Mittelstandspresse
16.06.2026
Effizienzsprung im Folienrecycling: Kälte für den Kreislauf
Recyclingspezialist Rymoplast vertraut auf technotrans-Thermomanagement: Neue zentrale Container-Kühlanlage verbindet Prozessstabilität mit BAFA-geförderter Nachhaltigkeit
Sassenberg, 16.06.2026 (PresseBox) - Um die ambitionierten Klimaziele der Industrie zu erreichen, ist die Wiederaufbereitung von Kunststoffen essenziell. Die Gruppe Morssinkhof-Rymoplast, einer der größten Kunststoffrecycler Europas, hat 2022 ihre Kapazitäten mit einem neuen Werk im sächsischen Markranstädt massiv ausgebaut. Hier werden jährlich rund 30.000 Tonnen Folienabfälle zu hochwertigem Regranulat verarbeitet. Um die hohen Qualitätsstandards der „Closed Loop“-Philosophie auch in der Produktion sicherzustellen, setzt das Unternehmen auf eine maßgeschneiderte Kühllösung von technotrans. Der Thermomanagement-Spezialist entwickelte und installierte eine 1,5-Megawatt-Containeranlage, die dank intelligenter Freikühlung nicht nur höchste Prozessstabilität liefert, sondern jährlich fast 480.000 Kilogramm CO2 einspart.
Die Morssinkhof-Rymoplast-Gruppe ist einer der führenden Anbieter im Bereich des Kunststoffrecyclings und nachhaltiger Kreislaufwirtschaft. Das niederländische Familienunternehmen mit mehr als 50 Jahren Erfahrung und rund 800 Mitarbeitenden recycelt jährlich knapp 500.000 Tonnen Kunststoff. Mit der Investition von rund 30 Millionen Euro in einen Standort der Rymoplast Deutschland GmbH in Markranstädt bei Leipzig setzte die Gruppe 2022 ein klares Zeichen für den Ausbau des Post-Consumer Recycling (PCR) in Deutschland.
Das Ziel in Markranstädt ist ehrgeizig: Aus gebrauchten Gewerbe- und Industriefolien soll ein LDPE-Regranulat (Low Density Polyethylene) entstehen, das in seiner Qualität Neuware in nichts nachsteht. Der Prozess ist komplex. Die angelieferten Folienballen werden geschreddert, gewaschen, getrocknet und schließlich extrudiert. „Druckluft, Wasser und eine zuverlässige Kälteversorgung sind die drei Säulen, auf denen unsere Prozessstabilität beruht. Fällt eine davon aus, steht die Produktion“, erklärt Mark Langenhof, Business Development & Application Engineer bei der Rymoplast Deutschland GmbH. Insbesondere im Extrusionsprozess, bei dem der Kunststoff aufgeschmolzen und anschließend granuliert wird, ist eine exakte Temperierung entscheidend. Stimmt die Kühlung nicht, verklebt das Granulat und die Qualität sinkt drastisch.
Vom leeren Hallenboden zur anwendungsspezifischen Kälteversorgung
Als es an die Planung des neuen Werkes in einer bestehenden, aber komplett entkernten Halle ging, wandte sich Rymoplast an technotrans. Der Kontakt bestand bereits über frühere Projekte der niederländischen Muttergesellschaft, bei denen technotrans (damals noch unter der Marke gwk) erfolgreich Kühlanlagen implementiert hatte. „Wir standen vor der Situation, quasi auf der grünen Wiese zu planen. Das gab uns die Freiheit, die Anlage von Grund auf optimal zu dimensionieren, erforderte aber auch einen Partner, der nicht nur Komponenten liefert, sondern ein schlüssiges Gesamtkonzept entwickelt“, so Langenhof.
Rymoplast definierte spezifische Anforderungen: Der Recyclingspezialist benötigte für die Kühlung der EREMA-Extruder und der Peripherie eine Lösung, die im Endausbau eine Kälteleistung von 1,5 Megawatt bereitstellt. Gleichzeitig sollte wertvoller Platz in der neuen Produktionshalle nicht durch Versorgungstechnik blockiert werden. Ein weiteres Kriterium war die Sauberkeit. In einem Recyclingwerk entsteht durch das Schreddern und Bewegen der Materialien zwangsläufig Staub. „Wir wollten vermeiden, dass die Kältetechnik in der Halle steht und mit der Zeit verschmutzt. Eine außerhalb des Gebäudes aufgestellte Lösung minimiert Wartungsaufwände und sichert die Langlebigkeit der Anlage“, erläutert Langenhof.
Platzsparende Containerlösung im Corporate Design
Die Antwort der technotrans-Ingenieure aus Meinerzhagen war eine kundenspezifische und exakt auf diese Bedürfnisse zugeschnittene Container-Kühlanlage. Die gesamte Technik – inklusive Pumpen, Tanks, Kältemaschinen und Schaltschränken – ist in eine wetterfeste Container-Kombination integriert und im Außenbereich platziert. Ein optisches Detail am Rande: Der Technik-Container ist im spezifischen Blau des Kunden lackiert, um sich nahtlos in das Erscheinungsbild des Werks einzufügen.
