Mittelstandspresse
07.07.2026
ORCHEM 2026: Emil-Fischer-Medaille für Helma Wennemers
Die GDCh ehrt die Chemikerin auf der 24. ORCHEM in Freiburg für ihre Forschung an künstlichen Peptiden
Frankfurt am Main, 07.07.2026 (PresseBox) - Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) verleiht Professorin Dr. Helma Wennemers, ETH Zürich, Schweiz, am 7. September 2026 die Emil-Fischer-Medaille für ihre Forschung an künstlichen Peptiden. Sie erhält die Auszeichnung im Rahmen der 24. ORCHEM, die vom 7. bis 9. September 2026 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg stattfindet. Ausgerichtet wird die Tagung von der Liebig-Vereinigung für Organische Chemie der GDCh, die am 8. September 2026 zudem den ORCHEM-Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs vergibt.
Die ORCHEM zählt zu den wichtigsten Konferenzen im Bereich der Organischen Chemie. Das Programm umfasst Vorträge zu Synthese, Katalyse, Methodik und Reaktivität.
Helma Wennemers erhält die Emil-Fischer-Medaille für ihre Arbeiten an künstlichen Peptiden – kurzen Ketten aus Aminosäuren. Sie wies nach, dass diese kleinen Moleküle Aufgaben übernehmen können, die in der Natur großen Makromolekülen vorbehalten sind. Ihre Tripeptide wirken als asymmetrische Katalysatoren und beschleunigen chemische Reaktionen bereits in winzigen Mengen. In Durchflussreaktoren ermöglichen sie die kontinuierliche Synthese im Kilogramm-Maßstab.
Darüber hinaus entwickelte Wennemers funktionalisierbares synthetisches Kollagen, mit dem sich Prostatatumoren sichtbar machen lassen. Eine peptidische Sonde aus ihrem Labor erkennt den Kollagen-Umbau bei Tumoren und Vernarbungen – die ETH Zürich kürte sie 2020 zur wichtigsten Erfindung des Jahres.
Auch die Liebig-Vereinigung für Organische Chemie nutzt die Tagung, um herausragende wissenschaftliche Leistungen zu würdigen. Am 8. September 2026 verleiht sie den ORCHEM-Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs an Professor Dr. John Molloy, Freie Universität Berlin, für seine grundlegenden und zukunftsweisenden Arbeiten in der Kombination aus Organobor- und Photochemie. Ebenfalls mit dem ORCHEM-Preis ausgezeichnet wird Dr. Charalampos (Babis) Pappas, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, für seine grundlegenden und zukunftsweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Acylphosphat-vermittelten Systemchemie. Beide Preisträger geben im Anschluss an die Verleihung einen kurzen Einblick in ihre Forschung.
Zur Person: Helma Wennemers
Helma Wennemers (geboren 1969 in Offenbach am Main) studierte bis 1993 Chemie an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt und promovierte 1996 an der Columbia University, New York, US. Nach einem Postdoc-Aufenthalt an der Nagoya University, Nagoya, Japan, (1996–1998) wurde sie 1999 Bachem-Assistenzprofessorin an der Universität Basel, Schweiz, dort 2004 außerordentliche und 2011 ordentliche Professorin. Seit Herbst 2011 ist sie Professorin für Organische Chemie an der ETH Zürich, Schweiz. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. die Max-Bergmann-Medaille (2025), den EuChemS Female Investigator Award (2025) und den Arthur C. Cope Scholar Award (2021), und ist in vielen Gremien und Editorial Boards aktiv – unter anderem als Leiterin des Scientific Advisory Committees der GDCh-Zeitschrift ‚Angewandte Chemie‘.
Zur Emil-Fischer-Medaille
Die Emil-Fischer-Medaille für herausragende Leistung auf dem Gebiet der Organischen Chemie wurde 1912 von Carl Duisberg zum 60. Geburtstag von Emil Fischer gestiftet und zunächst von der Carl-Duisberg-Stiftung und später aus einem Sondervermögen der GDCh finanziert. Die Auszeichnung ist mit 7500 Euro dotiert. Emil Fischer war einer der bedeutendsten Chemiker seiner Zeit und erhielt 1902 den Nobelpreis für Chemie für seine Zucker- und Purinarbeiten.
Zum ORCHEM-Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs
Der ORCHEM-Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs ist mit 5000 Euro dotiert und wird von der BASF unterstützt. Er wird in der Regel an zwei Personen vergeben und umfasst eine Verleihungsurkunde sowie ein Preisgeld in Höhe von 2500 Euro pro Person. Er wird regelmäßig im Rahmen der ORCHEM an jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, die sich durch neue, originelle und richtungweisende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Fachgebiet qualifiziert haben.
Weitere Informationen zur Tagung unter: www.gdch.de/orchem2026
Ansprechpartner
Maren Mielck
+49 (69) 7917-327
+49 (69) 7917-1327
Zuständigkeitsbereich: Stv. Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
Über Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.:
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 28 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 33 Fachstrukturen, darunter die Liebig-Vereinigung für Organische Chemie mit rund 1300 Mitgliedern. Hauptanliegen der Liebig-Vereinigung für Organische Chemie sind u.a., Forschungsrichtungen und Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Organischen Chemie anzuregen, über wesentliche Aktivitäten auf diesem Gebiet zu informieren und durch intensive Öffentlichkeitsarbeit wichtige und aktuelle Aspekte der Organischen Chemie bekannt zu machen. www.gdch.de
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Helma Wennemers
- Mehr Infos zu dieser Meldung unter www.pressebox.de
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