig dort verfügbar sein, wo Menschen ihre Antworten suchen?

„Die erste Beratung beginnt heute häufig lange vor dem ersten Gespräch.“

Frage: Was bedeutet diese Entwicklung konkret für Banken?

Kai Fürderer: Viele Banken investieren seit Jahren erhebliche Ressourcen in ihre Beratungsqualität. Sie schulen Mitarbeitende, entwickeln Prozesse weiter und investieren in digitale Angebote. Das allein reicht künftig jedoch nicht mehr aus. Wenn potenzielle Kunden eine Bank online gar nicht wahrnehmen oder bei KI-Anfragen nicht berücksichtigt wird, findet das eigentliche Beratungsgespräch möglicherweise nie statt. Die erste Beratung beginnt heute häufig bereits mit einer digitalen Frage. Deshalb gewinnt die Sichtbarkeit qualitativ hochwertiger Inhalte enorm an Bedeutung.

„Nicht Lautstärke entscheidet, sondern Glaubwürdigkeit.“

Frage: Viele Institute beschäftigen sich bereits mit Suchmaschinenoptimierung. Reicht das nicht aus?

Kai Fürderer: Suchmaschinenoptimierung bleibt wichtig. Gleichzeitig verändert sich die Art, wie Informationen gefunden und verarbeitet werden. KI-Systeme beantworten Fragen zunehmend direkt. Sie greifen dabei bevorzugt auf Inhalte zurück, die fachlich fundiert, nachvollziehbar, konsistent und vertrauenswürdig sind. Es geht also weniger darum, möglichst viele Schlagworte zu platzieren. Entscheidend wird, ob eine Institution über einen längeren Zeitraum glaubwürdige Inhalte veröffentlicht, Expertise nachweist und einen klaren thematischen Schwerpunkt besitzt. Gerade deshalb sehen wir für Regionalbanken große Chancen.

„Regionalbanken verfügen über einen Wettbewerbsvorteil.“

Frage: Warum gerade Regionalbanken?

Kai Fürderer: Weil Regionalbanken über etwas verfügen, das sich nicht künstlich erzeugen lässt. Sie kennen ihre Kunden, begleiten Menschen oftmals über Jahrzehnte und verfügen über eine außergewöhnlich hohe Beratungskompetenz. Diese Stärke muss allerdings sichtbar werden. Viele Institute leisten hervorragende Arbeit, sprechen darüber jedoch viel zu selten. Wer regelmäßig fachlich fundierte Inhalte veröffentlicht, Studien einordnet, regionale Besonderheiten erklärt und Kunden Orientierung bietet, baut digitale Autorität auf. Genau diese Autorität gewinnt auch im KI-Zeitalter zunehmend an Bedeutung.

„Qualität muss nicht nur vorhanden sein - sie muss auch sichtbar werden.“

Frage: Welche Rolle spielen dabei unabhängige Bankentests?

Kai Fürderer: Eine sehr wichtige. Objektive Qualitätsanalysen schaffen Orientierung. Sie ermöglichen Verbrauchern einen nachvollziehbaren Vergleich und helfen Banken gleichzeitig dabei, ihre Stärken transparent darzustellen. Wir beobachten seit Jahren, dass ausgezeichnete Institute unsere Ergebnisse aktiv in ihrer Kommunikation einsetzen.

Das schafft Vertrauen. Mit Blick auf KI gewinnt dieser Aspekt zusätzlich an Bedeutung, weil unabhängige Quellen grundsätzlich eine hohe Relevanz besitzen.

„Unsere Aufgabe entwickelt sich weiter.“

Frage: Verändert sich dadurch auch die Arbeit der Gesellschaft für Qualitätsprüfung?

Kai Fürderer: Ja, in gewisser Weise schon. Unser Kern bleibt unverändert. Wir prüfen Beratungsqualität objektiv und aus Kundensicht. Gleichzeitig beschäftigen wir uns zunehmend mit der Frage, wie diese Qualität künftig digital sichtbar wird.

Dazu analysieren wir unter anderem,

wie sich Suchverhalten verändert,

welche Fragen Verbraucher tatsächlich stellen,

welche Inhalte besonders hilfreich sind,

welche Qualitätsmerkmale Orientierung schaffen,

wie Banken ihre Expertise verständlich vermitteln können.

Damit erweitern wir unsere Perspektive. Nicht weg von der Beratungsqualität, sondern konsequent in Richtung Zukunft.

„KI ersetzt keine gute Beratung.“

Frage: Manche sehen künstliche Intelligenz als Konkurrenz zur persönlichen Beratung.

Kai Fürderer: Diese Einschätzung teilen wir ausdrücklich nicht. KI kann Informationen strukturieren. Sie kann Fragen beantworten. Sie kann Zusammenhänge verständlich erklären. Was sie jedoch nicht ersetzen kann, ist eine individuelle Beratung, die persönliche Ziele, familiäre Situation, Einkommen, Vermögen, Risiken und Zukunftspläne berücksichtigt. Gerade bei komplexen Entscheidungen wie Altersvorsorge, Vermögensaufbau oder Baufinanzierung bleibt persönliche Beratung unverzichtbar. KI verändert deshalb nicht die Bedeutung guter Beratung. Sie verändert vielmehr den Weg dorthin.