„Der Vorteil dieser Lösung liegt auf der Hand: Wir haben die komplette Technik sauber verkapselt außerhalb der Produktion. Selbst nach mehr als zwei Jahren Betrieb sieht das Innere des Containers aus wie am ersten Tag“, bestätigt Langenhof. Die Anlage versorgt die Produktion mit einer konstanten Vorlauftemperatur von 15 Grad Celsius. Ein Rohrleitungssystem führt das Kühlwasser zu den Verbrauchern – den Extrudern und der Granulatkühlung. Dabei legte Rymoplast großen Wert auf Redundanz: Doppelpumpengruppen mit Frequenzumrichtern sichern nicht nur den Betrieb bei einem Pumpenausfall ab, sondern passen die Förderleistung der Motoren permanent an den tatsächlichen Bedarf an. Dank dieser exakten Drehzahlregelung arbeiten die Pumpen stets im energetischen Optimum. So lässt sich die Stromaufnahme im Teillastbetrieb gegenüber starren Systemen deutlich reduzieren.
Weg vom Kühlturm: Geschlossenes System für Hygiene und Stabilität
Technologisch markiert die Anlage einen bewussten Schritt weg von offenen Kühlturmsystemen, die in der Branche immer noch weit verbreitet sind. Roger Schmidt, Sales Manager Cooling Solutions bei der technotrans solutions GmbH, erklärt die Schwachstellen: „Offene Systeme sind anfällig für Schmutzeintrag und bergen das Risiko von Legionellenbildung, was strenge behördliche Auflagen und einen hohen chemischen Behandlungsaufwand nach sich zieht.“ Stattdessen konzipierte technotrans ein geschlossenes System.
Da ein geschlossener Kreislauf jedoch physikalisch anders gekühlt werden muss als ein Verdunstungskühlturm, war die Energieeffizienz das zentrale Thema der Auslegung. Hier spielte technotrans seine Lösungskompetenz voll aus: Die Anlage kombiniert hocheffiziente Kältemaschinen mit einer leistungsstarken Freikühler-Einheit, die platzsparend direkt auf dem Dach des Containers installiert ist. Um die Effizienz auch bei höheren Außentemperaturen zu maximieren, ist das System zusätzlich mit einer adiabatischen Kühlung ausgestattet. Dabei senkt ein Sprühwasserverteilsystem die Temperatur der Ansaugluft durch Verdunstungskälte ab. Dadurch steigt der Wirkungsgrad der Gesamt-Kühlanlage signifikant.
Enorme Energieeinsparung durch intelligente Sektorkopplung
Rymoplast profitiert zudem durch die sogenannte Winterentlastung. Das Prinzip ist so simpel wie effektiv: Sobald die Außentemperatur niedriger ist als die geforderte Rücklauftemperatur des Prozesswassers, wird die Kälte nicht mehr aktiv über die Kompressoren erzeugt, sondern passiv über die Außenluft im Freikühler. „In unseren Breiten können wir die Kältemaschinen über viele Monate im Jahr komplett abschalten oder zumindest stark entlasten“, sagt Schmidt.
Im Vergleich zu einer herkömmlichen Kompressionskälteanlage ohne Freikühlung spart das technotrans-System in Markranstädt jährlich rund 650 Megawattstunden Strom ein. Das entspricht einer Reduktion der CO2-Emissionen um ca. 480.000 Kilogramm pro Jahr – eine Einsparung von fast 40 Prozent. Aufgrund dieser hohen Effizienzwerte erhielt Rymoplast eine Förderung der Investition durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). „technotrans hat uns hier gemeinsam mit der Initialberatung GERATRADE GmbH nicht nur technisch, sondern auch beratend zur Seite gestanden, um die entsprechenden Nachweise für die Förderfähigkeit zu erbringen“, sagt Langenhof. Die Rohrleitungen wurden beispielsweise speziell isoliert, um thermische Verluste zu minimieren und die Förderkriterien zu erfüllen.
Hohe Fertigungstiefe schafft Vertrauen
Für Rymoplast war neben der Technologie auch das Vertrauen in den Partner ausschlaggebend. Ein Besuch im technotrans-Werk in Meinerzhagen während der Projektierungsphase hinterließ bleibenden Eindruck. „Es gibt viele Anlagenbauer, aber nur wenige mit einer so hohen Fertigungstiefe“, betont Langenhof. „Zu sehen, dass technotrans das Know-how im eigenen Haus hat, Bleche selbst bearbeitet, Rohre schweißt und die Schaltschränke baut, schafft Vertrauen. Man merkt, dass hier nicht nur Komponenten zusammengekauft werden, sondern echte Engineering-Kompetenz dahintersteckt.“
Diese Kompetenz zeigte sich auch in der Flexibilität während des Werkausbaus. Die Anlage konzipierte technotrans von Beginn an so, dass sie modular wachsen konnte. Während sie zum Start im Jahr 2022 zunächst zwei Extrusionslinien versorgte, erfolgte im Mai 2025 die geplante Erweiterung auf die dritte Linie. „Die Anschlüsse und die Steuerung waren bereits vorbereitet. Die Integration der zusätzlichen Pumpen und die Anpassung der Leistung verliefen reibungslos“, berichtet Langenhof.
