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22.07.2026

Janis McDavid an der TUM Heilbronn

Keynote Speaker Janis McDavid spricht in der Veranstaltungsreihe „Learning from Legends“ am TUM Campus Heilbronn über Mut, Inklusion und persönliches Wachstum.

Janis McDavid an der TUM Heilbronn
Janis McDavid an der TUM Heilbronn

Heilbronn, 22.07.2026 (PresseBox) - Geht nicht, gibt’s nicht. Auf die innere Einstellung kommt es an. Das macht Janis McDavid bei seinem Vortrag in der Veranstaltungsreihe „Learning from Legends“ des TUM Campus Heilbronn deutlich. Der 34-Jährige ist international gefragter Keynote Speaker, Buchautor, Motivationsexperte. Mit seiner motivierenden, humorvollen und ehrlichen Art kommt der beiden Studierenden bestens an.

In der Mensa der Schule, die Janis McDavid besuchte, führte eine elegante hölzerne Treppe nach oben. „Ich habe meine Mutter gefragt, was dort eigentlich ist“, erzählt er den Studierenden im Open Space of Arkadia Heilbronn in der Weipertstraße. Ihre Antwort: „Finde es heraus.“ Einen Aufzug gab es nicht. Also lernte der Junge, der ohne Arme und Beine zur Welt gekommen war, die Treppenstufen zu bewältigen.

Der Wahl-Berliner erzählt offen aus seinem Leben, bei dem die Weichen nicht von Anfang an auf Erfolg gestellt waren. Geboren in Hamburg als Kind von Eltern, die mit seiner Behinderung überfordert waren. Aufgewachsen bei Pflegeeltern in Bochum. Ein Glücksfall: „Sie wollten, dass ich so normal und unabhängig wie möglich aufwachse“, betont er. Ihre fordernde und fördernde Art befähigte ihn zu einem aktiven Leben.

Er hatte zunächst eine ganz normale Kindheit. Dann aber zeigten sich erste, später gravierende Risse. Verwirrung und Scham verspürt er, als er sich mit acht Jahren zum ersten Mal im Spiegel sieht. „In der Pubertät wurde es sehr schwierig“, räumt er ein. Statt sich hüpfend fortzubewegen, habe er nur noch den Rollstuhl genutzt und Prothesen gewollt. Um sein eigentliches Ich dahinter zu verstecken: „Ich wollte so normal wie möglich sein.“

Vom Selbstzweifel zu Selbstvertrauen und Eigenverantwortung

Erst das Gespräch mit der Mutter markierte einen Wendpunkt – weg von Selbstzweifeln, hin zu Mut und dem Willen, über sich hinauszuwachsen. Es war ein Weckruf: „Sie schaffte es, meinen Standpunkt zu verschieben“, berichtet er. Nicht mehr die rückwärtsgerichtete Frage „Warum gerade ich?“ prägte sein Leben. Sondern der Blick nach vorne: Was macht mich jetzt gerade aus? Was ist möglich, um kreativ und selbstbestimmt zu leben.

Das Studium in Business und Economy beschreibt er als großartige und bereichernde Erfahrung. Mit der Anforderung, sich selbst zu organisieren und vor allem eine Frage zu klären, die auch sein Leben bestimmen sollte: „Wie schaffen es Firmen, dass alle gemeinsam auf ein großes Ziel hinarbeiten?“

In ihm entflammt der unternehmerische Geist, dem er gegenüber dem Studium den Vorzug einräumt. Als bewusste Entscheidung, nachdem sich die Chance ergeben hat, Keynotes zu halten und das erste Buch zu schreiben. Manchmal als glückliche Fügungen, insbesondere aber durch Kontakte, die seine mitreißende und zielorientierte Art ermöglicht haben.

„Ich würde es wieder genauso machen.“ Sein Rat an die Studierenden: Sie sollten bereits während des Studiums die Fühler in die Berufswelt ausstrecken und Erfahrungen sammeln. Für Janis McDavid der Durchbruch. Es folgen lebensverändernde Entwicklungen. Etwa eine Vortragsreihe in Sri Lanka, Reden für die Unicef oder vor dem ukrainischen Parlament.

Digitale Technologien und Inklusion ermöglichen mehr Selbstständigkeit

Ein unterstützendes Umfeld und digitale Hilfsmittel erleichtern ihm, seine Ziele zu erreichen. Er fährt Auto – mit einem Joystick als Spezialanfertigung zum Navigieren. Digitale Funktionen auf seinem Handy und ein Smart Home ermöglichen ihm größte Unabhängigkeit. Allerdings betont er auch Einschränkungen, wenn digitale Hilfsmittel nicht auf jeden zugeschnitten sind. „Wir müssen aufpassen, unbewusst nicht neue Hindernisse aufzubauen“, betont er die Bedeutung der Inklusion. „Dafür kann jeder aktiv werden.“

Die Studierenden wollen mehr erfahren. Fragen nach seinem Lieblingsbuch, das die Sichtweise auf sein aktives Leben am besten spiegelt. Wollen wissen, welche Rolle die Risikobereitschaft dabei spielt. Erkundigen sich nach der Bedeutung von Disziplin und den Abwehrstrategien gegen negative Einflüsse.

Sein aktuelles Leben gibt darauf die beste Antwort. Mit guten Freunden hat er den Kilimanjaro bezwungen. Außerdem hat er seine frühere panische Angst vor Wasser überwunden und durch ein intensiv begleitetes Training zu physischer und psychischer Befähigung er in diesem Jahr Silber bei der Para Swimming World Series geholt. Das nächste Ziel steht für Janis McDavid schon fest: die Teilnahme an den Paralympics 2028 in Los Angeles.

Ansprechpartner

Kerstin Besemer
+49 (7131) 26418-501

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