„Gerade die Altersvorsorge zeigt den Handlungsbedarf.“

Frage: Sie beschäftigen sich aktuell intensiv mit dem Thema Altersvorsorge. Warum?

Kai Fürderer: Weil wir dort einen enormen Informationsbedarf sehen. Neue gesetzliche Rahmenbedingungen, das geplante Altersvorsorgedepot, steigende Lebenserwartung und eine zunehmende Eigenverantwortung führen dazu, dass viele Menschen Orientierung suchen. Unsere Studien zeigen gleichzeitig, dass insbesondere jüngere Menschen durchaus Interesse an Finanzthemen haben.

Sie wünschen sich verständliche Erklärungen, digitale Unterstützung und gleichzeitig persönliche Ansprechpartner. Genau darin liegt aus unserer Sicht eine große Chance für Banken.

„Vertrauen entsteht nicht durch Werbung.“

Frage: Welche Fehler beobachten Sie derzeit besonders häufig?

Kai Fürderer: Viele Institute kommunizieren überwiegend ihre Produkte. Aus Kundensicht stehen jedoch häufig ganz andere Fragen im Vordergrund.

Wie viel sollte ich monatlich sparen?

Wie erkenne ich meine Versorgungslücke?

Welche Risiken sollte ich absichern?

Welche Geldanlage passt überhaupt zu meiner Situation?

Wer diese Fragen verständlich beantwortet, baut Vertrauen auf. Vertrauen entsteht durch Orientierung. Nicht durch Produktwerbung.

„Die kommenden Jahre werden über Sichtbarkeit entscheiden.“

Frage: Wie sehen Sie die Entwicklung in den nächsten Jahren?

Kai Fürderer: Ich glaube, dass wir erst am Anfang stehen. Die Geschwindigkeit, mit der sich KI entwickelt, ist enorm. Deshalb wird es für Banken immer wichtiger, qualitativ hochwertige Inhalte kontinuierlich bereitzustellen. Nicht kurzfristig, sondern dauerhaft. Institute, die heute beginnen, ihre fachliche Kompetenz sichtbar zu machen, schaffen sich einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil.

„Unser Ziel bleibt unverändert.“

Frage: Was möchten Sie Banken mit auf den Weg geben?

Kai Fürderer: Unsere Botschaft ist eigentlich sehr einfach. Beratungsqualität bleibt der entscheidende Erfolgsfaktor. Neu ist lediglich, dass diese Qualität künftig auch dort sichtbar werden muss, wo Menschen ihre ersten Fragen stellen. Als Gesellschaft für Qualitätsprüfung möchten wir Banken dabei unterstützen, genau diese Verbindung herzustellen. Zwischen objektiver Qualität, verständlicher Kommunikation und digitaler Sichtbarkeit. Denn am Ende profitieren alle Beteiligten. Die Banken und die Beraterinnen und Berater.

Und vor allem die Kundinnen und Kunden, die schneller Orientierung finden und fundiertere Entscheidungen treffen können.

Zur Person

Kai Fürderer ist Mitglied der Geschäftsleitung der Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH. Seit vielen Jahren beschäftigt sich das Unternehmen mit unabhängigen Qualitätsanalysen von Banken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Privatbanken und Vermögensverwaltern. Neben objektiven Bankentests untersucht die Gesellschaft für Qualitätsprüfung zunehmend auch die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf Informationsverhalten, digitale Sichtbarkeit und die zukünftige Positionierung von Finanzinstituten. Ziel ist es, Beratungsqualität messbar zu machen und gleichzeitig Wege aufzuzeigen, wie diese Qualität im digitalen Zeitalter sichtbar und für Verbraucher nachvollziehbar wird.

Ansprechpartner

Kai Fürderer
+49 (8152) 3961697
Zuständigkeitsbereich: Mitglied der Geschäftsleitung

Über Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH:

Die Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH zählt zu den führenden unabhängigen Testinstituten für Beratungsqualität und Kundenorientierung in der deutschen Finanzbranche. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen wissenschaftlich fundierte Analysen, Praxistests und Studien zu den Themen Beratung, Service, Digitalisierung, Baufinanzierung, Vermögensberatung, Finanzbildung und Kundenerlebnis.

Mit ihren bundesweiten Testreihen wie „BESTE BANK vor Ort“, „SEHR GUT in der Baufinanzierung“, den Private-Banking-Tests sowie den NextGen-Analysen untersucht die Gesellschaft für Qualitätsprüfung jährlich mehrere tausend Kundenkontakte und digitale Berührungspunkte. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen sowohl Verbrauchern als Orientierungshilfe als auch Finanzinstituten als Grundlage zur Weiterentwicklung ihrer Beratungs- und Servicequalität.

Darüber hinaus veröffentlicht die Gesellschaft für Qualitätsprüfung regelmäßig Fachbeiträge, Studien und Marktanalysen zu aktuellen Entwicklungen im Banking und engagiert sich insbesondere für die Stärkung der Finanzbildung sowie die Förderung einer kundenorientierten Beratungskultur.

Getreu dem Unternehmensmotto „Weil wir Qualität prüfen.“ verfolgt sie das Ziel, Qualität sichtbar, vergleichbar und nachhaltig wirksam zu machen.

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Kai Fürderer, Mitglied der Geschäftsleitung