Digitalisierung und Service aus einer Hand
Ein wichtiger Baustein für die Betriebssicherheit ist die Einbindung der Anlage in das digitale Monitoring. Über eine Fernwartungsschnittstelle können die Techniker von technotrans bei Bedarf direkt auf die Steuerung zugreifen, Parameter analysieren und Störungen oft beheben, ohne physisch vor Ort sein zu müssen. Gleichzeitig haben die Instandhalter von Rymoplast über ein großes HMI-Touchpanel und gespiegelte Desktops an ihren Arbeitsplätzen jederzeit vollen Einblick in Drücke, Temperaturen und Durchflussmengen. „Für uns ist die Anlage ein Sorglos-Paket“, resümiert Langenhof. „Wir haben einen Wartungsvertrag abgeschlossen und beziehen sogar die notwendigen Additive für das Kühlwasser direkt über technotrans, um sicherzugehen, dass die Chemie stimmt.“
Fazit: Partnerschaft mit Zukunft
Das Werk in Markranstädt steht exemplarisch für den Anspruch der Morssinkhof-Rymoplast-Gruppe an zukunftsfähiges Recycling auf dem neuesten Stand der Technik. Die Entscheidung für eine zentrale, energieeffiziente Kälteversorgung zahlt direkt auf die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens ein. Für Langenhof steht fest, dass sich die Investition gelohnt hat: „Wir produzieren hier Qualitätsprodukte, die den Kreislauf schließen. Dafür brauchen wir Partner, die denselben Qualitätsanspruch haben. Mit technotrans haben wir diesen Partner gefunden – die Anlage läuft stabil, effizient und wir würden diesen Weg jederzeit wieder gehen.“
Vor dem Hintergrund der bundesweit steigenden Energiekosten und der strengeren Umweltauflagen ist das Projekt in Markranstädt eine Blaupause dafür, wie Industrieunternehmen durch intelligentes Thermomanagement Ökonomie und Ökologie erfolgreich verbinden können.
Ansprechpartner
Lukas Schenk
+49 (251) 625561-131
Zuständigkeitsbereich: Unternehmenskommunikation
Über technotrans SE:
Die technotrans SE ist ein global agierender Technologie- und Dienstleistungskonzern. Die Kernkompetenz des Unternehmens sind anwendungsspezifische Lösungen aus dem Bereich des Thermomanagements. Als integraler Bestandteil der Kundensysteme dienen diese der energetischen Optimierung und Steuerung des Temperaturhaushalts anspruchsvoller technologischer Anwendungen. Mit 17 Standorten ist der Konzern auf allen wichtigen Märkten weltweit präsent. Auf Basis der Strategie Ready for Growth hat technotrans die 4 Fokusmärkte Plastics, Energy Management (inklusive Elektromo¬bilität, High-Power-Ladestationen und Rechenzentren), Healthcare & Analytics und Print definiert. Zusätzlich bietet technotrans seinen Kunden ein breites Portfolio an Ser-viceleistungen, welches unter anderem Installationen, Wartungen, Reparaturen, die 24/7-Ersatzteilbereitstellung und Technische Dokumentationen umfasst. Der Konzern verfügt über 6 Produktionsstandorte in Deutschland sowie jeweils einen Produktions-standort in China und den USA. Die technotrans SE ist im Prime Standard gelistet (ISIN: DE000A0XYGA7 / WKN: A0XYGA) und beschäftigt weltweit rund 1.440 Mitarbeitende. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der Konzern einen Umsatz in Höhe von 244,0 Mio. €.
Datei-Anlagen:
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technotrans entwickelte eine kundenspezifische und exakt auf die Bedürfnisse von Rymoplast zugeschnittene Container-Kühlanlage.
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Die gesamte Technik – inklusive Pumpen, Tanks, Kältemaschinen und Schaltschränken – ist in eine wetterfeste Container-Kombination integriert und im Außenbereich platziert.
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Die gesamte Technik – inklusive Pumpen, Tanks, Kältemaschinen und Schaltschränken – ist in eine wetterfeste Container-Kombination integriert und im Außenbereich platziert.
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Aus gebrauchten Gewerbe- und Industriefolien entsteht ein LDPE-Regranulat, das in seiner Qualität Neuware in nichts nachsteht. Die angelieferten Folienballen werden dafür geschreddert, gewaschen, getrocknet und schließlich extrudiert.
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Aus gebrauchten Gewerbe- und Industriefolien entsteht ein LDPE-Regranulat, das in seiner Qualität Neuware in nichts nachsteht. Die angelieferten Folienballen werden dafür geschreddert, gewaschen, getrocknet und schließlich extrudiert.
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Das niederländische Familienunternehmen mit mehr als 50 Jahren Erfahrung und rund 800 Mitarbeitenden recycelt jährlich knapp 500.000 Tonnen Kunststoff.
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