Mittelstandspresse
12.06.2026
IWiG – Pflegeentlastung ist eine Investition – keine Ausgabe
Warum Kliniken die Chancen pflegeentlastender Maßnahmen konsequent nutzen sollten
Telgte, 12.06.2026 (PresseBox) -
Impulse aus Forschung, Wissenschaft und Praxis – Innovationen im klinischen Workflow-Management
Die Diskussion über den Fachkräftemangel in der Pflege wird häufig auf die Frage reduziert, wie zusätzliches Personal gewonnen werden kann. Dabei wird ein entscheidender Hebel oft übersehen: die konsequente Entlastung der vorhandenen Pflegekräfte durch bessere Prozesse, klare Strukturen und den gezielten Einsatz unterstützender Systeme.
Hinzu kommt ein Aspekt, der in vielen Kliniken noch immer unterschätzt wird: Pflegeentlastende Maßnahmen sind längst nicht mehr ausschließlich eine organisatorische Entscheidung, sondern auch gesundheitspolitisch und wirtschaftlich relevant.
Der Gesetzgeber hat die Bedeutung solcher Maßnahmen ausdrücklich anerkannt. Bereits mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz wurden finanzielle Anreize geschaffen, um Pflegekräfte von nichtpflegerischen Tätigkeiten zu entlasten. Dazu zählen beispielsweise digitale Dokumentations- und Kommunikationslösungen, Service- und Stationsassistenzmodelle, administrative Unterstützungssysteme oder organisatorische Verbesserungen der Arbeitsabläufe.
Mit dem Budgetjahr 2025 wurden die Rahmenbedingungen neu geregelt. Während entsprechende Maßnahmen zuvor individuell nachgewiesen und vereinbart werden mussten, werden pflegeentlastende Maßnahmen im Pflegebudget pauschal mit 2,5 Prozent des Pflegebudgets berücksichtigt. Gleichzeitig richtet sich das Pflegebudget stärker auf die pflegerischen Kernaufgaben aus.
Diese Entwicklung verdeutlicht einen wichtigen Perspektivwechsel: Nicht die Finanzierung steht im Mittelpunkt, sondern die Frage, welche Maßnahmen Pflegekräfte tatsächlich spürbar entlasten und ihnen mehr Zeit für die Patientenversorgung verschaffen.
Gerade deshalb gewinnt die gezielte Analyse von Arbeitsabläufen weiter an Bedeutung. Kliniken müssen heute genauer denn je prüfen, welche Tätigkeiten tatsächlich pflegerische Wertschöpfung erzeugen – und wo Zeit und Ressourcen durch nicht wertschöpfenden Tätigkeiten wie unnötig suchen, laufen, telefonieren, nachfragen, warten, etwas holen, doppelt machen oder korrigieren verloren gehen.
Workflow-Management wird damit zunehmend zu einem strategischen Instrument, um Pflege wirksam zu entlasten, Ressourcen sinnvoll einzusetzen und gleichzeitig die Qualität der Versorgung zu sichern.
Prof. Dr. Michael Greiling, Leiter des Instituts für Workflow-Management im Gesundheitswesen (IWiG), formuliert es so: „Pflege braucht nicht nur mehr Ressourcen, sondern vor allem bessere Rahmenbedingungen, damit vorhandene Ressourcen wirksam eingesetzt werden können.“
Die Erfahrungen aus zahlreichen Projekten zeigen, dass sich Investitionen in pflegeentlastende Maßnahmen mehrfach auszahlen. Prozesse werden stabiler, Kommunikationswege kürzer und Verantwortlichkeiten klarer. Gleichzeitig steigen Mitarbeiterzufriedenheit, Motivation und Bindung an die Organisation. Die gewonnene Zeit kommt dort an, wo sie am dringendsten benötigt wird: bei den Patientinnen und Patienten.
Pflegekräfte wünschen sich keine komplizierteren Systeme oder zusätzliche Dokumentationspflichten. Sie wünschen sich funktionierende Abläufe, Verlässlichkeit im Arbeitsalltag und ausreichend Zeit für professionelle Pflege. Genau hier setzt modernes Workflow-Management an.
Fazit:
Pflegeentlastung ist keine Frage zusätzlicher Bürokratie oder einzelner Projekte. Sie ist eine strategische Aufgabe moderner Organisationsentwicklung. Workflow-Management liefert hierfür den methodischen Rahmen, um Prozesse transparent zu gestalten, Verschwendung zu reduzieren und die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern.
Mehr erfahren:
Ansprechpartner
Prof. Dr. Michael Greiling
+49 (2504) 9337-110
+49 (2504) 9337-120
Zuständigkeitsbereich: Mitglied des Vorstands
Über Deutsche Gesellschaft für Workflow-Management im Gesundheitswesen (DGWMiG) e.V.:
"Wir ermutigen Einrichtungen im Gesundheitswesen, ein systematisches Workflow-Management zur Routine zu machen, um Zeit zu sparen und Verschwendung zu vermeiden, indem wir eine engagierte Kommunikation führen und die Akteure motivieren, ihre Kompetenzen erfolgreich weiterzubilden."
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IWiG – Pflegeentlastung ist eine Investition – keine Ausgabe
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